DKMS: Typisierungsaktion beim Radfahrerverein Vorwärts Biblis am 14. Mai im Rahmen der Hessenmeisterschaft der Kunstradfahrer / Lebensretter Florian Hofmann als Vorbild
Mit kleinem Aufwand Leben retten
Hoffen auf viele Teilnehmer an der Typisierungsaktion: Bürgermeister Volker Scheib, Initiator Florian Hofmann und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz (v.l.). Foto: Benjamin Kloos
BIBLIS – Es ist ganz einfach: Wenn am Sonntag, 14. Mai, in der Riedhalle in Biblis die Hessenmeisterschaft der Kunstradfahrer stattfindet, lädt der Radfahrerverein Vorwärts Biblis zum Leben retten ein. Im Rahmen einer Typisierungsaktion kann sich jeder im Alter von 18 bis 60 Jahren in der Zeit von 10 bis 17 Uhr als möglicher Knochenmarkspender registrieren lassen. Das einzige, was benötigt wird, ist ein Speichelabstrich und schon wird man zum potentiellen Lebensretter. Am Freitag stellten Florian Hofmann, Bürgermeister Volker Scheib und die Gesundheitsdezernentin des Kreises, Diana Stolz, die Aktion vor.
„Es ist ein ernstes Thema und es ist wichtig, dass Menschen bereit sind sich zu engagieren und für andere Menschen zu spenden – in diesem Fall kein Geld, sondern Knochenmark. Uns ist es heute wichtig, zu sensibilisieren, aufzuklären und Ängste abzubauen”, betonte Bürgermeister Volker Scheib.Denn: Alle 12 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs, weltweit alle 27 Sekunden. Blutkrebs ist nach wie vor die häufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle bei Kindern. Viele Patienten können ohne eine lebensrettende Stammzellspende nicht überleben, und mit der Suche nach geeigneten Spender beginnt immer auch ein Wettlauf gegen die Zeit. Je schneller ein „Match“ gefunden wird, desto größer sind die Überlebenschancen der Patienten.
Diana Stolz stellte klar: „Es geht um die wichtige Typisierung für mögliche Knochenmarkspenden. Danke an Florian Hofmann, der bereits selbst gespendet und so ein Leben gerettet und darüber hinaus diese Aktion gestartet hat. Die Knochenmarkspender ist eine Möglichkeit, aktiv zum Lebensretter zu werden. Man muss keine Angst haben, schon gar nicht vor der Typisierung. Hierbei handelt es sich um einen einfachen Abstrich im Mundraum, den man auch einfach zuhause machen kann. Die DKMS stellt hierzu die entsprechenden Mittel zur Verfügung. Oder man nutzt eine Typisierungsaktion wie diese, mit minimale Aufwand. Wenn ein anderer Mensch Glück hat, ist man sein genetischer Zwilling, immer noch sind viele auf Stammzellen angewiesen. Aber: Nicht jeder, der sich typisieren lässt, kommt letztendlich auch als möglicher Spender in Frage.”
Eine Spenderin demonstriert, wie man einen Mundschleimhautabstrich mit Wattestäbchen ausführt. Foto: DKMS
Einer, der diesen Weg gegangen ist und so zum Lebensretter wurde, ist Florian Hofmann. Mit 17 hat er sich in der Schule registrieren lassen. „Das ging ganz schnell. Oft hört man anschließend gar nichts, aber mit Glück kommt man so wie ich in die Auswahl. Zunächst habe ich eine Blutprobe abgegeben und wurde dann als Spender mit den größten genetischen Übereinstimmungen ausgewählt. Nach der OP, die für mich den schönsten Krankenhausaufenthalt überhaupt bedeutet, habe ich erfahren, dass ich für ein kleines Mädchen in Bayern gespendet habe, was mich sehr froh gemacht hat”, schilderte Florian Hofmann sichtlich bewegt. „Ich habe jetzt eine kleine Schwester! Anfang September 2022 konnte ich meine ‚neue‘ Familie kennen lernen und habe sie nach Biblis eingeladen. Hier haben wir es ihr in Kooperation mit dem Radsportverein ermöglicht, gemeinsam mit Kindern aus dem Verein auf einer Trampolinmatte und Hüpfburgen zu springen – das war ein tolles Erlebnis für sie und es ist schön, sie lachen zu sehen. Besonders, weil sie einen Monat vor und nach der Spende isoliert im Krankenhaus war, um Kontakt mit Keimen zu verhindern.” Der Zeitdruck sei unglaublich, wenn sich herausstellt, dass eine Spende benötigt wird. „Daher ist eine Registrierung sehr wichtig, ich möchte sensibilisieren, wie wichtig und einfach es ist, Leben zu retten. Danke für die Unterstützung des Vereins und der Gemeinde. Diese stellt am Tag der Typisierung für jeden, der sich hierzu bereit erklärt, als Dankeschön ein Stück Kuchen zur Verfügung. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen kommen und stehe auch selbst vor Ort für Fragen zur Verfügung”, so Florian Hoffmann weiter.
Denn: Jede Typisierung zählt – werden auch Sie zum potentiellen Lebensretter und kommen Sie am 14. Mai an die Riedhalle in Biblis. Benjamin Kloos