Do., 23. Juli 2015, 12:24 Uhr
Technischer Beirat diskutiert bisherige Ergebnisse des Energieprojekts Modellstadt25+
Modellstadt-Projekt geht auf die Zielgerade
LAMPERTHEIM - Das Energieprojekt „Modellstadt25+“ geht auf die Zielgerade. Seit nunmehr drei Jahren ist das Projektteam aus EnergyEffizienz GmbH, RWTH Aachen und Stadt Lampertheim dabei, Instrumente zur Verbesserung der Energieeffizienz in Kommunen zu entwickeln. Am Montag startete jetzt der Technische Beirat, der das Modellstadt-Projekt in der restlichen Projektlaufzeit bis Mitte 2016 inhaltlich begleiten und beraten wird. Zur Auftaktsitzung konnte Bürgermeister Gottfried Störmer eine Reihe von Experten im Alten Rathaus begrüßen. Dem Beirat gehören Vertreter von Hersteller- und Installationsfirmen, Energieversorgern, Forschungsinstituten, Planungsbüros und Kommunalverwaltungen an. Projektleiter Philipp Schönberger (EnergyEffizienz GmbH) und Stefan Krengel (RWTH Aachen, Institut für Hochspannungstechnik) präsentierten den aktuellen Projektstand. Im Zentrum des Projekts steht laut Schönberger die Entwicklung eines Planungstools, mit dem eine optimierte Energieversorgung für ganze Stadtgebiete ermittelt werden kann. Die Optimierung erfolge sowohl nach ökologischen als auch nach finanziellen Kriterien. „Der Kunde beziehungsweise die Kommune kann auswählen, welches Kriterium wie stark gewichtet werden soll“, erläuterte Schönberger. Dies sei vor allem für die Entwicklung von kommunalen Quartiers- und Klimaschutzkonzepten ein großer Fortschritt. Krengel zeigte auf, wie das Planungstool aufgebaut ist. So werden für jedes Gebäude und Quartier zahlreiche Eingangsdaten erfasst, die in die Berechnungen eingespeist werden. Auf dieser Grundlage entwickelt das Projektteam am Ende eine Empfehlung für die energetische Versorgung der Kommune. „Bis zum Projektende soll für die komplette Lampertheimer Kernstadt ein gebäudescharfer Investitionsplan stehen“, führte Krengel aus. Dieser umfasse die Auswahl, Platzierung und Dimensionierung von Anlagen und Infrastruktur zur Strom- und Wärmeversorgung. Anhand verschiedener Szenarien werde zudem die Robustheit der Empfehlungen gegenüber unerwarteten Energiepreis- und Zinsentwicklungen geprüft. Das Modellstadt-Projektteam werde die Ergebnisse der Beiratsdiskussion nun in das Planungstool einarbeiten, so Schönberger. Weitere Treffen des Technischen Beirats sind im Abstand von etwa vier Monaten geplant.
Zudem plant das Projektteam gegen Jahresende die Bildung eines weiteren Beirats mit Vertretern der Lampertheimer Parlamentsfraktionen sowie weiterer Kommunen. Hierbei soll es dann weniger um technische Feinheiten, sondern vielmehr um die politische Umsetzung des Modellstadt-Projekts in Lampertheim und der Region gehen. Info: Das Projekt Modellstadt25+ hat eine Laufzeit von 2012 bis 2016 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Ziel ist, die Energieeffizienz in Kommunen mit 25.000 bis 50.000 Einwohnern zu verbessern. zg