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  • Mo., 07. Februar 2022, 12:22 Uhr
    EHRUNG: Standesamtsleiter Peter Jakob mit Landesehrenbrief ausgezeichnet

    Mit Humor und Wehmut in den Ruhestand verabschiedet

    Peter Jakob bei seiner Ehrung und Verabschiedung in den Ruhestand. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – „Sie haben den Ruhestand mehr als verdient“. Ein Satz, den Bürgermeisterin Barbara Schader an Peter Jakob richtete, der ihrer Rede zu seiner Verabschiedung nach 41 Jahren im Dienste der Stadt Bürstadt und der Bürger in „Peters Amtsstube“ sitzend zuhörte. Mit fachlicher und menschlicher Kompetenz, Übersicht und Humor habe er sein Amt ausgefüllt, in persönlicher Verbundenheit zu Bürstadt, verantwortungsvoll als Leiter des Standesamtes einschließlich des Friedhofs. Mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war er für die Beurkundung der wichtigsten Etappen im Leben zuständig – Geburt, Eheschließung, manchmal Scheidung und letztlich den Tod. „Wir sind Ihnen sehr dankbar für das, was Sie in all den Jahren für uns geleistet haben“, führte Bürgermeisterin Schader weiter aus und bekundete aus dieser Dankbarkeit heraus, dass ihm der Ruhestand „von Herzen gegönnt sei“. Damit sprach sie auch im Namen der Verwaltung, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Standesamt, die an der Feier im großen Saal des Bürgerhauses am Freitagmittag teilnahmen und applaudierten. Gekommen waren auch langjährige Weggefährten wie Pfarrer Peter Kern, Bürgermeister a. D. Horst Strecker, der ihn 1981 ins Parlamentarische Büro der Stadt Bürstadt geholt hatte, und Bürgermeister a. D. Alfons Haag sowie Erster Stadtrat a. D. Walter Wiedemann. Bürgermeisterin Schader beschrieb die vielfachen Veränderungen, die Peter Jakob in seinem Berufsleben gerade auch durch die zunehmende Internationalisierung zu bewältigen hatte und sich in neue Themen einarbeitete – wie das Ehe-, Familien- und Namensrecht, das Staatsangehörigkeitsrecht, das internationale Privatrecht oder die Heimatrechte aller Staaten von Mitbürgern, für die er von Amts wegen tätig war. Dass dieser Abschied nicht einfach ist, machte Bürgermeisterin Schader deutlich, zeigte dabei auch die heitere Seite der Zusammenarbeit, die für Peter Jakob charakteristisch war. Mehrfach fragte sie ihn, ob er die „Scheidung“ nach 41 Ehejahren mit der Stadt Bürstadt wirklich wolle. Etwas wehmütig, aber dreimal antwortete er mit einem „JA“. Nach der Ruhestandsurkunde, die Bürgermeisterin Schader verlas, überreichte sie ihm Präsente, die mit Bedacht ausgewählt waren – wegen seiner Verbundenheit mit dem FC Bayern München eine Sporttasche für seine sportlichen Aktivitäten, ein Flasche FC Bayern Gin als „guter Tropfen“ und ein edles Schreibset für das Beamtenherz. Die kleine Amtsstube im Bürgerhaussaal mit dem Schreibtisch und Zubehör aus aktueller Zeit und vergangenen Epochen war eine originelle Idee aus dem Kollegenkreis, die deutlich machte, dass Humor, Witz und Herzlichkeit in Peter Jakobs Berufsleben einen festen Platz hatten. Dieser Wesenszug kam auch in den Grußworten zum Ausdruck. Von heiteren Momenten in der Zusammenarbeit im Fachverband der hessischen Standesbeamtinnen und Standesbeamten wusste Stefanie Dreißigacker zu berichten, verbunden mit seiner umfassenden Fachkompetenz, auf die alle setzen konnten. Viele schöne Erinnerungen aus der Zusammenarbeit bleiben auch Elke Held erhalten, die für seine Abteilung sprach. Ihre Wertschätzung brachten Amtsleiter Michael Molitor und Alexandra Götz vom Personalrat zum Ausdruck. 

    Landesehrenbrief für ehrenamtlichen Einsatz

    Peter Jakob erhielt für seinen ehrenamtlichen Einsatz, der weit über das übliche Maß hinausgeht, wie die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz hervorhob, den Ehrenbrief des Landes Hessen. „Sie sind ein Tausendsassa“, sagte sie zu Peter Jakob mit Blick auf seine ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder über Jahrzehnte, zum Beispiel in der Bürgerstiftung, im Vorstand im Fachverband und im Tennisclub. Tatkräftig und ideenreich habe er gemeinsam mit seinen Mitstreitern gewirkt. Viele sportliche Erfolge habe er mit dem Tennisclub feiern können und beim Bau des neuen Vereinsheims 1991 habe er sich zudem als Anpacker bewiesen. Zu seinem 60. Geburtstag habe er dem Tennisclub über die Bürgerstiftung einen Defibrillator gespendet. Für seine Mitgliedschaft und Vorstandsarbeit sei er sehr geschätzt. In seinen langjährigen Ämtern als Ortsgerichtsvorsteher und Schiedsmann habe er große Verantwortung übernommen und die Ämter mit Neutralität, Empathie und diplomatischem Geschick geführt. Für den Fachverband der hessischen Standesbeamten habe er Fachtagungen organisiert und durchgeführt, alles in seiner Freizeit zum Wohle der Allgemeinheit. „Sie sind ein leuchtendes Beispiel“, mit diesen Worten krönte die Erste Kreisbeigeordnete Stolz ihre Ausführungen. Mit der Verleihung des Landesehrenbriefes werden langjährige ehrenamtliche Leistungen und Verdienste für die Gemeinschaft gewürdigt. „Ihr Einsatz geht weit über diese Voraussetzungen hinaus“, erklärte Stolz, denn eigentlich würde schon ein Tätigkeitsfeld über einen Zeitraum von 12 Jahren ausreichen. Seine Angehörigen haben sein ehrenamtliches Engagement unterstützt, betonte Stolz.  Hannelore Nowacki 

    Information

    Peter Jakob begann 1973 seine berufliche Laufbahn mit der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beim Kreis Bergstraße, wurde nach weiterer Ausbildung 1982 Diplom-Verwaltungswirt. Noch in der Ausbildung wurde er 1981 von Bürgermeister Horst Strecker ins Bürstädter Rathaus geholt. 1994 wurde er Leiter des Standesamtes und Friedshofs. 1996 wurde er als stellvertretender Ortsgerichtsvorsteher und 2003 als Ortsgerichtsvorsteher sowie Schiedsmann des Schiedsamtsbezirks Bürstadt berufen. Im Fachverband der Hessischen Standesbeamtinnen und Standesbeamten ist Peter Jakob seit 2017 Zweiter Vorsitzender und gehört der Fachredaktion an. Darüber hinaus war und ist Peter Jakob vielfältig in Ehrenämtern engagiert. 

    Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz überreichte Peter Jakob den Ehrenbrief des Landes Hessen mit Urkunde und Medaille im Auftrag des Ministerpräsidenten.  Foto: Hannelore Nowacki

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