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Do., 15. Dezember 2016, 10:12 Uhr
Bürgermeister Gottfried Störmer bezieht zur abgebrochenen Suche und zu den Äußerungen der ALA Stellung
„Munitionssuche am Altrhein war trotz Risiken alternativlos“
Die abgebrochene Munitionssuche am Lampertheimer Altrhein war laut Bürgermeister Gottfried Störmer trotz der generell ungünstigen Jahreszeit alternativlos. Archivfoto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die abgebrochene Munitionssuche am Lampertheimer Altrhein schlägt weiter hohe Wellen: So hat die Altrheininitiative Lampertheim (ALA) in ihren jüngsten Newslettern die Verwaltung und die Politik scharf kritisiert.
Bürgermeister Gottfried Störmer hatte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung bereits Stellung zu diesem Thema bezogen, allerdings war es ihm und der Stadtverwaltung ein Anliegen, auch im Magistratspressegespräch am Mittwoch nochmals auf dieses wichtige Thema einzugehen. „Aufgrund der aktuellen Situation habe ich mit Werner Reuters gesprochen. Die ALA fühlt sich alleingelassen. Dass dies so ist, liegt in erster Linie an der eigenen Entscheidung der ALA, sich nicht am Projektbeirat Altrhein beteiligen zu wollen“, fand das Stadtoberhaupt klare Worte. „Der Projektbeirat wurde eingerichtet und alle Organisationen zur Mitarbeit aufgefordert – auch die ALA. Doch dies war offenbar nicht gewollt.“
Die Stadtverwaltung sei dabei zu tun, was sie beitragen kann, um eine mögliche Verbesserung der Situation zu ermöglichen. So sei die Munitionssuche auf einer Fläche von 10 Hektar und damit immerhin sei Drittel der Gesamtfläche erfolgt. Dazu erklärte Gottfried Störmer: „Die Kampfmitteluntersuchungen wurden selbstverständlich unter Berücksichtigung der Wetter- und Wasserstandsprognosen durchgeführt. Nach langem Beobachten dieser Eingangsparameter und mehrmaliger Verschiebung des Starttermins für die Untersuchungen ist es uns gelungen, in generell ungünstiger Jahreszeit ein Zeitfenster zu finden. Diese generell ungünstige Jahreszeit für die Durchführung der Untersuchungen ist letztendlich den von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen geschuldet: Nach der sehr späten Genehmigung des Haushalts 2016 waren die Haushaltsmittel für die Kampfmitteluntersuchungen zunächst mit einem Sperrvermerk versehen worden. Die Mittel wurden seitens der Politik erst im Juni 2016 freigegeben, als eine grundsätzliche Erklärung des Regierungspräsidiums zur Genehmigungsfähigkeit einer Entschlammungsmaßnahme am Altrhein vorgelegt wurde. Die Einleitung des Vergabeverfahrens war somit erst nach dieser im Juni 2016 erfolgten Freigabe der Haushaltsmittel möglich, so dass bereits der für September 2016 geplante erste Untersuchungstermin in die Niedrigwasserphase fiel und verschoben wurde. Da eine Übertragung von Haushaltsmitteln in das Folgejahr nicht möglich ist, waren wir gezwungen, die Untersuchungen nun Ende 2016 zu beginnen. Über diese Sachverhalte und die Zwangslage war der Projektbeirat und damit die Politik, die Altrheininitiative und die weiteren Interessensverbände immer im Vorfeld informiert.“
Grund für die Einstellung der Messungen war nach Aussage des Bürgermeisters dabei nicht die Bildung einer geschlossenen Eisfläche auf dem Altrhein, welche evtentuell ein Fortkommen des Messbootes behinderte und welche durch Eisbrecher aufgebrochen hätte werden können. „Grund für die Einstellung der Messungen waren vielmehr die bereits durch das Messboot kleinstückig zerbrochenen Eisschollen, welche drohten, die außen am Boot geführten Messleitungen zu zerschneiden oder zu zerscheuern. Wir hatten Angebote von der Feuerwehr zur Unterstützung mit Begleitbooten, welche aufgrund vorstehender Tatsachen aber nicht genutzt wurden. Die Informationen, nach denen zwei auffällige Messergebnisse festgestellt wurden, sind so nicht nachvollziehbar. Auf nochmalige Nachfrage wiederholte die Firma BITEK ihre bereits mehrfach geäußerte Position: Demnach sind die Messungen ausgeführt und müssen nun im Büro am Rechner durch einen Geophysiker ausgewertet werden. Erst danach sind Aussagen zu eventuellen Auffälligkeiten möglich. Woher die Aussagen nach festgestellten Auffälligkeiten kommen ist auch für die Firma BITEK nicht klar. Wer entschieden hat, dass eine Sperrung des Altrheins trotz der „unklaren“ Messergebnisse nicht nötig sei und wie diese Bewertung zustande kommt, ist völlig unbekannt. Ein Berücksichtigen der Brut- und Setzzeit bei einer eventuellen Fortführung der Messungen im Frühjahr 2017 ist nicht erforderlich, da durch die Messfahrten – wie bei anderen Bootsfahrten und bei Fahrten der Altrheinfähre – keine Störung der Fauna erfolgt.“ Benjamin Kloos