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  • So., 08. November 2015, 20:57 Uhr
    Fertigstellung in der Domkirche Lampertheim durch Steinbildhauer Holger Schinz-Sauerwein und ehrenamtlichen Helfern / Offizielle Einweihung am 18. November

    Neue Lichterwand repräsentiert die Apostelgeschichte

    Steinbildhauer Holger Schinz-Sauerwein (2.v.l.) präsentierte stolz das vollendete Werk – die neue Lichterwand konnte mit Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer in einer „Familienaktion" fertiggestellt werden. Mit dabei: Lukas Sauerwein (l.), Sohn des Steinbildhauers, Peter Medert (3.v.r.) mit Sohn Bastian (2.v.r.) und Peter Hensel (r.). Foto: Sigrid Samson


    LAMPERTHEIM – Ein schönes neues Kunstwerk ist ab sofort in der Lampertheimer Domkirche zu bestaunen – die Lichterwand aus roten Sandsteinen mit goldener Aufschrift verschönert das Gotteshaus. Sie repräsentiert die Apostelgeschichte mit den 12 Aposteln. Auf den zwölf Treppenstufen der Gebets- und Andachtswand können künftig Teelichter von den Gottesdienstbesuchern aufgestellt werden.

    Am Samstagvormittag war Steinbildhauer Holger Schinz-Sauerwein gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Helfern eifrig dabei, die neue Lichterwand in der Domkirche in Lampertheim fertigzustellen, um diese gegen Mittag in einem Pressegespräch vorzustellen.

    Vor mehr als 17 Jahren entstand bereits die Idee zur Erstellung einer Verschönerung für die Domkirche. Im Jahr der Bibel gab es dann noch eine Wanderausstellung mit dem Thema „Bibel und Kirche", präsentiert von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Die damals gezeigte Ton-Lichterwand hatte den Mitgliedern des Kirchenvorstandes so gut gefallen, dass sie etwas Neues an der gleichen Stelle für gut befanden. In zahlreichen Gesprächen der Verantwortlichen der Lukasgemeinde bezüglich Verbesserungen in der Kirche reifte die Idee, eine optische Verschönerung mit religiösem Inhalt zu erstellen – in Anlehnung an das Lukasevangelium. Es folgten Gespräche mit Vertretern des Bauausschusses, um das Vorhaben voranzutreiben. Zunächst wurden von einem ehemaligen Lampertheimer Baustoffhandel Gartensteine aus rotem Beton gespendet, die erst einmal als Provisorium dienten. In der Weiterentwicklung kamen dann rote Sandsteine zum Einsatz, die aus dem Odenwald stammen. Steinbildhauer Holger Schinz-Sauerwein fertigte mehrere Entwürfe an, bis schließlich das Konzept feststand, wie die neue Lichterwand aussehen sollte. Da der größere Platz links vor dem Altar generell in den Gottesdiensten für die Chöre benötigt wird, war die Ecke genau der ideale Ort, das neue Kunstwerk anzubringen. Die halbrunde Anordnung der Steine bietet dem Betrachter ebenfalls ein ästhetisch schönes Bild.

    Wichtige Begriffe der Apostelgeschichte finden sich in dem Kunstwerk wieder, in deutscher und in griechischer Sprache – griechisch als Bezug zum Neuen Testament. Wörter wie Taufe, Geist, Apostel, Taten, Evangelium und Liebe sind selbsterklärend – die Anordnung ist bewusst so konzipiert, dass der Betrachter die Zusammenhänge horizontal, vertikal oder diagonal gleich erkennt und sich zusammenreimen kann. Ganz oben ist das griechische Wort „christos“ (Jesus Christus) in Goldbuchstaben zu sehen. Das ebenfalls integrierte Wort „wir" hat eine besondere Bedeutung: es taucht häufig in Reden und im letzten Kapitel der Apostelgeschichte auf, wogegen das Wort „Liebe" zwar nicht darin erwähnt wird, jedoch laut Schinz-Sauerwein sehr wichtig zu erwähnen ist. „Die einzelnen Steine repräsentieren die Gemeindemitglieder, dessen Haupt Christus ist“, fügte Schinz-Sauerwein erklärend hinzu und ergänzte: „Jeder trägt ein bisschen den anderen – genau wie die einzelnen Steine, die aufeinandergesetzt sind“. Auch die Dreifaltigkeit (Trinität) mit den Worten Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist ist in der Darstellung wiederzufinden.

    Alle Steine sind lose aufeinandergestapelt – lediglich die Außensteine sind mit Dübeln gesichert. Die Kosten für die Steine und deren Bearbeitung hat die Lampertheimer Familie Martin Wetzel freundlicherweise gespendet. Der gesamte Aufbau erfolgte in einer „Familienaktion". Ehrenamtlichen Einsatz zeigten hierbei die Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Peter Medert mit Sohn Bastian, Vorstandsmitglied Peter Hensel mit Sohn Jannik und Holger Schinz-Sauerwein mit seinem Junior Lukas Sauerwein. „Das gesamte Werk wiegt etwa zwei Tonnen – da war jede helfende Hand und entsprechende Transportmöglichkeiten wichtig“, stellte der Steinbildhauer fest, der sich auch bei Peter Medert bedankte für den Transport mit den entsprechenden Fahrzeugen seines Unternehmens. Hans Gerlich stand ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite. Für die Steinbearbeitung mit Anbringung der einzelnen Wörter, die in goldener Farbe wunderschön zur Geltung kommen, zeichnete sich Schinz-Sauerwein verantwortlich. „Vor etwa einem viertel Jahr haben wir mit den Arbeiten begonnen – insgesamt waren etwa 100 Arbeitsstunden nötig, bis das Kunstwerk vollbracht war“, berichtete der Steinbildhauer. „Die ehrenamtliche Unterstützung der fleißigen Helfer war hierbei sehr wichtig“, lobte er die Arbeit seiner eifrigen Mithelfer. Auch für den Konfirmandenunterricht wird die Wand mit den Begriffen aus der Bibel künftig sehr hilfreich sein.

    Beim Gottesdienst am 18. November zum Buß- und Betrag soll die Lichterwand offiziell zur Benutzung freigegeben werden – sie stellt eine echte Bereicherung für das Gotteshaus dar. Sigrid Samson

     

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