Sa., 22.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 18. Februar 2020, 09:38 Uhr
    Bei den Fastnachtssitzungen im Canisiushaus drehte sich vieles um die Liebe 

    Narrhallamarsch und rote Herzen am Valentinstag

    Feierten das Leben als kunterbunte Trolls: Die Happy Dance Company. Foto: Petra Gahabka


    HOFHEIM – Wenn schon Valentinstag, dann richtig, dachten sich die Fastnachter der katholischen Pfarrgemeinde. Und so drehte sich bei den Sitzungen am Freitag und dem darauffolgenden Abend vieles um die Liebe. Rote Deko-Herzen auf den Tischen, vier Stunden beste Unterhaltung und die Konfettikanone allzeit schussbereit, das war ganz nach dem Geschmack des Publikums. 

    Sitzungspräsident Alexander Rank kündigte im Canisiushaus ein närrisches Programm an, „mit einer Mischung aus Zärtlichkeit und Humor ist für jeden was dabei, von Tanz, Bütt, Gesang bis hin zur Schunkelei“. Für einen gespenstischen Auftakt sorgten die Zappelfüße des Katholischen Familienzentrums St. Michael, die als Geister und Draculas einen flotten Tanz präsentierten. Zur Belohnung gab es für jedes Kind den Kampagnenorden, dasMotiv: Narrenkappe und Herzen. 

    Protokoller Bernhard Hossner ist für seine kritischen Worte bekannt, Themen gab es von Fridays for Future (bei dem Schuleschwänzen freitags zum guten Ton gehörte) über Sprüche aus dem rechten Lager (wäre Hitler noch am Leben, könnte er auf Urheberrechte klagen) bis zu Schimmelsporen auf dem Fleischkäse (das hessische Verbraucherschutzministerium badet in Unwissenheit) genug. Über Hofheim wusste er, nachdem beim Bahnübergang der zunächst als normgerecht bewertete Höhenunterschied von zehn Zentimetern beseitigt wurde, nur Positives zu berichten. Neben den friedfertigen Einwohnern gebe es ein reges Vereinsleben und eine gute Infrastruktur, zu der auch zwei namhafte Gaststätten zählten, eine davon mit einer „eher unüblichen Affinität zu Schalke 04“. Kostümwechsel Hossner, Anzug und Zylinder sind wenig später einem silbernen Minikleid und blonder Langhaarperücke gewichen. Als Liebesgott Amor hat es der Redner in Zeiten von Parship und Co. nicht leicht. 

    Mit Kriegsbemalung und Federschmuck ging es beim Stammestanz der „Boygroup“ Step by Step zur Sache, voller Enthusiasmus animierten die fünf Indianer das Publikum zum Mitmachen. Die Wild Dancers sind mittlerweile junge Damen, die den Junggesellinnenabschied mit einer tollen Choreografie zu einer großen Party werden ließen. Und auch Philipp Hossner, der 2014 mit elf Jahren sein Debüt in der Bütt gab, ist der Fastnacht treu geblieben. Als angehender Modeschöpfer sprach er über No-Gos wie Leggins bei dicken Waden und erfreute sich an Bürstadts Rathauschefin Bärbel Schader, die stylisch auf dem neusten Stand sei. „Immer selbstbewusst und beherrscht, außer die Haare, die sind auf Krawall geberrscht.“ Kleidungstechnisch ganz weit vorne zeigte sich Jan Aaron Snaschel im weißen Elvis-Overall mit Stehkragen. Die Gitarre lässig umgehängt, ließ der 13-Jährige bei seiner gelungenen Premiere mit Schlagern wie Marmor, Stein und Eisen bricht“ das Stimmungsbarometer im Canisiushaus hochschnellen. Orden? „Brauch ich nicht“, sprach`s und spielte direkt die Zugabe.   

    Zu ihrem närrischen elfjährigen Jubiläum hat sich das Howwemer Spritzgebäck selbst übertroffen. Lieder wie „Mich hat ein Engel geküsst“ begleiteten die tänzerisch wie optisch sehenswerte Performance, inklusive Heirat. Ein Wiedersehen mit der Gruppe gibt es am 21. März beim Männerballett Ried Contest in Bobstadt. Dem Valentinstag alle Ehre machten auch Sängerin Stephanie Bittmann und Gitarrist Willi Winkler, die ein Potpourri von „Verdammt, ich lieb dich“ bis „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ präsentierten. Wie es Überrheiner 25 Jahre miteinander aushalten, das erzählten Ilka Cleres und Markus Jäger vom Heimatverein Abenheim, die als Hilde und Schorsch schon viele Jahre gern gesehene Gäste im Canisiushaus sind. „Wer bauchfrei trägt, sollte bauchfrei sein“, diesen Satz hätte Stand-up-Comedian Sebastian Neubecker lieber nicht zu seiner Freundin gesagt. Doch er ist halt gerade heraus, und eine Sonnenbrille kaschiert so ein blaues Auge ganz gut. 

    Die Wilden 80er sind der Garant für Witz, Kreativität, schrille Outfits und coole Tanzeinlagen. In diesem Jahr war Showtime auf Malle angesagt, wo Bundespräsident Horst Penner, herrlich gespielt von Christian Marquard, eine Audienz beim Bierkönig erhielt. Dieser hatte eine Biersperre verhängt und wurde vom bayrischen Wirt, den Alexander Rank mit Lederhose und feschem Schuhplattler verinnerlicht hatte, zum Jodelduell herausgefordert. Ein Schenkelklopfer nach dem anderen gab es auch bei Maria Hagemann, die als Zölibatesse verkündete: „In Howwe is jetzt Pole owwe“. Sie gibt nicht nur dem Pfarrer Sprachunterricht, sondern sorgt auch für eine artgerechte Haltung der Männer - ein Chip im Ohr macht die Ortung möglich. Seitdem sei die Kirche wieder voll. Den glänzenden Schlusspunkt der Sitzung setzte die Happy Dance Company, die als kunterbunte Trolls, das Leben feierten. Petra Gahabka

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 2