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Do., 13. Oktober 2022, 13:00 Uhr
BAUGENOSSENSCHAFT LAMPERTHEIM: Mitgliederversammlung wählte Thomas Klauer als ehrenamtlichen Nachfolger von Fritz Götz
Mit 780 Wohnungen und günstigen Mieten weiter auf Erfolgskurs
Gruppenbild mit Vorstand und Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Lampertheim (von links): Fritz Götz (ausgeschieden), Erich Schollmeier, Wolfgang Klee, Martina Sotornik, Walter Konrad, Helmut Gärtner, Peter Medert, Katharina Rohde und der neu gewählte Thomas Klauer. Heinz Staab und Jens Klingler nicht anwesend. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Mitgliederversammlung der Baugenossenschaft Lampertheim (BGLA) konnte ohne jegliche Corona-Beschränkungen in Präsenz stattfinden, von den Mitgliedern gerne angenommen, wie der volle Saal im Gasthaus „Zur Krone“ am Dienstagabend zeigte. Da Fritz Götz sein Amt als ehrenamtliches Mitglied des Vorstandes nach 28 Jahren zur Verfügung stellte, kam das Personalkarussell in Schwung. Jens Klingler, bisher stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, nimmt den Platz von Götz im Vorstand ein. Für den Aufsichtsrat sah die Tagesordnung die Wahl eines Nachfolgers vor. Auf Vorschlag des Aufsichtsrats wählten die Mitglieder einstimmig den 47-jährigen Thomas Klauer. An der Hochschule Mainz ist er Professor für Angewandte Informatik. Die Aufsichtsratsmitglieder Heinz Staab und Peter Medert wurden einstimmig für eine satzungsgemäße weitere Amtszeit von drei Jahren wiedergewählt. Das Geschäftsjahr 2021 brachte für die BGLA und ihre Mitglieder viele positive Entwicklungen, über die Vorstand Wolfgang Klee berichtete. Allerdings sei auch die BGLA seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mit den Auswirkungen täglich konfrontiert. Für viele Haushalte sei das Gas nicht mehr finanzierbar, mit der Folge, dass Betroffene Wohngeld beantragen müssten. Für das Ausmaß von Kostensteigerungen für Gas nannte Klee beispielhaft einen von 990 auf 2.530 Euro gestiegenen Jahresbetrag. Da zum Ende dieses Jahres Lieferverträge der BGLA auslaufen, sieht Klee ab 1. Januar 2023 Kostensteigerungen auf die Genossenschaft zukommen. Trotz nicht günstiger gesamtwirtschaftlicher Lage im Geschäftsjahr 2021 habe die BGLA drei Bauvorhaben mit insgesamt 34 Wohnungen erfolgreich und planmäßig abgeschlossen.
Umwelt und Wohnqualität
Stets am Puls der Zeit, gibt es Innovationen wie Balkonkraftwerke mit einer Leistung von 650 Watt, die direkt in das Stromnetz der Wohnung eingespeist werden. Dazu gehört auch die bauliche Nachverdichtung, Klee wies auf das erste Projekt in der Adlerstraße 2a mit 15 öffentlich geförderten Wohnungen hin. Instandhaltung und Modernisierung sind neben den Neubautätigkeiten weitere Schwerpunkte. Ein Mobilitätskonzept mit E-Lastenrädern und E-Fahrzeugen zum Ausleihen sowie E-Ladestationen an einigen Standorten setzt neue Maßstäbe. Ein umweltfreundliches Müll-Unterflursystem wie in der Adlerstraße 2a soll auch im Weinheimer Weg installiert werden. In den Außenflächen werde auf bienen- und insektengerechte Biodiversität mit blühender Vielfalt geachtet. Mit dem ersten öffentlichen Trinkwasserbrunnen in der Daimlerstraße 10 hat die Baugenossenschaft unter dem Motto „Wir sorgen für Erfrischung“ für heiße Zeiten ein erstes Zeichen gesetzt, weitere Trinkbrunnen sollen folgen. 2021 hatte die BGLA 780 Wohnungen und 1.143. Mitglieder, ein Zuwachs von 11 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr. Bei der Bestandsaufnahme seien 97 Wohnungen als renovierungsbedürftig eingestuft worden – mit 2,9 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren sollen sie voll renoviert werden. Anstatt eines Neubaus hat sich der Vorstand für den Umbau des 1995 bezogenen BGLA-Bürogebäudes in der Wilhelmstraße 64 entschieden, um für die angewachsene Belegschaft zeitgemäße Arbeitsplätze und einen barrierefreien Zugang zu den Geschäftsräumen zu schaffen. Voraussichtlich im Juni 2023 sollen die Räume nach einem Jahr Umbauzeit bezugsfertig sein, bis dahin haben die Mitarbeiter ehemalige Räumlichkeiten der Sparkasse in der Kaiserstraße 34 bezogen. Das 75-jährige Jubiläum der Baugenossenschaft wurde wegen der Corona-Pandemie mit verschiedenen Projekten gefeiert wie mit Graffiti-Kunst in der Adlerstraße und dem Gemeinschaftsprojekt „Urban Gardening“ in der Draisstraße. Mieter können hier praktisch vor der Haustüre in Hochbeeten seit April pflanzen und ernten, weitere Standorte sollen folgen. „Unser Fokus liegt immer darauf, unseren Mitgliedern bezahlbaren Wohnraum unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten zur Verfügung zu stellen“, fasste Klee zusammen. Vorstandsmitglied Martina Sotornik erläuterte das umfangreiche Zahlenwerk des Geschäftsberichts. Für das Jahr 2021 ergibt sich ein Bilanzgewinn von genau 76.697,81 Euro, die in der anschließenden Abstimmung auf Vorschlag des Vorstands fast vollständig auf die Dividende von 2,5 Prozent verteilt wurden, wobei der Vortrag auf neue Rechnung 2.334,49 Euro beträgt. Mit 10.255.557,81 Euro beträgt der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtvermögen rund 22,4 Prozent. Mieterhöhungen habe es erstmalig seit 10 Jahren gegeben, betonte Sotornik. Mit durchschnittlich 5,58 Euro/Quadratmeter Wohnfläche liege die BGLA jedoch weit unter der ortsüblichen Miete. Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet. Aufsichtsratsvorsitzender Walter Konrad, der die Mitgliederversammlung zügig innerhalb einer Stunde durchführte, schloss seinen Bericht mit der Feststellung: „Die Baugenossenschaft Lampertheim eG hat auch im Jahr 2021 ihre erfolgreiche Entwicklung in einem schwierigen Umfeld fortgesetzt und ein gutes Ergebnis erzielt“. Vorstand und Mitarbeitern dankte er für ihren tatkräftigen Beitrag, den Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen. Bevor das Essen serviert wurde, meldete sich ein Mitglied mit großem Lob zu Wort, mit herzlichem Dank für die gute Arbeit und den wunderbaren Wohnraum, der zur Verfügung gestellt werde. Hannelore Nowacki