Große Fronleichnamsprozession von Mariä Verkündigung bis zur St.-Andreas-Kirche
„Mitleid und Erbarmen kennen keine Grenzen“
An der Sankt-Andreas-Kirche endete die Fronleichnamsprozession mit einer Andacht. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Das Fronleichnamsfest wurde in Lampertheim von vielen Katholiken gefeiert – in zwei Festgottesdiensten und der traditionellen Fronleichnamsprozession. Das Hochfest, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird, stand im Zeichen der Barmherzigkeit Gottes und mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Themen unter dem Motto Barmherzigkeit, Mitleid und Versöhnung. An das friedliche Zusammenleben appellierte Pfarrer Patrick Fleckenstein in seiner Predigt vor der St.-Andreas-Kirche, alle seien herausgefordert. Es komme darauf an, herauszufinden, was uns miteinander verbindet. „Mitleid und Erbarmen kennen keine Grenzen, die vor einer Volkszugehörigkeit Halt machen“. Pfarrvikar Virginijus Grigutis aus Hüttenfeld rief die Menschen auf, „auf die Kraft der Versöhnung“ zu vertrauen. In seine Fürbitten schloss er die Verantwortlichen in der Politik ein, dass sie einen Weg für ein Miteinander in unserer Gesellschaft finden. Pfarrer Erhard Schmitt erinnerte an die Worte Jesu, der unmissverständlich gesagt habe: „Was du dem geringsten meiner Brüder getan, hast du mir getan“. In großer Prozession bewegten sich die Gläubigen nach dem frühen Festgottesdienst in Mariä Verkündigung durch die Neue Schulstraße, hielten am Haus Will und am Krankenhaus inne und versammelten sich in großer Runde auf dem Schillerplatz, um danach durch die Kaiserstraße zur Pfarrkirche St. Andreas zu gelangen. An den vier traditionellen Stationen war zur jeweiligen Andacht ein schön geschmückter Altar aufgebaut, mit einem besonderen Altarbild auf dem Schillerplatz.
Beim Bazar, dem Gemeindefest an Fronleichnam auf dem Europaplatz, schmeckte es den Gästen. Foto: Hannelore Nowacki
Mit Kreuz und Kirchenfahnen gingen die Ministranten der Prozession voran, gefolgt von den Pfadfindern St. Georg vom Stamm Guy de Larigaudie, die vor dem Altar für die Andacht auf dem Kirchplatz der St.-Andreas-Kirche ein eindrucksvolles, viel bewundertes Blütenbild mit allen wichtigen christlichen Symbolen gestaltet hatten. Die Musiker des Katholischen Kirchenmusikvereins (KKMV) begleiteten die Prozession musikalisch und zu den Andachten sang der Kirchenchor unter der Leitung von Helmut Steger. Die Kommunionkinder, in Weiß die Mädchen, in dunklen Anzügen die Jungen, streuten Rosenblütenblätter aus. Pfarrer Erhard Schmitt, Pfarrer Patrick Fleckenstein, Pfarrvikar Virginijus Grigutis und Franziskanerpater Simon Kornas gestalteten die Andachten. Zum Abschluss der Andacht vor der St.-Andreas-Kirche spendete Pfarrer Fleckenstein den eucharistischen Segen. Allen Mitwirkenden und Beteiligten sprach er seinen Dank aus, vor allem den Messdienern in ihren wärmenden Gewändern und den Himmelsträgern, die den Baldachin zum Schutze der Monstranz getragen hatten. Ein zweiter Festgottesdienst folgte in der St.-Andreas-Kirche. Auf dem Europaplatz waren Gemeindemitglieder und die Bevölkerung zum Gemeindefest, dem Bazar, eingeladen. Die Organisatoren des Pfarrgemeinderats und rund vierzig Helfer hatten ein gemütliches Festdorf mit vielen Sonnenschirmen aufgebaut. Ein Platz an der Sonne war an diesem heißen Sommertag weniger begehrt. Ein appetitlicher Duft von Braten lag in der Luft. Die Speisekarte lockte mit vielen leckeren Gerichten. Wer es noch ein wenig kühler mochte, war im Schwanensaal gut aufgehoben. Die Tische waren hier schön dekoriert und das Kuchenbüffet bot eine reiche Auswahl. Zur Unterhaltung spielte die Katholische Kirchenmusik unter der Leitung von Martina Biehl und am Nachmittag hatte sich der Gesangverein MGV 1840 zum Liedervortrag angesagt. Der Auftritt der Liedertafel entfiel, da zurzeit keine Singstunden stattfinden, doch kamen die Mitglieder gerne, um beim Gemeindefest mitzufeiern. Mit Basteln, Buttonpressen und Spielen hatten die Kinder ihr Vergnügen. Hannelore Nowacki