Do., 26. März 2015, 13:56 Uhr
Fahren im Naturschutzgebiet strengstens verboten / Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt
Naturschutz hat Vorfahrt
LAMPERTHEIM/KREIS BERGSTRASSE - Schönes Wetter und die kommenden Osterfeiertage laden viele Menschen dazu ein, einen Ausflug ins Freie zu unternehmen. Ein beliebtes Ausflugsziel ist hierbei das Naturschutzgebiet „Glockenbuckel“ in Viernheim. Leider musste die „Naturschutzwacht“ des Forstamtes Lampertheim des Öfteren feststellen, dass Besucher sich hier nicht angemessen verhalten und dem Naturschutzgebiet dadurch Schaden zufügen.
Auf den ersten Blick mag die Offenlandfläche des Glockenbuckels „unempfindlich“ erscheinen, denn man sieht ja nur etwas Sand und vertrockneten Rasen. Das ist jedoch nicht der Fall. „Der „Glockenbuckel“ ist eines der bedeutendsten Sandtrockenrasengebiete Hessens, das aus eiszeitlichen Flugsanden entstanden ist. „Aufgrund seiner ganz besonderen ökologischen Verhältnisse finden hier Tier- und Pflanzenarten eine Heimat, die mit den extremen Bedingungen wenig Nährstoffe, wenig Wasser und Bodentemperaturen von über 60 Grad Celsius zurecht kommen und dadurch für Mitteleuropa sehr selten und wertvoll sind“, erklärt Werner Kluge, der sich am Forstamt Lampertheim federführend um die Pflege der Naturschutzgebiete kümmert.
Seltene Tierarten wie die Kreuzkröte und verschiedene Heuschreckenarten, die außergewöhnlichen Vogelarten Ziegenmelker und Wendehals sowie hochspezialisierte Pflanzenarten wie Steppenwolfsmilch, Silbergras und Sandthymian sind im Naturschutzgebiet zu Hause.
„Durch aktive Pflegemaßnahmen wie die extensive Beweidung mit Schafen und Eseln und regelmäßiges Entfernen von standortfremden Baumarten sorgen das Forstamt Lampertheim und zahlreiche ehrenamtliche Helfer dafür, das empfindliche ökologische Gleichgewicht zu erhalten“, erläutert Kluge.
Um dieses besondere Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen zu erhalten bittet das Forstamt alle Erholungssuchenden darum, Hunde an der Leine zu lassen und die Wege nicht zu verlassen. Blumen pflücken, Füttern der Weidetiere sowie Zelten und Feuer machen sind ebenfalls untersagt. Die Naturschutzflächen sollen auch von Schulklassen und Kindergärten nicht betreten werden.
Erheblich sind insbesondere die durch Befahrung mit Motorrädern, Quads und Mountainbikes verursachten Schäden. Das Fahren im Naturschutzgebiet ist deshalb strengstens verboten! Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt! Zuwiderhandlungen können dem Forstamt Lampertheim telefonisch unter 06226/94520 gemeldet werden. zg