Herbst hält für Autofahrer zahlreiche Gefahren bereit / Jetzt auf Winterreifen umsteigen
Nebel und nasse Blätter als Sicherheitsrisiko
Im Herbst ist die Sicht oft eingeschränkt. Eine angepasste Fahrweise ist in dieser Zeit unabdingbar. Foto: ADAC
Dunkelheit, Nebel, Regen und Wildwechsel: Der Herbst und der nahende Winter sind für Autofahrer reich an Herausforderungen. Morgens und abends ist bei klarem Wetter die tiefstehende Sonne häufig ein Problem. Halten Sie einen entsprechenden Sonnenschutz für Ihre Augen bereit und sorgen Sie dafür, dass Ihre Scheiben sauber und frei von Schlieren sind, die das Sonnenlicht spiegeln.Doch nicht nur Sonne ist ein weiteres Sicherheitsrisiko, sondern speziell in der Morgendämmerung Nebel – Überholmanöver enden aufgrund der mangelnden Sicht und der entsprechenden späten Reaktion bei der Erkennung einer Gefahr meist mit schwerwiegenden Folgen, so wie jüngst auf der B44 zwischen Biblis und Groß.Rohrheim geschehen. Daher gilt: Fahren Sie vorsichtig, achten Sie bei aufkommenden Nebel auf angemessene Geschwindigkeit und schalten Sie das Licht an. Verzichten Sie auf unnötige Überholmanöver. Auf der feuchten Straße entsteht durch Blätter schnell eine Rutschbahn, doch auch bei trockener Straße kann Laub noch feucht sein und so schnell zu längeren Bremswegen und erhöhter Unfallgefahr führt.
Wildwechsel
Im Herbst passieren die meisten Wildunfälle mit Personenschaden, eine besonders große Gefahr besteht während der Dämmerung. Im Jahr 2014 verunglückten auf deutschen Straßen 2 842 Menschen bei Wildunfällen. Insgesamt waren 18 Tote zu beklagen, 574 Menschen wurden beim Zusammenprall mit einem Wildtier schwer verletzt. Unter die Räder kamen bei den Unfällen aber auch gut 200 000 Rehe, Hirsche und Wildschweine. Neben dem oft beträchtlichen Leid für Mensch und Tier ist auch der wirtschaftliche Schaden immens. So belaufen sich die jährlichen Leistungen der Teil- und Vollkaskoversicherer auf gut eine halbe Milliarde Euro. Nach Angaben des ADAC ist die Gefahr, mit einem Wildtier zu kollidieren, in den Monaten Oktober und November besonders groß. Dies liegt in erster Linie daran, dass jetzt als letzte Getreideart der Mais abgeerntet wird und viele Tiere sich nicht mehr sicher auf dem Feld verstecken können. Grundsätzlich können Wildunfälle zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit passieren, doch die Gefahr nimmt im Herbst zu. Der Grund: Wild geht meist in der Dämmerung auf Nahrungssuche, also genau dann, wenn in der dunklen Jahreszeit der Berufsverkehr auf den Straßen ist. Der ADAC rät den Verkehrsteilnehmern, vor allem an Waldrändern und unübersichtlichen Feldern aufmerksam und vorsichtig zu sein. Es empfiehlt sich, das Tempo zu reduzieren, bremsbereit zu sein und den Straßenrand im Blick zu behalten. Wenn plötzlich ein Tier auf der Straße oder am Straßenrand auftaucht, heißt es abbremsen, abblenden und dann langsam vorbei fahren. Nicht selten folgen auf ein Tier noch weitere Artgenossen, deswegen ist auch weiterhin erhöhte Vorsicht geboten. Kann ein Zusammenstoß nicht mehr verhindert werden, sollte der Fahrer das Lenkrad festhalten und eine Vollbremsung machen. Je schneller das Fahrzeug beim Unfall ist, desto größer die Wucht beim Aufprall des Tieres und damit auch das Verletzungsrisiko der Insassen. Ausweichmanöver sollte man auf jeden Fall vermeiden – sie enden nicht selten an einem Baum oder im Gegenverkehr.
Jetzt müssen die Winterreifen drauf
Winterreifen haben auf Schnee den kürzesten Bremsweg. Ein Versuch des ADAC von 2011 zeigt: Sommerreifen benötigen einen doppelt so langen Bremsweg wie Winterpneus. Wertvolle Meter, die unter Umständen über Leben und Tod entscheiden können. Auch herkömmliche Ganzjahresreifen benötigen im Durchschnitt etwa eine Fahrzeuglänge mehr zum Anhalten als ein guter Winterreifen. Wer jetzt noch nicht auf Winterreifen umgerüstet hat, sollte sich schnellstens um einen Werkstatttermin kümmern. 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg erwartet denjenigen, der bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen erwischt wird. Behindert er dabei überdies den Verkehr, drohen 80 Euro und ein Punkt. Bei einem Unfall aufgrund falscher Bereifung kann dies bei grober Fahrlässigkeit zu einer erheblichen Leistungskürzung durch die Kaskoversicherung führen. Außerdem droht dem Autofahrer bei der Regulierung eines Schadens mit der Haftpflichtversicherung der Gegenseite eine Mithaftung. Ganzjahresreifen gelten vor dem Gesetz als Winterreifen. In Deutschland fordert der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern bei der Bereifung. Der ADAC empfiehlt, aus Sicherheitsgründen Winterreifen bereits ab einer Profiltiefe von vier Millimetern auszutauschen. Wer neue Winterreifen benötigt, kann sich im aktuellen ADAC-Winterreifentest 2015 über viele Modelle informieren. zg