Jubiläum: 45 Jahre Seniorennachmittag der Martin-Luther-Gemeinde gefeiert
Mit Andacht und Feuerwerk der guten Laune
Andächtig hörten die Jubiläumsgäste Pfarrer Roland Schein zu, der vor fünf Wochen seinen Dienst in der Martin-Luther-Gemeinde antrat. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Früher war vieles anders, aber war es auch besser? Alles verändert sich, auch die Gemeinde. Sollte nicht alles bleiben wie es ist? Diesen und anderen interessanten Fragen ging Pfarrer Roland Schein in der kleinen Andacht kurzweilig auf den Grund. Dabei schöpft der sechzigjährige Seelsorger aus einem reichen Erfahrungsschatz, denn schon vor genau 34 Jahren begrüßte er bei seiner ersten Pfarrstelle Senioren zum Seniorennachmittag. Und er erinnerte seine aufmerksam lauschende Zuhörerinnen und Zuhörer daran, dass auch sie vor 45 Jahren noch keine Senioren waren. Und was ändert sich nicht? Pfarrer Schein verwies auf den Jakobus-Brief und Gott: „Aber der, aus dessen Hand unser Leben kommt, der bleibt sich gleich“.
Vieles hat sich in der Martin-Luther-Gemeinde geändert, seit vor 45 Jahren zum ersten Mal ein Altenbibelkreis stattfand, aus dem im Laufe der Jahre der Altennachmittag und später der Seniorennachmittag wurden. Helmut Schollmeier, Mitglied im Kirchenvorstand und im fleißigen ehrenamtlichen Helferteam, begrüßte die etwa hundert Jubiläumsgäste zu vergnüglichen Stunden, darunter auch besondere Gäste wie Vertreter des Kanuclubs und die Leiterin der Flötengruppe Heike Harres, die regelmäßig für den Seniorennachmittag aktiv sind. Auch Pauline Ziegler, drei Jahrzehnte Leiterin des Helferteams, war gekommen. Der Saal im Martin-Luther-Haus war erfüllt von angeregten Gesprächen, ein fröhlicher Stimmenflor, der schon draußen vernehmlich war. Dazu schien die Sonne vom blauen Himmel und wärmte den Spätsommertag. Zu Beginn der Jubiläumsfeier waren die Gäste zu einem sehr gelobten Mittagessen mit Rippchen, Sauerkraut und Kartoffelsalat eingeladen, ein Unterhaltungsprogramm mit viel Witz und Esprit folgte, dazwischen wurden reichlich bestückte Kuchenplatten aufgetragen und Kaffee serviert. Schon am Morgen hatte das Helferteam die Tische gedeckt und mit Blumengestecken dekoriert.
Vier Geburtstagskinder der letzten vierzehn Tage erhielten mit den Glückwünschen ein kleines Präsent. Hannelore Schollmeier trat als gepflegte Hausfrau mit roter Geschenkschleife im Haar ans Mikrofon. Was sie in ihrem heiteren Vortrag mundartlich zu sagen hatte, reizte unweigerlich zum Lachen. Die Nägel hatte sie zu „lagge“, überhaupt hatte sie „bei lauder Ärbet kei Zeit ghatte“. Jeden Wochentag gab es eine Menge zu tun. „Do froog ich mich, was koch ich heit“. Die beste Idee für jeden Tag: „Denne mach ich a Dippe voll Abgewellde“. Mit der Geschichte über sein „Lottoglück“ erreichte Helmut Schollmeier ebenfalls sein Ziel – das Publikum hatte viel zu lachen und er bekam wie seine Frau eine Riesenportion Applaus. Die Pointe der Geschichte könnte für die meisten Lottospieler tröstlich sein. Dreißig Lose der Tombola waren keine Nieten, jedes dritte Los ein Gewinn und ein Knaller in einem Feuerwerk witziger Einfälle, die Liane und Wolfgang Köpp präsentierten. Der Gewinn „Traum in Weiß“ war eine Mehlpackung.
Pfarrer Schein erhielt eine „Jagdausrüstung“, eine rote Fliegenklatsche. Auch eine „Schlossbesichtigung“ war geboten. Ein Sketch rundete das Unterhaltungsprogramm ab. Wie alle Lieder begleitete Brigitte Breier auch das Schlusslied am Klavier - „Ein schöner Tag ward uns beschert“. Überall genießen die Leute das Zusammensein in der Gemeinde, meinte Pfarrer Schein im Gespräch, in Lampertheim, nach fünf Wochen Erfahrung vor Ort, sieht er sogar „eine mehr offensive Lebensfreude“.