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  • Mi., 09. Oktober 2013, 23:40 Uhr
    Bürgermeisterin Barbara Schader spricht nach 100 Tagen im Amt über ihre Bilanz / Baustellen und Fortschritte

    Mit den Menschen gemeinsam die Zukunft gestalten

    Bürgermeisterin Barbara Schader definierte im Pressegespräch voller Elan ihre aktuellen Ziele und stellte die begonnenen Baustellen vor – eine Bilanz der ersten 100 Tage mit vielen persönlichen Einblicken. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Der Bürgerhauspark präsentierte sich am Dienstagmittag in schönster Frühherbststimmung mit Sonnenschein und auch Bürgermeisterin Barbara Schader zeigte sich in bester Laune. Das Rathaus, inmitten des Parks gelegen, bietet von außen betrachtet das seit vielen Jahren vertraute Bild, gepflegt und mit sonnengelben Jalousien an den Fenstern. „Jeden Morgen laufe ich voller Freude durch den Park in das Rathaus – für die Bürger, jeden Morgen bin ich gespannt was kommt“, sagte Bürgermeisterin Barbara Schader zu Beginn des Pressegesprächs am Dienstagmittag vor den Rathausstufen, breitete die Arme aus und wies auf die einladende Parklandschaft hin. 100 Tage ist sie nun im Amt, am 1. Juli überreichte ihr Amtsvorgänger Alfons Haag die Schlüssel zum Rathaus und zum Dienstwagen. Die Bürgermeisterin legte nun eine erste Bilanz ihres Wirkens vor.

    Schon im ehemals düster wirkenden Foyer wird sichtbar – auch äußerlich tut sich einiges. Freundlich hell soll es hier werden. Die Maler haben noch zu tun und auch die neue Beleuchtung fehlt noch. Die neue Eingangsgestaltung ist eine der Baustellen, die Schader aufgemacht hat, deren Abschluss aber schon absehbar ist. Beschwingt nimmt Schader die Treppen in den ersten Stock. In welche Richtung die Veränderungen in der Verwaltung gehen, erklärte Schader in ihrem Dienstzimmer. Das Schaubild aus Notizzetteln an der weißen Wandtafel deutet auf ein riesiges Arbeitsprogramm hin. Drei Arbeitsgruppen mit fast vierzig Verwaltungsmitarbeitern wurden gebildet. Externe Berater gibt es nicht. Einen weißen Bauhelm, ein Geschenk zum Amtsantritt, nimmt die Bürgermeisterin in die Hand – als Symbol für die geplanten Veränderungen. Im Dienstzimmer vereinen sich das Alte und das Neue, das dunkle Holz der Einbauschränke muss sich mit dem modernen hellen Schreibtisch und Besprechungstisch vertragen. Frühlingsgrüne Akzente in Dekoration und Wandgestaltung  betonen eine freundliche Frische, das Gemälde hinter dem Schreibtisch zeigt eine künstlerische Ansicht von Bürstadt.

    „Ich verbringe hier schließlich viele Stunden am Tag“, sagte Schader erklärend. Vor Energie sprühend sagt sie: „Ich bin froh in Bürstadt Bürgermeisterin zu sein, eine liebevolle Kleinstadt mit Herz – mit Menschen, die offen sind“. Schader gibt Einblick in ihr unerschöpflich wirkendes Kraftzentrum: „Ich erlaube mir noch nicht das Luftholen, das spielt sich noch ein“, versichert  sie. Balance will sie halten und auch Pausen setzen. Die Aufgaben, die sich Schader vorgenommen hat, sehen nach vollem Einsatz aus. Aber, so findet die Bürgermeisterin, „es ist gut, wenn manches reift und nicht alles auf einmal fertig werden soll – man kann nicht zaubern, man kann nicht alles verändern“. Einen Grundsatz setzt sie jedoch sofort um: „Wenn meine Tür offen ist, bin ich gesprächsbereit, das ist mir ganz wichtig“. Hat sie sich durch das Amt verändert? Nein, Schader ist sich sicher, so zu sein „wie die Menschen mich immer erlebt haben“. Auch draußen sei sie für die Bürger ansprechbar, zweimal schon sei sie auf dem Wochenmarkt gewesen. Eine Baustelle sei, mit jedem ihrer Mitarbeiter, mit jedem Einzelnen zu sprechen. Wichtig sei „sich Zeit nehmen, mit Ruhe, gemeinsam die Zukunft zu gestalten und die Anregungen der Mitarbeiter ernst zu nehmen“.

    Hannelore Nowacki

    Baustellen für eine moderne Verwaltung
    Die Arbeitsgruppe „virtuelles Rathaus“ erarbeitet eine übersichtliche Internetpräsenz für ein offenes Rathaus als Ansprechpartner für den Bürger. Für Anregungen und Beschwerden wird es ein Online-Formular geben. Eine Arbeitsgruppe mit dreizehn Teilnehmern arbeitet an den räumlichen Umgestaltungskonzepten. Die Organisationsentwicklungs-Arbeitsgruppe wird bis zum 30. Juli nächsten Jahres einen neuen Geschäftsverteilungsplan (GVP) vorlegen. Mit der Neuordnung von vier Ämtern (Ordnungsamt, Hauptamt, Bauamt und Bauverwaltungsamt) sollen Zuständigkeiten und Prozesse effizienter gestaltet werden. Zum Beispiel werden bei Liegenschaften Verwaltung und Budget zusammengelegt. Beim wöchentlichen Jour fixe mit der Bürgermeisterin werden die Leiter von Ordnungsamt, Kämmerei, Bauamt und Bauverwaltung dabei sein. Alle drei Wochen finden Abteilungsleitertreffen statt. Mit 48 Mitarbeitern sind die jetzt fünf kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen „ein großes Feld“. Bürgermeisterin Schader wird sich regelmäßig mit den Leitungen treffen und alle Elternversammlungen besuchen. Mithilfe der Fragebogenaktion bis zum 30. Oktober soll der Bedarf ermittelt und die Qualität evaluiert werden. Erziehung und Bildungsauftrag sollen im Mittelpunkt stehen, deshalb werden Mitarbeiter und Leitungen von Verwaltungsarbeit entlastet. Zentral ist für Schader die enge Zusammenarbeit mit den politischen Gremien. Wichtig ist ihr der Austausch mit den Fraktionsvorsitzenden. Strukturen der interkommunalen Zusammenarbeit sollen geschaffen werden. Netzwerke wie Wirtschaftsbeirat, die Kerweorganisation und der Kontakt zu den Abgeordneten in Bund und Land seien notwendig.

    Hannelore Nowacki

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