50 Jahre Seniorennachmittag der Martin-Luther-Gemeinde gefeiert
Mit dem Herzen dabei
Sich bei Tisch angeregt zu unterhalten gehörte auch bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Seniorennachmittags der Martin-Luther-Gemeinde dazu. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – 50 Jahre Seniorennachmittag – dieses Jubiläum feierten Senioren der Martin-Luther-Gemeinde und der Lukasgemeinde gemeinsam mit weiteren Gästen am Mittwoch mit einem Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche, den Pfarrer Ralf Kröger hielt, danach wechselten die Senioren in den Gemeindesaal im Martin-Luther-Haus zum vergnüglichen Seniorennachmittag. Helmut Schollmeier vom Kirchenvorstand begrüßte die Gottesdienstbesucher und teilte mit, dass Pfarrer Roland Schein, der den Gottesdienst maßgeblich gestaltet habe, erkrankt sei. Pianistin Brigitte Breier begleitete die Lieder am Klavier, das erste war „Nun jauchzet dem Herren, alle Welt“. Bei den Seniorennachmittagen ist sie für den musikalischen Schwung zuständig. Von Fröhlichkeit sprach Pfarrer Kröger im Sinne des Heiligen Geistes und gefolgt von einem Bibelzitat des Propheten Habakuk, der sagte „der Herr ist meine Kraft“, vorgetragen von Hannelore Schollmeier. 50 Jahre Seniorennachmittag – ist das eine lange oder kurze Zeit? Pfarrer Kröger ging dieser Frage gedanklich nach und nannte mehrere bedeutende oder bemerkenswerte Ereignisse aus dem Jahr 1968. „Manches steht mir noch heute vor Augen“, gestand Pfarrer Kröger, „manches ist in Vergessenheit geraten“. „Danke“ sagte er allen, die diese 50 Jahre gestaltet haben und den Besuchern der Seniorennachmittage. Keineswegs sei der Seniorennachmittag nun alt, quicklebendiges Leben bescheinigte Pfarrer Kröger dem vierzehntägig stattfindenden Ereignis und berichtete von den üblichen Abläufen. Schon am jeweiligen Vortag beginnen die Vorbereitungen des ehrenamtlichen Helferteams. Die Tische werden eingedeckt und Unmengen von Kuchen werden angeliefert, die später reichlich portioniert aufgetragen werden. Senioren rollen mit ihren Rollatoren an, Auto fahren wie an einer Perlenschnur vor. Die Kaffeemaschine läuft auf Hochtouren und das Helferteam läuft zur Höchstform auf. Jeder hat seinen Platz. Hauptsache man ist noch am Leben und kann miteinander reden, beschreibt Pfarrer Kröger die Stimmung der Senioren. Und am Ende heiße es „schön war es“. Allerdings muss das Team dann noch aufräumen, bis auch die Helfer gemütlich beisammen sitzen und in Ruhe etwas essen können. „Da steckt Arbeit drin, da sind die Herzen bei der Sache – alle zusammen schaffen etwas, was wir alle brauchen“. Passend zu dieser Aussage folgte das Lied „Alles ist an Gottes Segen gelegen“. Wolfgang Köpp vom Kirchenvorstand bekräftigte das Gesagte: „Seit 50 Jahren gibt es Menschen, die Freude haben, Ihnen eine gute Zeit zu schenken“. Als letztes Lied folgte „Nun danket alle Gott“, nachdem Pfarrer Kröger den Segen erteilt hatte. Bald darauf füllte sich der Gemeindesaal und eine fleißige Helferschar schöpfte das Essen auf die Teller, Schweinebraten mit Soße und Kartoffelsalat, und servierte am Tisch. Mit einem Glas Sekt oder Orangensaft konnten alle mit Helmut Schollmeier auf das Jubiläum anstoßen, der sein Glas am Rednerpult erhob. Ein lustiger Sketch statt Vortrag war zum Jubiläum geboten. Als Bedienung hatte es Hannelore Schollmeier mit ihren mäkelnden Gästen (von links: Wolfgang und Liane Köpp, Helmut Schollmeier mit Kaffeetasse) nicht leicht, die auf Diät und außerdem sparsam waren. Foto: Hannelore Nowacki
Auch das Tischgebet hatte er gesprochen. Mehrere Grußworte folgten: Erika Krämer-Tomczak, Gemeindemitglied und geübte Mundartsprecherin, sprach Lobesworte auf das Team in Lampertheimer Platt und gedachte Paula Ziegler, die sich über eine lange Zeit um die Seniorennachmittage gekümmert habe. Hans Gierlich, Küster der Lukasgemeinde, überbrachte im Namen des Clubs des Goldenen Alters ein Weinpräsent für das Helferteam – den Lukastropfen: „Das Beste, was es gibt“. Ihm mache es Freude zu sehen, wenn die alten Leute glücklich nach Hause gehen. Bürgermeister Gottfried Störmer nannte die 50 Jahre Seniorennachmittag „eine stolze Zahl“. Als kleiner Knirps habe er schon auf dieser Bühne gestanden, damals beim Flötenkurs. Für das Geschenk erhielt er Applaus: „Die Stadt spendet Kuchen für heute Nachmittag“, teilte er mit. Für die Gäste der AWO aus Bürstadt und dem ganzen Ried meldete sich die Leiterin der Sozialbetreuung Marion Dorn zu Wort, die öfter und auch zum Jubiläum mit einer etwa zwanzigköpfigen Gruppe kommt: „Die Leute sind glücklich, dass sie hier sein dürfen“. Nicht ein langer Vortrag zum Jubiläum sollte die Gäste ermüden, Helmut und Hannelore Schollmeier zeigten mit Wolfgang und Liane Köpp einen Sketch über einen Cafébesuch, der im Saal für Heiterkeit sorgte und hier und da die Geschichte des Seniorennachmittags aufgriff. Angefangen hatte es mit dem Altenbibelkreis, der dann in Altennachmittag umbenannt wurde. Schollmeiers Oma war auch dabei und er als kleiner Bub habe er einiges mitbekommen, berichtete Schollmeier. Wer es noch nicht wusste, erfuhr jetzt, dass bei Kaffee und Kuchen schon immer gerne „geschnaggelt“ wurde. Zur Jubiläumsfeier wurden später noch die Tanzmäuse der Kita Falterweg erwartet. Hannelore Nowacki