Mo., 13. Februar 2017, 15:13 Uhr
Schüler des Litauischen Gymnasiums übergaben Forderungen im Rahmen des Europäischen Wettbewerbes an Thomas Mann MdEP
Moderne Thesen an Tür des Europäischen Parlamentes geheftet

Übergaben ihre modernen Thesen an Thomas Mann, Mitglied des Europäischen Parlamentes (Mitte): Die Schüler des Litauischen Gymnasiums Lilli Keller, Max Massion, Phillip Menges und Marius Kamuff (v.l.). Foto: Benjamin KloosHÜTTENFELD – Dass Martin Luther und seine 95 Thesen nicht nur im Reformationsjahr auch im vereinten Europa eine große Rolle spielen, bewiesen Schüler der 11. Klasse des Litauischen Gymnasiums im Rahmen des 64. Europäischen Wettbewerbes für Schulen.
Der Europäische Wettbewerb ist der älteste Schülerwettbewerb Deutschlands. Der Kerngedanke ist die Förderung der europäischen Integration in der jungen Generation, vermittelt über die Auseinandersetzung mit den Wettbewerbsthemen. In diesem Jahr gab es für die unterschiedlichen Altersstufen wieder vielfältige Aufgabenstellungen – so wie die Frage nach dem Thema „500 Jahre Reformation” unter dem Aspekt, welche Thesen heute an welche Tür in Europa geheftet werden sollten. In der Bearbeitung standen verschiedene Möglichkeiten wie Text, Plakate, Musik oder Reden zur Auswahl, die engagierten Schüler der 11. Klasse des Litauischen Gymnasiums entschieden sich für die filmische Darstellung. Intensiv erarbeiteten sie neben einem Konzept und natürlich des Thesen selbst ein Drehbuch und entschieden sich als Tür, an der die Thesen hängen sollten, für den Eingang des Europäischen Parlamentes.
Am Montag folgte die letzte Station des mehrwöchigen Projektes, die Schüler übergaben ihre Thesen an Thomas Mann, Mitglied des Europäischen Parlamentes und erläuterten ihm, welche Bewandtnis es damit auf sich hat. „Wir fordern ein einheitliches Europa, ein offenen Europa für alle, dauerhaften Frieden und ein zugängliches Europa” hatten Lilli Keller, Max Massion, Phillip Menges und Marius Kamuff sowie ihre Mitschüler beispielsweise formuliert – ebenso wie die Forderung nach mehr Umweltbewusstsein und einer besseren Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten zum Wohl aller Menschen, die in Europa leben. „Eure Wünsche und Forderungen werde ich gerne mit nach Brüssel nehmen”, versprach Thomas Mann, nachdem er aufmerksam zugehört und mit den Schülern diskutiert hatte.
„Unsere Schüler haben sich wochenlang mit diesem Projekt beschäftigt, dies war eine sehr positive und wichtige Erfahrung für sie. Denn so konnten sie sehen, welch großer Aufwand notwendig ist, um einen vierminütigen Film zu drehen – und auch, dass bei einer solchen Aufgabe nicht immer alles nach Plan verläuft”, betonte Dr. Gabriele Hoffmann. „Dabei ging es um mehr als nur den Wettbewerb, denn die Schüler haben es geschafft, dass ihre Thesen den Weg nach Brüssel finden.”
Eine zweite Gruppe des Litauischen Gymnasiums setzte sich zeitgleich mit den Wunschvorstellungen der Menschen an Europa auseinander und führte dazu Interviews, unter anderem an anderen Schulen und in Seniorenwohnheimen.
Auch in den vergangenen Jahren waren Schüler des Litauischen Gymnasiums regelmäßige erfolgreiche Teilnehmer des Wettbewerbes und wurden mehrfach als Sieger auf Landes- und sogar Bundesebene ausgezeichnet, unter anderem mit Filmen über soziale Ungleichheit oder mit flammenden Reden, in denen sie zur aktiven Teilnahme an der Europawahl aufgefordert hatten.
Ob die Teilnahme in diesem Jahr über das bereits erreichte Ziel der Weitergabe der Thesen erfolgreich ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wenn die eingereichten Beiträge zunächst auf Landes- und später dann auch auf Bundesebene bewertet und prämiert werden. Benjamin Kloos