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  • Mo., 15. Juni 2015, 22:50 Uhr
    Der Magistrat nimmt zur Flüchtlingssituation Stellung

    Neubauten brauchen mindestens ein Jahr Planungszeit

    LAMPERTHEIM – Immer mehr Flüchtlinge werde der Stadt Lampertheim vom Kreis Bergstraße zugewiesen, die nach dem Willen der Stadtverordnetenversammlung dezentral unterzubringen sind. Dafür hat die Stadtverwaltung den Auftrag bekommen. Das machte Bürgermeister Gottfried Störmer bei einem Pressegespräch deutlich und bittet um Versachlichung des Themas, bevor es auf eine Schiene komme, die emotional hoch belastet sei. „Hanebüchen“ nannte er Gerüchte, dass in der Ringstraße 240 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Erster Stadtrat Jens Klingler erläuterte die aktuelle Situation, in der verschiedene Standorte wie an der Ringstraße geprüft werden. Bestimmte Gebiete wie die Oberlache West scheiden aus Lärmschutzgründen und als Gewerbegebiet aus, da die Genossenschaft Christophorus Wohnheime Nachhaltigkeit verlange, das heißt ein Konzept mit Nachfolgenutzung als Wohnungen. Gegenwärtig werde dort die Gewerbeansiedlung geplant. Nach Beschlusslage scheide die 12.000 Quadratmeter große Oberlache West mit einer Restfläche von nur 2.000 Quadratmetern als nicht zulässiger „Außenbereich“ auch als Containerstandort aus, was auch auf das „Gleisdreieck“ zutreffe.  Vier Containerstandorte für je 26 Personen seien einzurichten. Fakt sei, dass insgesamt 10 Häuser für 240 Personen als Neubau geplant seien, auch werde versucht, in Lampertheim Wohnraum anzumieten wie bereits in der Alten Viernheimer Straße und in Hofheim. Wenn bis zum 31.  Dezember dieses Jahres 450 Flüchtlinge erwartet werden, brauche die Verwaltung einen „Vorratsbeschluss“, zum Beispiel für Container-Standorte. Doch auch das brauche Zeit, bei Neubauten geht Klingler von einem Jahr aus. Bürgermeister Störmer stellte klar, dass Container nur eine Notlösung seien. Schon zum 1. Oktober werde ein Sozialarbeiter eingestellt, aktuell sei Horst Schmitt im Haus am Römer (Telefon 06206/935-210) Ansprechpartner. Klingler regt an, über Befürchtungen und Gedanken ein persönliches Gespräch zu führen, dann hätten sich manche Leserbriefe erübrigt. Alles seien normale Verfahrensabläufe, versicherte Klingler, aber es gebe noch viele offene Fragen. In der Sitzung des Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschusses (SEBA) am 7. Juli werde über die Flüchtlingsunterbringung beraten. Ziel sei, vor der Sommerpause einen Beschluss über den Bau von fünf Häusern zu verabschieden. Bislang gebe es keine finale Entscheidung, „wir machen nur Vorschläge“. Der Bürgermeister erinnerte an das Vorrecht der politischen Gremien mit dem Thema befasst zu werden, auch wenn manche Bürger erwarten, dass die Verwaltung zuerst auf die Bürger zukommen solle: „Die Politik ist unser Ansprechpartner“. Die Bürger können, wie beispielsweise in der Florianstraße geschehen, zur „Anwohnerversammlung“ eingeladen werden. Hannelore Nowacki

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