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Di., 25. Mai 2021, 07:49 Uhr
Jugendbeirat: Aktion „Heimwegtelefon“ wirbt mit Plakaten an bunten Fahrrädern
Mit dem „Heimwegtelefon“ nachts nicht allein unterwegs
Mit der Idee zur Aktion „Heimwegtelefon-Räder“ kam der Jugendbeirat bei der Stadtverwaltung und der Polizei gut an und hofft, vielen Menschen damit zu helfen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Das Fahrrad am Laternenpfahl vor dem Bahnhof ist schön bunt, aber es fährt nicht mehr. Seine neue Hauptaufgabe ist, als Blickfang auf die beiden Plakate für das „Heimwegtelefon“ aufmerksam zu machen – eine Aktion des Jugendbeirats der Stadt Lampertheim im Rahmen von KOMPASS zur Minderung von Angsträumen. In Lampertheim gibt es solche Orte, die Unbehagen oder Angst verursachen, das hat die Bürgerbefragung gezeigt und den Jugendbeirat auf die Idee zur Aktion „Heimwegtelefon“ gebracht. Schrottreife Fundfahrräder wurden eingesammelt und mit bunten Farben in Kunstobjekte verwandelt sowie Plakate mit der Telefonnummer des Heimwegtelefons entworfen.
Der Verein Heimwegtelefon e.V. begleitet deutschlandweit seit vielen Jahren Menschen telefonisch bis nach Hause. Während des Gesprächs gibt man zwischendurch immer wieder seinen aktuellen Standort durch. Unter der Telefonnummer 030 12074182 kann man zum Ortstarif sonntags bis donnerstags von 20 bis 24 Uhr sowie freitags und samstags von 20 bis 3 Uhr anrufen (in der Winterzeit ab 18 Uhr). Beim Pressetermin am Bahnhof mit dem Leiter der Ordnungsbehörde Uwe Becher, Polizeikommissarin (POK) Christina Wegerle von der Polizeistation Lampertheim und dem Ersten Stadtrat Marius Schmidt mit sechs Mitgliedern des zwölfköpfigen Jugendbeirats betonte der Vorsitzende des Jugendbeirats, Arne Jaedke, dass jeder beim Heimwegtelefon anrufen könne, nicht nur Jugendliche. Gefreut habe sich der Jugendbeirat, dass seine Initiative bei den Behörden auf Gehör gestoßen sei. Ein „kleines“ Projekt, das viel bewirken könne, folgerte Arne Jaedke zu diesem gar nicht so kleinen Anliegen. „Wir hoffen, dass wir durch diese Aktion dazu beitragen können, Angsträume in Lampertheim den Schrecken zu nehmen und für viele den Heimweg angenehmer gestalten zu können“.
Die künstlerische Bearbeitung der schrottreifen Fundräder im Rahmen von KOMPASS im Auftrag der Stadt Lampertheim begleitete Tobias Kilian bei einem Workshop mit dem Jugendbeirat in der Zehntscheune, berichtete Ordnungsbehördenleiter Becher. „Eine tolle Idee“ nannte Erster Stadtrat Schmidt die Aktion des Jugendbeirats für diesesGenerationen übergreifende Angebot des Heimwegtelefons. Man wirke nach außen nicht so allein, wenn man ein Telefon am Ohr hat, meinte Schmidt. Aus Polizeisicht erläuterte POK Wegerle, wann die Polizei gefragt sei: Das Heimwegtelefon ruft man, wenn man sich in einer Situation unwohl fühlt, bei der Polizei wird angerufen, „wenn konkret etwas vorliegt“. Die Standorte der Heimwegtelefon-Fahrräder sind am Bahnhof Lampertheim und Hofheim, am Pfeiffertälchen, auf dem Radweg zwischen Bahnhof und Fachmarktzentrum und am Stadtpark. Hannelore Nowacki