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  • Di., 08. November 2022, 06:25 Uhr
    SPD BÜRSTADT: Mitgliederversammlung mit Kandidatenvorstellung zur Landtagswahl

    Michael Kosbau und Simone Reiners für die Direkt-Kandidatur bereit

    Bei der SPD-Mitgliederversammlung unter Leitung des Vorsitzenden German Dzsida stellte sich 29-jährige Simone Reiners (links) aus Heppenheim vor und warb beim SPD-Ortsverband Bürstadt um Unterstützung zur Nominierung als Direktkandidatin für die Landtagswahl. Für den weiteren Bewerber Michael Kosbau ist Saskia Wenz (Mitte) Ersatzkandidatin. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Im Herbst 2023 sind in Hessen Landtagswahlen. In den SPD-Ortsvereinen laufen die Vorbereitungen, auch in Bürstadt war die Landtagswahl bei der Mitgliederversammlung des Ortsverbandes am Mittwochabend im „Ratskeller“ mit der Kandidatenvorstellung das erste große Thema auf der Tagesordnung. Die 29-jährige Simone Reiners aus Heppenheim und der 28-jährige Michael Kosbau aus Viernheim sind bereit, sich als Direktkandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis 54 West aufstellen zu lassen. Zur Vorstellung waren beide eingeladen, doch war Kosbau erkrankt. Ersatzkandidatin und Stadtverordnete Saskia Wenz hatte er mit der Verlesung seiner Grußworte und seines Werdegangs beauftragt. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen begann Kosbau das Studium der Politikwissenschaft an der Universität Heidelberg, das er mit seiner Arbeit für die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Hartmann und als Barkeeper finanziert. Bald nach seinem Eintritt in die SPD 2014 engagierte er sich im Ortsverein, wurde vor zwei Jahren Teil der Doppelspitze im Vorsitz. Er möchte, dass Hessen wieder sozialdemokratisch regiert wird und sich wieder mehr zum Positiven wendet. Simone Reiners ist seit acht Jahren SPD-Mitglied, seit 2015 Stadtverordnete in Heppenheim „und ganz breit aufgestellt“, wie sie betonte. Auf allen Ebenen sei sie vertreten, will aber mehr bewirken und daher in die Landespolitik. Nach ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten sattelte sie ein Verwaltungsstudium auf. Zurzeit ist sie im Parlamentarischen Büro der Stadt Viernheim für die Gremienarbeit zuständig. Mit drei Schwerpunktthemen will sie im Wahlkampf überzeugen: Kommunale Finanzen, wo sie per „tabula rasa“ zur kommunalen Finanzhoheit in der Selbstverwaltung zurückkehren will. Für eine zeitgemäße duale Ausbildung und deren Wertschätzung setze sie sich ein und beim Thema Gleichstellung sieht sie Bedarf an neuen Gedanken für Frauen, die Angehörige pflegen und Kinder betreuen. Urlaub für Pflegende und eine Elternzeit für Selbständige stellt sie sich mit ihrem bevorzugten „Weitblick“ vor. Als mögliche Direkt-Wahlkreiskandidaten für den Wahlkreis 55 Bergstraße Ost wurde in Bensheim die 34-jährige Josefine Koebe gewählt. Als Bildungs- und Familienökonomin will sie ihre wissenschaftliche Expertise nach Wiesbaden tragen und für eine wesentliche Aufwertung der frühen Bildung sowie Umwelt- und Klimathemen kämpfen. Bei den jeweiligen Wahlkreiskonferenzen werden die Delegierten der Ortsvereine ihre Landtagskandidaten wählen – im Wahlkreis West am 7. Dezember in Lorsch, im Wahlkreis Ost am 9. Dezember in Bensheim-Auerbach. Als Delegierte für den SPD-Unterbezirk Kreis Bergstraße und die Wahlkreiskonferenz zur Landtagswahl wurden Luciana Catalani-Wilhelm, German Dzsida, Christoph Leipert, Boris Wenz und Saskia Wenz sowie die Ersatzkandidaten gewählt. Neu in den Vorstand als Schriftführer wurde Stephan Thomas mit 12 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gewählt. Boris Wenz und Ralf Hergesell wurden als Revisoren gewählt. In seinem Vorstandsbericht lenkte German Dzsida, Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Bürstadt, die Aufmerksamkeit zunächst auf die aktuelle wirtschaftliche Lage einschließlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie, sprach über den russischen Angriff auf die Ukraine und die Abhängigkeiten bei Gas und Strom sowie über den allenthalben beklagten Personalmangel. Die Veranstaltungen in Bürstadt wie die Kundgebung zur Ukraine im März und das Sommerfest seien gut besucht gewesen. Dzsida teilte mit, dass von den 77 Mitgliedern 57 männlich, 20 weiblich seien, seit zehn Jahren in etwa konstante Zahlen. Drei Eintritte und zwei Abgänge habe es gegeben. Fraktionsvorsitzender Lothar Ohl nahm in seinem Bericht zunächst Kurs auf den Ukrainekrieg, nannte Putin einen Aggressor und Kriegsverbrecher. Die Bundesregierung unterstütze er. Den CDU-Vorsitzenden Merz ordnete er als „Rohrkrepierer“ ein, „vom Hoffnungsträger zur Lachnummer“ mutiert. Ausführlich ging Ohl auf die Bürstädter Lokalpolitik ein. Trotz Kostensteigerungen beim Bildungs- und Sportcampus werde die SPD an den Plänen festhalten, Einsparungen seien wegen der vielen Förderungen nicht möglich. Kritisch sieht Ohl, dass entgegen aller Parteiprogramme wieder das Freizeitkickergelände für den Bau einer Obdachlosenunterkunft ins Gespräch komme. In der anschließenden lebhaften Diskussion waren sich Ohl und Hans-Georg Gött einig, dass die Photovoltaik und Dachbegrünung aktiver angegangen werden müsse. Nach Kassenbericht und Bericht der Revisoren wurde der Vorstand entlastet. Hannelore Nowacki

     

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