Drei Mundart-Theater-Abende vom 22. bis 24. August im Hof des Heimatmuseums
Mundart-Kommödie mit „Blutdruck 170“
Margit Karb (Leiterin, links) und Heiner Weppelmann (Regie, 2.v.l) proben derzeit eifrig gemeinsam mit den Darstellern für das Mundartstück "Blutdruck 170" im Hof des Heimatmuseums. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM - Im Wartezimmer beim Arzt spielte sich früher bekanntlich so einiges ab, denn unter den Patienten wurde gerne getratscht. Es war gang und gäbe, dass sich die Leute im Ort überwiegend untereinander kannten und man oftmals die gleichen Personen an den gleichen Tagen beim Arzt getroffen hatte. Und dabei wurde geplaudert, was das Zeug hält. Dieses Thema wird in dem Theaterstück „Blutdruck 170“ aufgegriffen, ein Mundartstück des verstorbenen Ehrenvorsitzenden des Heimat-, Kultur- und Museumsverein Lampertheim, Heinrich Friedrich Karb. Die fiktive Handlung spielt in den 70er Jahren, in einer Zeit, in der das Handy noch nicht Einzug genommen hatte und sich die Patienten im Wartezimmer rege untereinander austauschten. Die Vorbereitungen zur Premiere laufen zur Zeit auf Hochtouren. Die Besucher können gespannt sein.
Ort der Geschehens ist das Wartezimmer einer Arztpraxis, in der sich mehrere Patienten treffen, die sich in gewohnter Weise untereinander austauschen und eine ganz bestimmte Person suchen, was sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück zieht, wie Margit Karb, erste Vereinsvorsitzende im Rahmen eines Pressegesprächs bekanntgab. Mehr wollen die Beteiligten allerdings noch nicht verraten - es wird also spannend. Die dargestellte Geschichte wird bei den Gästen sicher viele alte Erinnerungen hervorrufen und die Lachmuskeln werden wie gewohnt gewiss strapaziert. „Während eine bestimmte weibliche Person verzweifelt gesucht wird, kommt man sozusagen vom Hundertsten in das Tausendste“ verriet Karb. Für Viele wird es ein „Déjà Vu“ geben mit altbekannten Ausdrücken in Lampertheimer Dialekt, bekannten Straßennamen und bestimmten Personen. Die Mundart-Kommödie in einem Akt, die zum ersten Mal im Heimatmuseum aufgeführt wird, bringt das Publikum sicher ordentlich zum Lachen. Das Theaterstück „Blutdruck 170“ wurde im Jahr 1992 im Hof des Heimatmuseums uraufgeführt, eine weitere Aufführung in verkürzter Form fand Ende der 90er Jahre statt. Die Entstehungsgeschichte des Mundarttheaterstücks reicht zurück in das Jahr 1980, als man im Rahmen eines heimatkundlichen Seminars an den Verein herantrat, mal „etwas Lockeres“ zu machen, wie Karb mitteilte. Jedes Jahr wurde daraufhin ein neues Stück geschrieben, manchmal auch zwei kürzere, wie der zweite Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Stefan Herz, verriet. Das Stück steht unter der Regie von Heinrich Weppelmann. Die Moderation an den Veranstaltungsabenden wird Rainer Müller übernehmen. Die Kostüme stammen laut Karb überwiegend aus dem Fundus des Heimatmuseums. Musikalische Umrahmung mit dem „Schnoukequartett“ ist ebenfalls vorgesehen; auch für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt sein. Als Vorprogramm können sich die Besucher auf Gedichte und Gereimtes in Lampertheimer Mundart freuen. Des Weiteren wird es auch einen kleinen Sketch mit dem Nachwuchs des Vereins geben. „Die Kerlscha aus Nochbars Gaade“ zeigen ein Stück, bei dem sich drei Jungs und drei Mädchen auf dem Sedansplatz treffen und eine Bande gründen wollen. Es handelt sich um einen zehnminütigen Akt für Kinder und Jugendliche, der das Publikum ebenfalls humorvoll unterhalten wird. Der Vorverkauf hat bereits begonnen: Eintrittskarten sind beim Rathausservice der Stadt Lampertheim ab sofort zum Preis von 7 Euro erhältlich. Die insgesamt drei Aufführungen finden vom 22. bis 24. August, jeweils um 20 Uhr, im Hof des Heimatmuseums statt. Sigrid Samson