SPD Bürstadt: Rekord beim politischen Aschermittwoch mit Heringessen
Messerscharfer Rückblick und gelassener Humor
Die Redner am politischen Aschermittwoch der SPD Bürstadt nahmen kein Blatt vor den Mund: MdL Norbert Schmitt, Fraktionsvorsitzender Franz Siegl und SPD-Vorsitzender Bürstadt Daniel Ludwig. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Nach Fastnacht hört der Spaß nicht einfach auf, es kommt nämlich der Aschermittwoch. Wenn er politisch wird, freuen sich die Zuhörer über krachende Verbalattacken, da ist Schluss mit seichtem Wortgeklingel, der politische Gegner bekommt sein Fett weg. Die SPD Bürstadt hatte sich für den politischen Aschermittwoch im voll besetzten Foyer der Sporthalle gut gerüstet, mit einer großen Portion Humor. Im Vordergrund, so kündigte der SPD-Vorsitzende Daniel Ludwig an, stand das gesellige Heringsessen. Eingeladen waren Mitglieder, die Bürger und Freunde der Partei, angemeldet hatten sich 75 Gäste – eine Rekordzahl. Ein dickes rotes Sparschwein, die „Spendenwutz“, stand bereit für die erwarteten Geldspenden, mit denen es dann nach dem Heringsessen gefüttert wurde. Denn Preislisten für die Heringe nach Hausfrauenart mit Pellkartoffeln und Getränke lagen nicht aus. Als kulinarische Alternative war Hausmacherwurst mit Brot und Gewürzgurken im Angebot. Helfer, unter ihnen die Bobstädter AWO-Vorsitzende Elisabeth Dornbusch, hatten das Büffet vorbereitet und die Kartoffeln gekocht. Unter den Gästen waren die Jusos Ried zum ersten Mal stark vertreten, die Landespolitik war mit dem Abgeordneten Norbert Schmitt vertreten. So heiter gestimmt wie die 75 Gäste war auch Vorsitzender Daniel Ludwig, der in seiner Begrüßungsansprache in Aschermittwochtradition ein paar Breitseiten Richtung CDU/FDP-Mehrheitskoalition in der Stadtverordnetenversammlung abfeuerte. „Die Koalition hat einen Knick bekommen“, meinte Ludwig. In Sachen Kulturbeirat habe sich die SPD hart positioniert und wolle am Thema dranbleiben. Selbst die Bürgermeisterin halte große Stücke von der Arbeit der SPD, meinte Ludwig. Auch in Zukunft wolle die SPD in Bürstadt eine erfolgreiche und bürgernahe Politik machen.
Franz Siegl ist sicher, auch im nächsten Jahr hat er wieder etwas zu dichten. Foto: Hannelore Nowacki
Landtagsabgeordneter Norbert Schmitt spießte nach dem Essen Themen aus der Landespolitik auf und lobte die Rentenpläne der SPD in Berlin. Hessen habe mit G8 und G9 einen Flickenteppich, die SPD habe eine klare Position gehabt und wäre generell zu G9 zurückgekehrt. Als Ausputzer sieht er die Grünen an der Seite von Volker Bouffier. „Vergilbtes Grün macht noch lange keinen Sommer“. Puttrich als Umweltministerin, sein „Leib- und Magenthema“, habe „haarsträubende, dilettantische Fehler gemacht“. In den Plänen des Landes Hessen für die Kommunen sieht Schmitt eine Befehlsstruktur kommen. „Das ist nicht meine Vorstellung von Selbstverwaltung“. Schmitt geht davon aus, dass es in der nächsten Faschingssession viel Stoff für Büttenreden gebe. Franz Siegl, SPD-Fraktionsvorsitzender in Bürstadt, fing als Cowboy mit dem verbalen Lasso das Leben als „60plus-Genosse“ ein und ließ dem Humor in gereimter Form zügellos freien Lauf. Mit rotem Cowboyhut auf dem Kopf galoppierte Siegl durch die Welt und Bürstadt, mit geschärftem Blick und gewetztem Messer ging es weiter zur Landespolitik und dann nach Berlin. Die Bürgermeisterwahl sei für die Katz, denn Bürstadt bleibe jetzt weiter schwarz, auch in Hessen bleibe es bescheiden. „Und nun zum Bund, dem grand malheuer“. „Jetzt wird regiert mit aller Macht, alternativlos wird alles beschlossen, von schwarz Demokraten und roten Genossen – die Demokratie steht dabei still, weil alles kommt wie’s ‚Mutti‘ will.“ Die Empfehlung des 60plus-Genossen für alle Lebenslagen: „Seid froh und munter, unverdrossen“. Auch in Bensheim und Rimbach fand der politische Aschermittwoch im SPD-Unterbezirk Bergstraße West statt, in Rimbach war die Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführerin Christine Lambrecht zu Gast. Hannelore Nowacki