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  • Do., 05. Februar 2015, 00:25 Uhr
    GALA ehrt Karl August Häusler für jahrelanges ehrenamtliches Engagement für den Rettungsdienst

    „Menschen und Ärzte im Ried danken für Ihren unermüdlichen Einsatz"

    Dank für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für die Menschen im Ried: Dr. Matthias Früh (r.) und Dr. Andreas Förster (l.) bedanken sich bei Karl August Häusler für dessen Einsatz im Rettungsdienst. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM/RIED - Viele Menschen im Ried kennen und schätzen ihn: Karl August Häusler. Jahrzehntelang stand er 24 Stunden am Tag zur Verfügung, um als Fahrer mit einem Mercedes-Kombi den Ärzten in Lampertheim die notärztliche Versorgung zu ermöglichen.

    Viele Jahre wurden Ärzte des Marienkrankenhauses von ihm tagsüber zu Rettungseinsätzen mitgenommen - dabei war die Tätigkeit von Karl August Häusler stets ehrenamtlich, auch eine Bezahlung des Krankenhauses durch die Kassen erfolgte nicht.

    200 bis 300 Einsätze im Monat kamen zusammen, und das alles ehrenamtlich. Die verlorenen gegangene Zeit während Einsätzen für sein Orthopädieschuhmachergeschäft, das später auf ein Sanitätshaus umgestellt wurde, musste später nachgearbeitet werden. Daran änderte sich auch nichts, als später sein Sohn Markus, der mittlerweile den Familienbetrieb übernommen hat, in die Fußstapfen von Karl August Häusler trat und bis heute für den Rettungsdienst tätig ist.

    Ehrung durch GALA

    Generationen von Ärzten sind mit ihm als Rettungsassistent mitgefahren und haben von seiner Erfahrung und damit auch der Ruhe am Einsatzort profitiert. GALA dankte Karl August Häusler am Mittwoch offiziell für jahrelanges ehrenamtliches Engagement für den Rettungsdienst und sein Lebenswerk: „Die Besonderheit im Notarztdienst stellt immer die Verlässlichkeit im Team dar, hier waren es Karl August Häusler und sein Sohn Markus. Eine solche Konsistenz der Mitarbeiter gibt es heute nicht mehr. Die Einsatzmittel im Fahrzeug waren immer auf dem neuesten Stand, immer gewartet. Die Bevölkerung ist heute noch dankbar für das, was Herr Häusler geleistet hat", so Dr. Matthias Früh. „Wir Ärzte von GALA bedanken uns bei Herrn Karl August Häusler für sein Lebenswerk für den Rettungsdienst im südlichen Ried."

    „Immer wieder kommen und kamen Menschen zu mir, um sich bei mir zu bedanken", freut sich Karl August Häusler über die Resonanz seitens der Patienten und über die Ehrung seitens der Lampertheimer Ärzte.

    Kuriose, aber auch traurige Erlebnisse 

    Sein schönstes - und mit Sicherheit auch kuriosestes Erlebnis - war der Einsatz bei einer Entbindung: Bei der werdenden Mutter angekommen passierte etwas schier Unglaubliches, denn das Kind fiel im Rahmen einer Sturzgeburt beim Toilettengang in eben diese. „Ich habe reingegriffen und es raus geholt, zum Glück ist alles gut gegangen und Mutter und Kind waren wohlauf", richtete Karl August Häusler mit einem Lächeln den Blick zurück.

    Doch neben vielen schönen Erlebnissen weiß er auch zahlreiche bewegende, unschöne Erlebnisse zu berichten. So musste er der Mutter eines vierjährigen Kindes die traurige Nachricht überbringen, dass nach einem Unfall ihr Mann nicht mehr wiederkommen würde - die Traurigkeit ob dieser Aufgabe steht Karl August Häusler noch heute ins Gesicht geschrieben, wenn er darüber berichtet.

    2014 endete Einsatz

    Traurig, wenn nicht gar schamhaft für den DRK-Kreisverband war auch der Abschied Häuslers vom Rettungsdienst. Neben Freude über den Dank seitens der Ärzte und der Bevölkerung keimt hier auch ein Hauch Bitternis und Enttäuschung in ihm auf.

    Ursache für sein Ende im Einsatz im Rettungsdienst war ein schwerer Verkehrsunfall nahe IKEA in Mannheim: „Wir waren als erster Rettungswagen vor Ort, ein Kind war schwer verletzt. Wir versorgten es und übergaben es an den zuständigen Rettungswagen aus Mannheim. Bei über 30 Grad Celsius weigerte sich der zuständige Arzt jedoch, loszufahren, bevor nicht alle Personalien aufgenommen waren. Gleichzeitig erreichte uns ein Notruf und wir fuhren dorthin, um Erste Hilfe zu leisten." Da die medizinische Versorgung abgeschlossen war und kein weiterer Versorgungsfall vor Ort vorlag, war dies ein wichtiger und sinnvoller Schritt, ging es doch an anderer Stelle um die Versorgung eines Patienten. Doch dies sah der junge Arzt, der sich offenbar profilieren wollte, nicht so und verklagte das Team des Rettungsfahrzeugs um Karl August Häusler auf unterlassene Hilfeleistung. Die Gerechtigkeit siegte und Karl August Häusler wurde freigesprochen.

    Nach diesem Freispruch fuhr Häusler noch vier bis sechs Wochen weiter. „Mitte 2014 wurde das Auto durch den DRK-Kreisverband zurückgefordert - das war es dann", berichtet er sichtlich enttäuscht. Besonders das Verhalten des DRK-Kreisverbandes stößt ihm dabei bitter auf: „In allen Briefen steht in der Fußzeile die Menschlichkeit als eine der positiven Eigenschaften des DRK. Von dieser habe ich aber nicht viel gesehen, es gab nicht einmal ein Dankeschön für meine Arbeit."

    „Danke, danke, danke"

    Dieses Ende seiner Tätigkeit im Rettungsdienst hat Karl August Häusler nicht verdient, handelte er doch bis zuletzt immer im Sinne und im Dienst an den Menschen im Ried. Dies sieht auch die GALA und sehen die Lampertheimer Ärzte so: „Danke, danke, danke für alles, was Sie für Lampertheim und das Ried getan haben, das war sensationell", schloss Dr. Andreas Förster im Rahmen einer kleinen Ehrung in den Räumen der GALA - und so kehrte auch das Lachen wieder in das Gesicht von Karl August Häusler zurück. Und die Gewissheit, zahlreichen Patienten bei kleinen und großen Einsätzen geholfen zu haben. Benjamin Kloos

     
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