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  • Fr., 23. Dezember 2022, 10:07 Uhr
    JUGENDBEIRAT: Aktion wirbt mit Plakaten an bunten Fahrrädern / Zwei neue Standorte eingerichtet

    Mit dem „Heimwegtelefon“ ist man nachts nicht allein unterwegs 

    Die Idee der Heimwegtelefon-Räder des Jugendbeirates kommt gut an – nun wurden zwei neue Standorte eingerichtet. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Wie wichtig und sinnvoll der Jugendbeirat für die Stadt Lampertheim ist, zeigt sich an vielen Punkten der Stadt – besonders hervorzuheben ist dabei das „Heimwegtelefon“. Diese Aktion wurde auf die Initiative der Jugendvertretung in Lampertheim im Rahmen von KOMPASS zur Minderung von Angsträumen ins Leben gerufen. Heimwegtelefon ist ein Verein, der deutschlandweit bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich dazu beiträgt, das viele Menschen in der Dunkelheit ein Gefühl der Sicherheit vermittelt bekommen. Unter der Telefonnummer 030/12074182 kann man sonntags bis donnerstags von 20 bis 0 Uhr sowie freitags und samstags von 20 bis 3 Uhr – in der Winterzeit jeweils bereits ab 18 Uhr – zum ortsüblichen Tarif anrufen und wird telefonisch bis nach Hause begleitet. Während eines netten Gesprächs wie mit einem guten Freund gibt man zwischendurch immer wieder seinen aktuellen Standort durch, so dass man keine Angst haben muss. Das Angebot des Heimwegtelefons richtet sich dabei nicht nur an Jugendliche, sondern an alle Menschen, die auf dem Heimweg das Gefühl der Sicherheit in Anspruch nehmen möchten. 

    „Im Mai 2021 wurde die Aktion gegen Angsträume durch den damaligen Jugendbeirat initiiert. Die Resonanz seitens der Bevölkerung ist sehr positiv. Es geht auch keinesfalls darum, unnötige Angst zu schüren oder vor allem Frauen den Eindruck zu vermitteln, dass sie nachts auf dem Nachhauseweg Angst haben müssten – im Gegenteil: Jeder kann einfach anrufen, wenn er das Bedürfnis hat, auf dem Heimweg mit jemandem zu sprechen und so das Gefühl von Sicherheit vermittelt zu bekommen. Der neu gewählte Jugendbeirat kam auf uns zu, ob noch mehr Räder – übrigens alles Schrotträder, die von der Verwaltung eingesammelt wurden – mit dem Hinweis auf das Heimwegtelefon gestellt werden könnten. Am Präventionstag wurden diese durch Mitglieder des Beirates besprüht”, erläuterte Katja Sen von der zuständigen Ordnungsbehörde.  

    Jetzt gibt es zwei neue Standorte: Neben den bisherigen Heimwegtelefon-Rädern am Bahnhof in Lampertheim, am Bahnhof in Hofheim, im Pfeiffertälchen, im Stadtpark sowie auf dem Radweg zwischen Bahnhof und Fachmarktzentrum sind nun die Standorte am Damm auf der Höhe des Lessing-Gymnasiums und am Fußgängerüberweg an der B44 hinzugekommen. Alle Heimwegtelefon-Räder wurden an einer Laterne angebracht, damit sie auch gut zu lesen sind. Die Räder sind ein auffallender Blickfang aber leider ist auch diese sinnvolle Aktion nicht vor Vandalismus sicher – so mussten die Räder am Bahnhof in Lampertheim sowie im Pfeiffertälchen bereits ausgetauscht werden. 

    Dennoch ist der Jugendbeirat auch weiterhin von der Wichtigkeit des Heimwegtelefons überzeugt: Die Vorsitzende des Jugendbeirates, Leonie Krämer, erläuterte, dass die Räder bewusst auffällig gestaltet worden seien – schließlich sollen sie Aufmerksamkeit erregen und deutlich sichtbar auf das Heimwegtelefon hinweisen. „Wir hoffen, dass wir durch diese Aktion dazu beitragen können, Angsträumen in Lampertheim den Schrecken zu nehmen und für viele den Heimweg angenehmer gestalten zu können. Das Heimwegtelefon stellt eine gute Möglichkeit dafür dar, auch mit kleinen Aktionen viel erreichen zu können. Uns war es wichtig, selbst mit anzupacken und es hat großen Spaß gemacht, die Schrotträder in Kunstobjekte zu verwandeln”, so die engagierten Mitglieder des Jugendbeirats. Benjamin Kloos

     

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