Fowiza Abukar aus Somalia erweitert das sprachliche Angebot
Neue Integrationslotsin für Lampertheim
Fowzia Abukar (2.v.l.) erweitert als neue Integrationslotsin in Lampertheim das sprachliche Angebot. Foto: Nadine Schütz
LAMPERTHEIM – Strahlend nahm Fowzia Abukar die von Bürgermeister Gottfried Störmer überreichte Urkunde entgegen. Gut sieben Monate hatte sie dafür gearbeitet. Ihre Ausbildung umfasste sieben Module, zwei Workshops und zusätzlich 20 Praktikumsstunden. Ihre Prüfung hat sie erfolgreich bestanden. Nun ist Abukar eine von acht Integrationslotsen in Lampertheim.
Schon vor ihrer Ausbildung habe sie gerne ihre Hilfe angeboten, verriet die 1993 mit ihrer Familie vor dem Bürgerkrieg in Somalia geflüchtete Mutter einer fünfjährigen Tochter. Nur wenige Jahre älter war sie, als sie mit ihren Angehörigen zunächst in Mörlenbach ein neues Zuhause gefunden hatte. Nach zwei Stationen in Lampertheim und Bonn zog es sie der Liebe wegen endgültig nach Lampertheim. „Die sprachlichen Schwierigkeiten sind wohl die größte Hürde“, weiß Abukar. Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz ist nun in Lampertheim neben den Sprachen Russisch, Griechisch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Kurdisch, Dari, Farsi, Urdu und Deutsch auch Somali abgedeckt.
Störmer erklärte bei der Übergabe der Urkunde am Mittwochmorgen, wie wichtig dieses Ehrenamt sei. Es sei notwendig, dass Menschen Brücken bauten, um sprachliche Barrieren zu überwinden, aber auch um kulturellen Missverständnissen im Alltag vorzubeugen – sei es familiär, bei Behörden, im Mietverhältnis oder gegenüber Lehrern. „Ich freue mich, dass wir eine weitere Integrationslotsin in Lampertheim haben werden!“, drückte Störmer seinen Dank aus.
Gonca Karagöz, Abteilungsleiterin Integrationslotsen beim Lernmobil e.V., die Abukar und 21 weitere Integrationslotsen aus dem Kreis Bergstraße bei ihrer Ausbildung begleitet hat, lobt das Engagement Abukars: „Sie war so aktiv, hat mit Herzblut ihre Ausbildung gemacht. Sie wird eine große Bereicherung für Lampertheim sein.“
Silke Reis, Fachdienst Ehrenamt und Vereine, weiß um den Bedarf an Integrationslotsen in Lampertheim. Neben den regulären Sprechzeiten – siehe www.lampertheim.de – wird am 4. März eine neue Plattform der Begegnung bereitgestellt werden. Das Interkulturelle Café von 14 bis 15.30 Uhr in der Zehntscheune soll Hilfesuchenden aber auch allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit eröffnen, Kontakte zu knüpfen. Nadine Schütz