„Antwort auf Lampedusa" / Gäste aus Ghana berichten am 13. November in Lampertheim
Mikrokredite als Schlüssel für die Zukunft
Ein Musterbeispiel für den Erfolg von Mikrokrediten ist Celina Yelpoe aus Ghana: Sie hat sich mittlerweile eine erfolgreiche kleine Hühnerfarm aufgebaut und wird am Mittwoch in Lampertheim darüber berichten. Foto: oh
LAMPERTHEIM - Seit Jahrzehnten flüchten Menschen vor Armut, gerade in der jüngsten Zeit haben sich die Schreckensmeldungen von gekenterten Flüchtlingsbooten vor Lampedusa wieder vermehrt. Wie Abhilfe geschaffen werden kann, dazu berichten am Mittwoch, 13. November, um 19.30 Uhr Gäste aus Ghana in den Räumen der Volksbank in der Kaiserstraße 22.
Denn seit mittlerweile 28 Jahren ist die Stiftung „Opportunity International" bemüht, mit Hilfe von Mikrokrediten in Ländern der Dritten Welt die Lebenssituation gerade für ärmere Menschen vor Ort zu verbessern. Unter dem Schlagwort „Hilfe zur Selbsthilfe" wird dort, wo es nötig ist, Kleingewerbeförderung als Armutsbekämpfung betrieben.
„Es ist für mich DIE Antwort auf Lampedusa", betonte Fritz-Ludwig Schmidt, der seit Jahren Mitglied des Stiftungsrates von Opportunity International ist und diese Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Opportunity International und der Volksbank Darmstadt-Südhessen nach Lampertheim geholt hat. „Denn nichts ist schlimmer, als wenn Menschen hungern, in einer Welt, die genug an Lebensmitteln produzieren kann. Dennoch müssen Männer, Frauen und Kinder aus Afrika fliehen, weil sie keine Lebensperspektive haben. Nur, um dann wegen illegaler Machenschaften von Dealern im Mittelmeer zu ertrinken. Deshalb ist dieses Projekt Arbeit statt Flucht wichtig, es ist tief gehend und bietet dank Nächstenliebe Hilfe zur Selbsthilfe", so Schmidt weiter.
Im Schnitt beträgt die Kreditsumme 150 Euro, die zu landesüblichen Zinsen zur Verfügung gestellt wird - sei es zur Anschaffung eines Marktstandes, einer Nähmaschine oder zur Einrichtung einer kleinen Hühnerzucht. Genau für letzteres hat sich Celina Yelpoe aus Ghana entschieden, die am 13. November in der Spargelstadt zu Gast sein wird. Die 39-jährige Mutter dreier Kinder betreibt mittlerweile eine Hühnerfarm mit 900 Hühnern, so dass sie nicht nur ihre eigene Familie ernähren kann, sondern auch Angestellte für die Farm beschäftigen kann.
”Celina ist in doppelter Hinsicht ein gutes Beispiel. Denn erstens ist sie mit dem Kredit erfolgreich gewesen und zweitens ist sie eine Frau. Wie 75 Prozent aller Kreditnehmer in Ghana. Dabei ist die Rückzahlquote aller Kredite mit 95 Prozent extrem hoch - dies zeigt, dass das System der Mikrokredite fruchtet. Sogar so sehr, dass viele Kreditnehmer nach der Rückzahlung weiter Geld einzahlen wollen", freut sich Fritz-Ludwig Schmidt. Ermöglicht werden die Kredite durch Spenden, die gerne gesehen sind. Denn mit wenig Aufwand lässt sich durch die Mikrokredite dauerhaft etwas erreichen.
Ebenfalls zu Gast sein wird Moses Lambon. Der 36-jährige ist der zuständige Kreditbetreuer von Celina und steht wie diese neben dem Vortrag auch für Fragen zur Verfügung. Die Berichte werden in englischer Sprache erfolgen, werden aber ins Deutsche übersetzt. Gleichzeitig mit dem Vortrag wird eine dokumentarische Ausstellung zu diesem Thema in der Volksbank eröffnet, die noch bis zum 22. November zu sehen sein wird. Der Eintritt für diese Veranstaltung und für die Ausstellung ist frei. Benjamin Kloos