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Fr., 11. Januar 2019, 09:26 Uhr
Im Sommer kommen die Aufzüge – ab 2020 der 2. Bauabschnitt auf städtischen Flächen
Neu gestaltete Umgebung des Bahnhofs eingeweiht
Die Baumaßnahmen im ersten Teilbereich sind abgeschlossen, der Bahnhofsvorplatz und die Bahnhofsallee sind umgestaltet. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Am Bahnhof und in der Bahnhofallee zeigt Bürstadt eine neue Aufenthaltsqualität, der Wildwuchs ist einer geordneten Ästhetik gewichen und auch dem Komfort wurde Rechnung getragen. Fast alles ist neu – die Pflasterung erscheint auch ohne Sonnenschein freundlich, die Beleuchtung ist intelligent mit der neuen Park+Ride-Anlage verbunden, die Bushaltestelle wurde barrierefrei gebaut und auch an die gesunde Bewegung und Kommunikation haben die Planer gedacht. Alte Bäume prägen das Bild der Bahnhofsallee, neu gepflanzte junge Bäume säumen die Parkplätze. Die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen am Bahnhof und in der Bahnhofsallee wurde am Mittwochvormittag auf dem Bahnhofsvorplatz gefeiert. Der Einladung von Bürgermeisterin Barbara Schader waren der Erste Stadtrat Walter Wiedemann und Stadtrat Werner Klag sowie Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf und Stadtverordnete gefolgt, ebenso Anwohner und Vertreter der Lokalen Partnerschaft (LoPa). Unter den Teilnehmern warender für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständige Kreisbeigeordnete Karsten Krug, beteiligte Planer und Berater sowie Vertreter der ausführenden Firmen. Die Delegation von Hessen mobil führte der Regionalbevollmächtigte Andreas Moritz an, vom VRN war Christian Wühl gekommen. Stürmische Winde rüttelten am Zeltpavillon, ein Regenschauer prasselte herab, winterliches Mützenwetter ließ die Gäste unter dem Dach zusammenrücken als sie der Rede von Bürgermeisterin Schader zuhörten, die ein Resümee der gesamten zehn Jahre dauernden Entwicklungsgeschichte zog. Für diesen erstenBauabschnitt wurde im Mai 2016 der Förderantrag gestellt, nachdem im Dezember 2014 mit Hessen mobil die Abstimmung wegen der Verkehrsinfrastrukturförderung des Landes Hessen erfolgt war, parallel hat die Abstimmung mit der Bahn und dem VRN zur Einbindung in das städtische Gesamtkonzept stattgefunden. Im Juli 2015 stimmte die Stadtverordnetenversammlung der Machbarkeitsstudie Bahnhofsumfeld als Handlungsrahmen für die weitere Entwicklung zu. Im Dezember 2015 wurden die Ingenieurleistungen an Mailänder Consult vergeben, Anfang 2016 fanden Gespräche mit den Anwohnern und eine Bürgerinfo zur geplanten Umgestaltung statt, im Mai 2016 beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Entwurf zum Teilbereich 1. Von April bis Dezember 2018 war die Firma Philipp und Wahl aus Ludwigshafen mit den Baumaßnahmen befasst.
Am Bahnhof und in der Bahnhofallee zeigt Bürstadt eine neue Aufenthaltsqualität. Foto: Hannelore Nowacki
Die Gesamtkosten von etwa 1,8 Millionen Euro seien noch nicht festgestellt, teilte Schader mit, enthalten sind die Fördermittel von Hessen mobil in Höhe von 923.000 Euro. Schader dankte allen Beteiligten für die Zusammenarbeit, es sei ein perfektes Zusammenspiel gewesen. „Wir haben vieles gemeinsam auf den Weg gebracht, aber wir haben noch vieles gemeinsam vor“. Das kürzlich modernisierte Bahnhofsgebäude im Privatbesitz mit zwei vermieteten Wohnungen erstrahlt mit heller Fassade. Im Erdgeschoss soll es einen gastronomischen Bereich und eine öffentliche WC-Anlage geben. Landschaftsplaner Dirk Schelhorn, der die alla hopp!-Anlage konzipiert hatte, klärte ein Rätsel auf. „Was sollen diese Hockerchen da, kann man da sitzen?“ Eine Frage der Bürgermeisterin, die sich auch andere gestellt hatten. Es fehlen einfach noch die bestellten Sitzflächen, erklärte Schelhorn. Diese Sitzgelegenheiten zum Wohlfühlen seien in Gruppen angeordnet, um die Menschen zur Kommunikation zu ermuntern. Die Schaukel an der Bushaltestelle diene der Bewegung, passend zum Konzept der gesunden Stadt für alle Bürger. Und wie findet Heinz Neumann das Ergebnis der Umgestaltung? Als Anwohner hatte er sich an der IG Bahnhofsallee beteiligt. Er persönlich sei zufrieden, doch sei dies nicht bei allen so, meinte er. Die Bahn werde ab Sommer dieses Jahres mit der Errichtung der Aufzüge zu den Bahnsteigen Richtung Mannheim und Frankfurt und mit der Sanierung der Treppe beginnen, an deren Kosten sich die Stadt Bürstadt beteilige, kündigte Schader an. Ab Frühling werde die Bahn unten Richtung Worms-Bensheim den Bahnübergang barrierefrei umbauen. Das Ziel der Wohnbebauung mit Erhalt des Raiffeisenturms werde 2019 mit Konzeptentwicklung und Investorensuche begonnen. Ein Förderantrag für EFRE-Mittel sei bereits gestellt. Im 2. Bauabschnitt ab 2020 werden die städtischen Flächen mit P+R östlich des Bahndamms sowie am neuen Außenbahnsteig in der Industriestraße umgestaltet.Hannelore Nowacki
Information
Das wurde gemacht: Umbau der Bahnhofsallee mit neuer Verkehrsführung mit Ergänzung und Ersatz von Bäumen; Gestaltung einer neuen Grünfläche an der Einmündung Mainstraße; Errichtung von Park+Ride-Flächen mit 45 Parkplätzen sowie 21 Parkplätzen im Straßenraum (weitere 20 nach Ausbau im 2. Bauabschnitt östlich des Bahndamms); überdachte Fahrradabstellanlagen mit 20 Stellplätzen (später im 2. Bauabschnitt weitere 40); 8 Fahrradboxen (später weitere 24); Aufladestation für Elektroautos und E-Bikes; Verleihstation VRN-nextbike; neue barrierefreie Bushaltestellen; barrierefreie Fußgängerführung und taktiles Leitsystem; Gestaltung des neuen Bahnhofsvorplatzes mit Bewegungselementen; neue intelligente Beleuchtung und Versorgungsleitungen.