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Fr., 12. November 2021, 09:06 Uhr
Gemeinsame Kampagneneröffnung des Hofheimer Carneval Vereins und der Canisiushaus-Fastnachter
Narren planen Alternativprogramm zu abgesagten Prunksitzungen
Seit 2017 starten der Hofheimer Carneval Verein und die Canisiushaus-Fastnachter am 11.11. gemeinsam in die närrische Zeit. Foto: Petra Gahabka
HOFHEIM – 2020 ist die Eröffnung der Fastnachtskampagne am Alten Rathaus Corona-bedingt ausgefallen. Aber in diesem Jahr ließen es sich der Hofheimer Carneval Verein (HCV) und die Canisiushaus-Fastnachter Hofheim (CFH) der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael nicht nehmen am 11.11. wieder gemeinsam die fünfte Jahreszeit einzuläuten.
„Wir trotzen dieser Virusplage, rufen Helau am heutigen Tage. Wir machen gemeinsam das, so wie ihr seht,
was mit Abstand und Hygiene eben geht“, rief CFH-Sitzungspräsident Alexander Rank den versammelten Narren am Ausscheller-Denkmal zu. Die Bronzefigur bot dafür die passende Kulisse, denn wenn es in früheren Zeiten auf der Straße laut bimmelte und der Beschäftigte der Gemeinde „Bekanntmachung“ rief, dann gab es etwas Wichtiges mitzuteilen. Thema Nummer eins ist derzeit die Pandemie, und darauf hatte sich auch HCV-Sitzungspräsident Alexander Scholl einen Reim gemacht: „Ich will mich wirklich nicht beschwere, aber ich kann Corona net mehr höre. Doch das Virus war am Anfang und auch in de heutige Tage, wirklich gefährlich, das muss man deutlich sage.“ Von Maskenverweigerern und Verschwörungstheoretikern hätten die Fastnachter die Schnauze voll, es gelte mit Realität und gesundem Menschenverstand das Virus zu besiegen. Die Grundlage dafür seien die närrischen 3G der Fassenacht: geschunkelt, gefeiert, gelacht. „Denn Humor ist wichtig, Ihr werdet sehn. Er hilft uns weiter diese Zeit zu überstehen“, lautete Ranks Rat mit Blick auf den „dauerhaften Maskenball“. Unter dem Läuten der Sitzungsglocke und einem dreifach donnernden „Howwe Helau“ gaben sie gemeinsam bekannt: „Der Ausscheller verkündet weit und breit, ganz egal, ab jetzt ist Fastnachtszeit.“
Für den HCV, der sich aktuell in seinem 3x11-jährigen Jubiläumsjahr befindet, ist es in dieser Kampagne besonders bitter, keine Prunksitzungen durchzuführen. Hintergrund ist laut Scholl, dass das denkbare 2G-Modell für den Verein keine Option darstellt und eine Prunksitzung mit einem entsprechenden Abstands- und Hygienekonzept derzeit nicht vorstellbar ist. Als Alternative ist an den Samstagen, 5. und 12. Februar, jeweils um 19.11 Uhr eine „Närrische Weinprobe“ im Bürgerhaus geplant. Bei dieser 3G-Veranstaltung ließen sich mit ausgewählten Weinen, musikalischer Untermalung und einem närrischen Rahmenprogramm unter den jetzigen Voraussetzungen die Abstands- und Hygienevorschriften sicher einhalten. Darüber hinaus ist die Verleihung eines Jubiläumsordens vorgesehen.
Bezüglich der Kinderfastnacht und der Hexenfastnacht wird die finale Entscheidung, mit Blick auf die weitere Entwicklung der Pandemie, in den kommenden Wochen fallen. Die Teilnahme an den Fastnachtsumzügen in Bürstadt und Lampertheim ist, wenn diese stattfinden, ebenfalls vorgesehen. „Auch wenn der HCV sich seine Jubiläumskampagne deutlich anders vorgestellt hatte, so freuen wir uns dennoch auf das, was kommt und hoffen, dass das Alternativprogramm durchführbar ist und angenommen wird“, so der Sitzungspräsident. Als zusätzliche Veranstaltung plant der Verein gemeinsam mit den Fastnachtern der katholischen Pfarrgemeinde am Samstag, 26. Februar, einen Fastnachtsmarkt in Hofheim. Erste Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Alexander Rank teilte mit, dass auch die beiden Prunksitzungen im Canisiushaus abgesagt sind. Das Event im Freien biete immerhin eine Möglichkeit die „Fastnacht leben zu lassen“. Petra Gahabka