Open-Air-Festival „Rock am See“ der MIL feierte 5. Jubiläum
Musiker der Extraklasse und Partystimmung pur
„Wir setzen jedes Jahr noch eine Schippe drauf" - damit hatte Projektbeauftragte und MIL-Mitglied Barbara Boll im Vorfeld Recht und präsentierte mit ihren Mitstreitern ein Jubiläums-"Rock am See" voller Überraschungen und Highlights. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – „Ole, ole – Rock am See“ – mit diesen Worten der Projektbeauftragten und MIL-(Musiker-Initiative-Lampertheim)-Mitglied Barbara Boll startete auch dieses Mal wieder die beliebte Open-Air-Veranstaltung „Rock am See” am vergangenen Samstag in den Biedensand Bädern. Gemeinsam mit MIL-Musiker Matthias Klöpsch hatte sie sich einiges einfallen lassen, um den Gästen ein ganz besonderes Event präsentieren zu können. Die MIL-Rock-Allstars hatten hochkarätige bekannte Gastmusiker zur Unterstützung gewinnen können.
Es gab tatsächlich einen Abend der Superlative, wie Boll bereits im Vorfeld angekündigt hatte. Das Spektrum der musikalischen Beiträge war breit gefächert und reichte von Songs von Herbert Grönemeyer über Lieder von Jan Delay, Ohrwürmer von Elton John bis hin zu Hits von Van Halen und Led Zeppelin – mit Funk, Soul bis hin zu Hardrock also für jeden Geschmack etwas dabei.
„Das Wetter von gestern hätte die Veranstaltung fast gekillt“, teilte Boll zu Beginn mit – der Regen und der starke Wind, der bis zum späten Nachmittag andauerte, zwang die Veranstalter dazu, etwas zeitverzögert mit den Vorbereitungen zu starten. Alle waren hoch erfreut, die Veranstaltung trotz des Windes, der sich im Verlauf des Abends legte, durchziehen zu können. Boll munterte die Anwesenden des Rockfestivals auf, sich den ganzen Abend zu bewegen, zu tanzen, singen und headbangen, damit es ihnen nicht kalt werde. Sie bedankte sich bei den Verantwortlichen der Biedensand-Bäder, Rolf Hecher und Gabi Wesp von „cultur communal” sowie dem DLRG für die tatkräftige Unterstützung in den vergangenen Jahren, und bei den insgesamt stolzen 3.500 Besuchern der Vorjahre.
Foto: Sigrid Samson
In der folgenden dreistündigen Show waren alle Gäste der vergangenen Jahre auf der Bühne vereint – es fehlten lediglich Hagen Grohe und Nina Cucera. „Unser ‚Super-Hero‘ hat sich den Mittelhandknochen gebrochen“ – damit meinte sie Keyboarder Patrick Embach, der aus diesem Grund am Abend von André Held als Verstärkung begleitet wurde. Die beiden Musiker leisteten dies gemeinsam mit Bravour. Boll stellte die weiteren mitwirkenden Musiker vor: Patrick Schneller (dr), Dominik Götz (dr), Helmut Wehe (voc, git), Thomas Wörner (voc), Hans-Peter Stoll (tr), Heiko Persson (voc). Saxofonistin Michelle LaBonte und die beiden Sängerinnen Melanie Haag und Marion La Marché sowie die Sänger Sascha Krebs, Jake Voth und Sascha Kleinophorst, alle bekannt als Spitzen der Musikszene, trugen ebenfalls dazu bei, die Wiese beben zu lassen. Neu hinzugekommen war Dietrich Bechtel am Bass.
Mit „Word of Mouth“ von Mike & The Mechanics versetzten Boll, Klöpsch und Embach die Besucher in Partylaune. Die Damen warteten schon gespannt auf den „großen hübschen Leuchtturm“, wie Boll den Musiker Sascha Kleinophorst bezeichnete, der unter anderem mit „When the streets have no name“ von U2 und „Take on me“ von Aha großen Applaus, nicht nur von den weiblichen Gästen, erntete. „Addicted to you“ von Avici, gesungen von Melanie Haag brachte die Musikbegeisterten ebenfalls zum Mitsingen und –tanzen. Marion La Marché gab „Smoke on the water“ zum Besten – das Publikum war begeistert und feierte kräftig mit. Es folgten „Fox on the Run“ von Sweet mit Helmut Wehe. „Alter Schwede – jetzt kommt ein besonderer Gast“ – versprach Boll den Gästen nicht zuviel, als Jake Voth die Bühne betrat – zunächst in krassem Outfit mit knallengen Tigerleggins, angehängtem Fuchsschwanz, zerrissenem bunten Shirt und schwarzem Filzhut zu „Ain’t talking bout love“ von Van Halen – eine grandiose Show. Auch er riss mit „Killing in the name of“ von Rage Against the Machine das Publikum mit. Auch die heißen Rhythmen von Sascha Krebs, bekannt als Musical-Sänger in „We will rock you“ in Köln und Rock-Sänger bei Festivals in ganz Deutschland, rissen die Massen mit – zu „Alkohol“ von Grönemeyer konnten fast alle den Text mitsingen. „Jetzt kommt de Chef an’s Instrument“, kündigte Boll ihren Mitstreiter Klöpsch an, der sowohl mit seinem Gesang, als auch mit seinen genialen Gitarrensolos erneut glänzte. „All along the Watchtower“ von Hendrix und der Beatles-Hit „Helter Skelter“ ergänzten die spektakuläre Bühnenshow und zeigten eindrucksvoll, dass er zu den Musikern zählt, die ihr Metier hervorragend beherrschen. Zu „Pump it up Medley“ von Jan Delay, gesanglich präsentiert von Barbara Boll gemeinsam mit Melanie Haag, war das Publikum komplett ‚aus dem Häuschen‘ und tobte.
Foto: Sigrid Samson
Dietrich Bechtle lieferte die passende musikalische Begleitung am Bass und glänzte mit seinen Leistungen. Zu „Kashmir“ von Led Zeppelin, vorgetragen von Marion La Marché, ging es im wahrsten Sinne des Wortes dann erneut voll ab – „eine wahre Rockröhre mit einer wahnsinnigen Stimmgewalt“ laut Worten Bolls, was absolut passte. Ein kleiner Zeitsprung vollzog sich zur Darbietung von Heiko Persson gemeinsam mit Melanie Haag: der allseits beliebte Song „Easy Lover“ von Phil Collins fand ebenfalls beachtliche Resonanz. Unter anderem mit „Verdampt lang her“, einem Song von BAP, überzeugte Sänger Thomas Wörner. Die Saxofon-Solos von Michelle Labonte durften selbstverständlich nicht fehlen. Funk-Rhythmen folgten: „Are you funky?“ rief Boll dem Publikum zu, und sang „Uptown Funk“ von Bruno Mars. Mit ihrer klangvollen Stimmgewalt gelingt es ihr immer wieder, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Helmut Wehe rockte die Bühne mit „Rocking all over the World“ von Status Quo. Mit dem Beitrag „Urgent“ von Foreigner sorgte Krebs für ein weiteres musikalisches Highlight am Abend. Tobender Applaus folgte und die Musiker durften ohne Zugabe die Bühne nicht verlassen. Als krönender Abschuss gaben alle Musiker gemeinsam „Bohemian Rhapsody“ von Queen zum Besten und rundeten mit damit das musikalische Highlight ab.
Das Team von Herbert Kunzmann versorgte die Besucher mit Getränken und leckeren Foccacias.
Foto: Sigrid Samson
Einen Geburtstag gab es um Mitternacht zu feiern - die rund 600 Menschen beglückwünschten Patrick Embach und sangen ihm gemeinsam ein Geburtstagsständchen. Boll bedankte sich bei allen Mitwirkenden. Dass ihr das Jubiläums-Open-Air gemeinsam mit ihren Mitstreitern hervorragend gelungen war, zeigte die Resonanz des Publikums auf die klanglich und gesanglich eindrucksvolle Darbietung aller Beteiligten.
Einmal mehr ist es mit diesem Projekt gelungen, eine echte Bereicherung des lokalen Kulturangebotes zu schaffen, das große Akzeptanz bei der Bevölkerung genießt – sowohl in Lampertheim, als auch im gesamten Umkreis. Sigrid Samson