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  • Mo., 16. Juli 2018, 23:23 Uhr
    10 Jahre Partnerschaft Stadtwerke Eberbach und Fährverein Nibelungenland

    Mit der Fähre „Frischling“ auf Jubiläumsfahrt

    Aus Anlass der 10-jährigen Partnerschaft des Fährvereins Nibelungenland mit den Stadtwerken Eberbach fand diese Fahrt auf dem Altrhein und Rhein bis nach Worms und zurück zum Alten Hafen in Lampertheim statt. Im Bild (von links): Günter Haag, Werner Reuters, Otto Edinger, Wilhelm Müßig, Markus Böhm und Dieter Goll. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Die Gäste aus Eberbach waren begeistert von der Fahrt mit der Fähre „Frischling“ auf dem Altrhein und Rhein nach Worms und zurück, die sie als abwechslungsreiche Lampertheimer Küstentour und auf dem Rhein mit Blick auf bergwärts fahrende Schiffe, das imposante Tor der Nibelungenbrücke und das Hagendenkmal genossen. Ein besonderer Anlass hatte sie am Freitagmittag nach Lampertheim an den Alten Hafen zur Anlegestelle der Fähre geführt – der Vorstand des Fährvereins Nibelungenland hatte sie und Vereinsmitglieder zu dieser Veranstaltung im Rahmen der 10-jährigen Partnerschaft zwischen den Stadtwerken Eberbach und dem Fährverein eingeladen. Schiffsführer und 1. Vorsitzender Werner Reuters begrüßte an Bord den Leiter der Stadtwerke Eberbach Günter Haag und Markus Böhm, Leiter der Verkehrsbetriebe bei den Eberbacher Stadtwerken sowie einige Vereinsmitglieder. Bei diesem Ausflug wollte der Fährverein den Gästen das Fahrgebiet der Fähre „Frischling“ näherbringen, auch aktuelle Arbeitsthemen und der nächste Kuckucksmarkt in Eberbach standen während der Fahrt auf dem Programm. Für belegte Brötchen und Kuchen zur Stärkung zwischendurch hatte Ursula Reuters gesorgt. Bei der Verabschiedung nach gut zwei Stunden am Alten Hafen hörte Schiffsführer Reuters gerne die positiven Stellungnahmen und Dankesworte seiner Eberbacher Gäste für diese Veranstaltung. Einig waren sich die Passagiere, die öfter auf dem „Frischling“ mitfahren: Man entdeckt jedes Mal etwas Neues. Im Rückblick auf die Geschichte dieser besonderen Partnerschaft berichtete Reuters von der Vereinsgründung im Jahr 2007 und der Partnerschaft im folgenden Jahr nach einer Testfahrt von Eberbach nach Lampertheim. „Das klappt seitdem hervorragend“, bilanzierte Reuters. Drei Jahre, „mit viel Herzblut“, habe der Verein für die Einrichtung der Strecke bis nach Worms gebraucht, auch den Zugang habe man neu angeschafft. Von der Fähre in Eberbach hatte Reuters damals auf Umwegen in Koblenz erfahren, die stehe dort, hatte er gehört – bald darauf fand 2006 ein erstes Gespräch in Eberbach statt. Immer zum jährlichen Kuckucksfest kann sich die Stadt Eberbach auf die Fähre verlassen, die dann nach etwa zehnstündiger Fahrt gegen den Strom mit einigen Neckarschleusen am Ziel ankommt und dort im Dreischichtbetrieb an den fünf Kuckucksfesttagen die Fahrgäste von einem ans andere Neckarufer befördert. Für 60 Personen ist die Fähre zugelassen. Nach wie vor gehört der „Frischling“ der Stadt Eberbach, die auch für größere Reparaturen wie Motorschäden aufkommt, der Fährverein sorge für den ständigen Unterhalt, erläuterte Reuters. Otto Edinger, einer der Gründungsmitglieder des Fährvereins, nannte die Vorteile dieser Partnerschaft: „Eine Attraktion in Lampertheim und in Eberbach – eine Win-Win-Situation“. Auch aus diesem Grund wolle der Fährverein den Altrhein erhalten und engagiere sich dafür wie am 19. August bei der Aktion „Lebendiger Altrhein“. Vereinsmitglied Dieter Goll kann nur bestätigen, was Werner Reuters und seine Ehefrau Ursula bei ihren Fahrten erleben: „Die Leute sind begeistert“. An der Fahrt nahm auch der frühere Mannheimer Hafenmeister im Ruhestand Wilhelm Müßig teil, als Schiffsführer und Kapitän mit vollem Patent, darf er auch den „Frischling“ fahren. Bei Rheinkilometer 444 habe man Worms erreicht, erklärte er, bei 1050 fließe der Rhein im Mündungsdelta in die Nordsee. Bei Konstanz beginne die Zählung mit Rheinkilometer Null, schiffbar sei der Rhein erst ab Kilometer 148. Besonders gut zu merken sei die Loreley mit 555. Begegnungen mit großen Schiffen sprechen die Schiffsführer rechtzeitig ab, immer wieder waren die Funkmeldungen zu hören. Am Fretterloch, wo die Großschiffe wenden dürfen, war jedoch zur Mittagszeit Ruhe, wie auch bei den gewerblichen Anliegern des Lampertheimer Industriehafens. Im Sportboothafen lagen die großen und kleinen, neuen und nicht mehr ganz neuen Boote und Jachten dicht an dicht – von 300 bis 400 Booten weiß Reuters in der Hochsaison. Mit dem Strom talwärts Richtung Worms fuhr die Fähre „Frischling“ gemächlich, links der Biedensand, weite Sandstrände, ein Paradies für die Vogelwelt und Angler, Steilufer mit Bruthöhlen und überall saftiges Grün, smaragdgrün leuchtete der Altrhein hier und da in der Sonne. Rechter Hand zogen die Gebäude der Wassersportvereine und einige Campingplätze vorbei – bis schließlich zu beiden Seiten nur noch sommerliche Natur zu sehen war. Der Vogelwelt gefiel das Sonnen am Altrhein, Silberreiher beäugten in aller Ruhe die Fähre und die Fische im Wasser, eine weiße Schwanenmutter hütete ihre flauschigen Küken, ein schwarzer Schwan suchte Anschluss bei seinen weißen Verwandten. Kormorane tauchten und breiteten ihr Gefieder zum Trocknen aus. Dann der große Strom, der Rhein mit seinen Lastschiffen. Hannelore Nowacki



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