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  • So., 16. Oktober 2016, 22:45 Uhr
    Herbstfest des Fördervereins Domkirche mit außergewöhnlichem Dinner in vier Akten

    „Mord beim Gemeindefest“ genussvoll aufgeklärt

    Das Herbstfest des Fördervereins Domkirche begeisterte das Publikum mit einer Premiere – mitten im Saal unter Beteiligung der Zuschauer entwickelte sich ein Kriminalfall mit heiteren Einschlägen. Bärbel Jakob, die Drehbuchautorin führte auch Regie. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Essen und Trinken für die Orgel ist das Anliegen des Fördervereins Domkirche auch in diesem Jahr, denn im kommenden Lutherjahr zur Feier des 500-jährigen Jubiläums der Reformation soll die „Große Blaue“ ein weiteres Register erhalten. Alle Register der amüsanten Unterhaltung und der lukullischen Genüsse wurden beim Herbstfest des Fördervereins am Freitagabend im komplett besetzten großen Saal der Notkirche gezogen. „Mord beim Gemeindefest“, das Krimistück von Bärbel Jakob, die auch Regie führte, hatte Premiere. Mit den Darstellern aus Förderverein, Kirchenvorstand und weiteren Mitgliedern der Lukasgemeinde wurde dem Publikum ein kurzweiliges Schauspiel mit witzigen Dialogen in vier Akten geboten. In der Menükarte war vielversprechend von „zerstückeltem armem Schwein in mysteriöser Sauce“, selbst gesammelten Pilzen und „im Verhör plattgemachten Teigwaren“ die Rede. Auch die Tischdekoration war fantasievoll mit einem scharfen Schuss Humor auf den Anlass abgestimmt. Als Weine gab es „Bürstädter Messerstecher“, ein Blausäureverschnitt, von der Sonne entwöhnt, die „Gaaseneschder Essiglese“ aus Loambadda, feinstaubtrocken von der Sandbeune oder auch ganz vorzüglich: „Saarländischer Fiesling, extrem sauer, von der Winzergenossenschaft Bad Frankenstein. So war es auf der Weinkarte und dem vorderen Flaschenetikett zu lesen. Wolfgang Weber am Akkordeon und das Gesangstrio mit Klaus Kuczinski, Adolf Nalbach und Matthias Braun interpretierten einschlägige Songs und Musik wie „Kriminaltango“ und die „Moritat von Macki Messer“. An den Tischen hatten 160 zahlende Gäste Platz gefunden, ein zwanzigköpfiges Helferteam kümmerte sich um das Wohlergehen der Gäste. Dass der Förderverein den Gästen ein „mörderisches Dinner“ präsentierte, förderte Frohsinn und Genuss ganz besonders. Auch wenn später das Mordopfer dramatisch auf dem Tisch von Miss Mappel (Traudel Becker) und ihrem Lebensgefährten Herrn Schwinger (Hans Becker) aufschlug, das Messer im Rücken, sorgte dieser Vorfall beim Publikum für heitere Mienen. Wenngleich Kommissar Hartriegel (Peter Medert) und Assistentin Larissa Weißnix (Susanne Braun) nun einen weiteren Fall zu lösen hatten. Immerhin war bald Notarzt Dr. Wurst (Klaus Jenner) mit zwei Sanitätern (Karl Heinz Wetzel und Holger Schinz-Sauerwein) und Sackkarre zur Stelle. Warum hatte es gerade die scharfsinnige Gemeindesekretärin Eichelhäher (Stefi Eichler) getroffen, wer wollte sie aus dem Weg haben? Fragen, die noch mehr Fragen aufwarfen, denn zu Beginn war die Polizei auf der Suche nach einem  unbekannten Verbrecher „Chamäleon“ in den gemütlichen Abend hineingeplatzt. Beim Gemeindefest vertrat der nette Pfarrer Klein (Hans Georg Thierfelder) seine Kollegin Pfarrerin Süßwein (Pfarrerin Sabine Sauerwein) ganz vortrefflich, da diese Opfer einer ausliegenden Bananenschale geworden war. Von wem wurde dieser Unfall womöglich mit Vorsatz herbeigeführt?  Dr. Gisbert Buchenauer, Vorsitzender des Fördervereins, Herbert Eichenauer zumindest vom Äußeren her zum Verwechseln ähnlich, nahm den Mord gelassen: „Sie muss sich keine Gedanken mehr machen, ob das Messer keimfrei war“. Zuvor aber war er mit einer merkwürdigen Unstimmigkeit konfrontiert: Weinhändlerin Madame Chardonnay (Christa Wetzel) verlangte von der Gemeindesekretärin die Bezahlung, doch diese behauptete, die Lieferung sei schon längst bezahlt worden, Kirchmeister Gündling (Rudolf Steffan) auf ihrer Seite wissend. Am Schluss schlossen sich die Handschellen um die Handgelenke einer ganzen Reihe Verdächtiger – bis dem Kommissar die Lösung serviert wurde. „Ich glaub’s nicht, Chef, die Alt‘ hat den Fall gelöst“, rief Assistentin Larissa aus, die schon mal den Wagen holte. Natürlich erklärte Miss Mappel in exakter Analyse, wer das Opfer auf dem Gewissen hatte. Die entscheidende Wende nahm der Fall jedoch durch Pfarrerin Süßwein. Nach diesem vierten Akt konnte Vereinsvorsitzender Herbert Eichenauer feststellen: „Ende gut, alles gut“. In weiteren Rollen traten Bärbel Kronauer als Mitglied des Fördervereins und Anja Beyer als Pressevertreterin von der „Internationalen Altrheinpost“ auf. Nicolas Braun war für die Technik zuständig. Auch einige Zuschauer lagen mit ihrer Lösung richtig – durch Losentscheid ging der Buchpreis „Rezepte aus Santa Fu“, wie es der Zufall wollte, an die Gattin des Vorsitzenden, der selbst staunte. Zuletzt lockte das Kuchenbüffet mit „mörderisch leckeren Kalorienbomben“. Am Ende zeigte sich Drehbuchautorin Bärbel Jakob sehr zufrieden, das Publikum spendete satten Applaus. Hannelore Nowacki

     

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