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  • Mo., 02. März 2020, 09:25 Uhr
    Feierliche Zertifikatsübergabe nach Ausbildung – gemeinsam für eine offene und tolerante Gesellschaft 

    Neue Integrationslotsen als interkulturelle Vermittler

    Die Integrationslotsen in Bürstadt und Biblis sind als interkulturelle Vermittler mit deutscher Sprachkompetenz wichtige Partner bei der Integration (von links): Ohmar Samee (Sprachen Urdu, Punjabi, Hindi), Rania Abou Saif (Syrisch, Arabisch), Kobra Nazari (Persisch; Ausbildung schon früher absolviert) und Cristian Mateiciuc (Rumänisch, Englisch). Die Integrationslotsen Ried sprechen außerdem Afar, Eritreisch, Griechisch, Polnisch und Somalisch. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Im Sitzungszimmer des Rathauses sah es nach einer Feier aus – Gebäck, Sekt und Saft standen bereit und die Anwesenden wirkten entspannt und heiter. Tatsächlich gab es etwas zu feiern: Bürgermeisterin Barbara Schader hatte die neuen Integrationslotsen für Bürstadt zur Zertifikatsübergabe und weitere Akteure im Bereich Migration wie den Integrationsbeauftragten der Stadt Bürstadt Jürgen Knödler und die Vorsitzende des Ausländerbeirats Fatma Aya eingeladen. Acht Monate lang jeden Samstag ganztags haben Rania Abou Saif, Ohmar Samee, Cristian Mateiciuc und Kobra Nazari die Ausbildung beim Lernmobil Viernheim e. V. und ein zweiwöchiges Praktikum  in Zusammenarbeit mit der Stadt Bürstadt absolviert. Diese Basisausbildung mit 36 Unterrichtseinheiten endete mit einem Abschlusskoloquium. Über diesen schönen Termin am Freitagabend freute sich Bürgermeisterin Schader, voll des Lobes für die neuen Integrationslotsen, ihr ehrenamtliches Engagement und das „tolle Konzept“ des Vereins Lernmobil Viernheim als langjähriger Kooperationspartner. Dr. Brigitta Eckert, Geschäftsleitung und pädagogische Leiterin des Vereins Lernmobil Viernheim, dankte der Stadt Bürstadt für die Zusammenarbeit und hob die vielen „Basisbausteine“ hervor, die in Bürstadt ein miteinander vernetztes Zentrum für Integration ausmachen, so gebe es ein Sprachenzentrum und einen Integrationsbeauftragten. Der Gedanke beim Einsatz von Integrationslotsen sei, wie man Menschen befähigen könne, die Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Die eigene Biografie und Erfahrungen bringen die angehenden Integrationslotsen in die Ausbildung ein und werden auf die vielen Anforderungen der professionellen und neutralen Tätigkeit als Vermittler vorbereitet. Zu ihren vielfältigen Aufgaben gehöre, den Migranten den Umgang mit der Bürokratie zu erleichtern, Eltern bei Gesprächen in der Kita, Schule und bei Ämtern zu helfen, erklärte die Bürgermeisterin. Nachhaltige und vernetzte Strukturen einer kooperativen Integrationsarbeit sollen geschaffen werden. Die Ausbildung und Weiterbildung werde in Kooperation mit den Gemeinden Groß-Rohrheim und Biblis durchgeführt. Zehn Integrationslotsen sind im Einsatz und an mehreren Anlaufstellen zu festen Sprechzeiten in Bürstadt und Biblis anzutreffen. Aufgabe und ausdrückliches Ziel ist, dass sich die ausländischen Mitbürger von Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim wohlfühlen. Die Integrationslotsen sollen Brücken schlagen, zum Vertrauen zwischen den unterschiedlichen Kulturen beitragen und das Verständnis füreinander fördern. Bei sprachlichen Barrieren übersetzen sie und klären auf und motivieren zum Erwerb der deutschen Sprache. Sie informieren über kommunale Institutionen, Vereine und Verbände, vermitteln die Ratsuchenden an die jeweils zuständigen Behörden, Beratungsstellen und Fachdienste. Zielgruppen sind Menschen mit Migrationshintergrund, auch Flüchtlinge, die nach dem Landesaufnahmegesetz von den Kommunen aufgenommen wurden. Auch die Vertreter kommunaler Institutionen und Einrichtungen, Migrantenorganisationen wie der griechische Elternverein und interkulturelle Initiativen wie das internationale Sprachcafé zählen zu ihren Zielgruppen und Gesprächspartnern. Bürstadt mit rund 17.000 Einwohnern  und Zuwanderern aus 78 Ländern ist interkulturell vielfältig geprägt, erläuterte Schader. Zu den 2.814 Migranten mit einem Anteil von 16,4 Prozent kommen 6,7 Prozent bereits eingebürgerte Menschen mit Migrationshintergrund. Die meisten kommen aus Polen, Türkei und Griechenland, viele aus Syrien, Kroatien, Spanien und Italien. Das Projekt Integrationslotsen hat das Ziel heimisch zu werden, betonte Bürgermeisterin Schader, sich im Alltag besser zurechtzufinden: „Ihre Arbeit trägt Früchte, gemeinsam für eine offene, tolerante Gesellschaft einzutreten“. Gerasimoula Grigoraki, Rathausmitarbeiterin und Frauengleichstellungsbeauftragte, begleitet und koordiniert das Projekt in Zusammenarbeit der Stadt Bürstadt mit dem Lernmobil.   Hannelore Nowacki

    Information

    Feste Sprechzeiten und Anlaufstellensind im Rathaus Bürstadt, Zimmer 102, donnerstags 15 bis 17 Uhr. Interkulturelles Büro, Magnusstraße, 1. OG, mittwochs 15 bis 17 Uhr. Schillerschule Bürstadt, montags 7.50 bis 8.50 Uhr. Erich-Kästner-Schule Bürstadt, montags 9 bis 10 Uhr. Rathaus Biblis, Gisela Bär, freitags  9 bis 11 Uhr. 

    An der gemeinsamen Feier der Zertifikatsübergabe nahmen neben Bürgermeisterin Barbara Schader (4. Von links) und Dr. Brigitta Eckert (links) vom Verein Lernmobil Viernheim die Vorsitzende des Ausländerbeirats Fatma Aya, Projektkoordinatorin der Stadt Bürstadt Gerasimoula Grigoraki (hinten) und der Integrationsbeauftragte der Stadt Bürstadt Jürgen Knödler teil. Die neuen Integrationslotsen (von links) sind Ohmar Samee, Rania Abou Saif, Kobra Nazari und Cristian Mateiciuc. Foto: Hannelore Nowacki

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