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  • Di., 01. Oktober 2019, 09:20 Uhr
    Großer ökumenischer Kerwe-Gottesdienst unter freiem Himmel

    Motto „zusammen leben, zusammen wachsen“

    Gemeindereferent Michael Held und Pfarrerin Johanna Gotzmann gestalteten den Gottesdienst unter dem Motto „zusammen leben, zusammen wachsen“. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Musik erklang über die alla hopp!-Anlage hinaus und die Sonne strahlte warm, als das große Orchester aus evangelischem Posaunenchor und Katholischer Kirchenmusik (KKM) unter der Leitung von KKM-Dirigent Wolfgang Rothenheber zum Einzug spielte. Der ganze große Platz vor dem Rathaus war beim ökumenischen Gottesdienst zur Kerwe am Samstagnachmittag nahezu voll besetzt, aufgestellt waren die gepolsterten Stühle aus dem Bürgerhaussaal und einige Holzbänke in weiter Runde mit dem Blick auf das steinerne Kreuz im Park mit der Jesusfigur. „Zusammen leben, zusammen wachsen“ war das Motto der diesjährigen bundesweiten „Interkulturellen Woche“, das den Gottesdienst mit der evangelischen Pfarrerin Johanna Gotzmann und dem katholischen Gemeindereferenten Michael Held prägte. Held, der für den erkrankten Pfarrer Peter Kern eingesprungen war, gab den Gottesdienstbesuchern wegweisende Worte mit, dass „wir in Bürstadt schon in vielen Bereichen zusammengewachsen sind – ein gutes Beispiel ist der Kerwe-Gottesdienst, den wir miteinander feiern“. Im Eingangsgebet bat er: „Lieber Gott, öffne unsere Herzen“. „Gut, dass wir einander haben“ war das gemeinsam gesungene Lied nach der Schriftlesung aus dem 1. Korintherbrief, der die Einheit des unteilbaren Organismus betont, so wie es auch mit Christus sei. Wie klingt das Schriftwort aus 1. Samuel „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz“ in verschiedenen Sprachen? Wohlklingende Wortvorträge hörten die Gottesdienstbesucher von vier Sprecherinnen, auf Türkisch, Tamilisch, Englisch, Französisch, Griechisch und Suaheli. Pfarrerin Gotzmann nannte das Motiv: „Wir wollen zeigen, dass wir in Bürstadt in vielen Bereichen zusammenwachsen“. Held meinte, es wäre doch langweilig, wenn wir alle gleich wären und gleich aussehen würden. Die Postkarte zur Interkulturellen Woche 2019 hatte jeder mit dem Gottesdienstprogramm bekommen, darauf Gottes Auge mit bunter Iris. Pfarrerin Gotzmann berichtete aus ihrer Studienzeit in Tansania, als Babys, die noch nie einen weißen Menschen gesehen hatten, bei ihrem Anblick erschraken und zu weinen begannen, während ältere Kinder neugierig waren. „Sehe ich nur das Äußere oder versuche ich, auch mit dem Herzen zu sehen“, eine Frage, die Gotzmann auffordernd stellte. Vom offenen Auge sprach sie, das die Vielfalt und Schönheit dieser Welt sieht. Messdiener, Konfirmanden, die Katholische Kirchenmusik gemeinsam mit dem evangelischen Posaunenchor und der evangelische mit dem katholischen Kirchenchor unter der Gesamtleitung von Stefan Merkelbach gestalteten den ökumenischen Gottesdienst mit Worten, Musik und Gesang. Der HCV kümmerte sich um das Einsammeln der Kollekte. Jürgen Knödler, Integrationsbeauftragter der Stadt Bürstadt, erklärte, dass die Kollekte für die Sprachförderung von zugewanderten Kindern im Bereich der Nachhilfe verwendet werden soll. Zum Abschluss sang der große Chor das Irische Segenslied und das Orchester entließ die Gottesdienstbesucher mit einem schwungvollen musikalischen Nachspiel. Doch schon zum Segen öffneten sich die himmlischen Schleusen, das Signal ganz schnell die Regenschirme aufzuspannen. Doch so schnell Wind und Regen aufgezogen waren, schaute die Sonne wieder auf das Bürstädter Kerwegeschehen. An der Pfarrkirche St. Michael vorbei bewegte sich der Kerweumzug zum Marktplatz, angeführt vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt und Hofheim, denen die Blumen geschmückten Traktoren des Bulldogclubs folgten, an einem Anhänger der große Kerwekranz mit Sonnenblumen und bunten Bändern, auf einer weiteren Rolle die Pfarrerin, Bürgermeisterin Barbara Schader und andere Fahrgäste mit Musikbegleitung. Hannelore Nowacki

     

    Auf dem Platz vor dem Bürgerhaus trafen sich die Gottesdienstbesucher beider Konfessionen am Samstagnachmittag in großer Runde zum ökumenischen Kerwe-Gottesdienst, am Schluss kamen Wind und Regen auf. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

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