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Do., 21. Januar 2021, 12:44 Uhr
COVID 19: Kreisspitze informiert über aktuellen Stand rund um Corona / Neue Regeln ab Samstag in Kraft
„Neue Maßnahmen zeigen, dass wir im Kreis den richtigen Weg gehen”
Am 9. Februar öffnen die lokalen Impfzentren ihre Pforten – wenn auch nicht unter Vollauslastung. Wie viele Impfdosen in der ersten Woche zur Verfügung stehen, wird nächste Woche feststehen. Foto: Malteser Neckar-Alb für Malteser Hilfsdienst e.V.
KREIS BERGSTRASSE – Der Lockdown wird – zunächst – bis zum 14. Februar verlängert. Darauf und über weitere Maßnahmen haben sich am Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer verständigt. Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz sowie der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Karsten Krug informierten am Donnerstag im Rahmen einer Videopressekonferenz über die für die Region relevanten Neuigkeiten rund um die Pandemie.
Landrat Christian Engelhardt bezog zunächst zu der seit Mittwoch geltenden neuen hessischen Verordnung Stellung und nannte hier drei Punkte: „Jetzt gilt in Hessen, dass Besucher von stationären Pflegeeinrichtungen einen negativen Test haben müssen. Das gilt im Kreis Bergstraße schon seit längerem und zeigt, dass wir mit unserem eigenem Handeln den richtigen Weg gehen. Ebenfalls betätigt fühle ich mich darin, dass der 15-Kilometer-Radius in Hessen wegfallen soll, falls die 7-Tage-Inzidenz von 200 überschritten wird, dies habe ich bereits nach der Einführung kritisiert, da es für den ländlichen Raum mehr Probleme mitbringt als beispielsweise für städtische Gebiete. Und drittens fällt auch das generelle Verbot des öffentlichen Alkoholkonsums weg und wird durch eine auf bestimmte Straßen und Plätze beschränkte Regelung ersetzt. Ich halte die Maßnahmen generell für vertretbarer. Denn bisher wurden die Maßnahmen immer mit Bezug auf die Inzidenzzahlen ergriffen, im Kreis haben wir diese allein nie als Maßstab genommen. Denn wir haben durch die Arbeit des Gesundheitsamtes den Blick darauf, in welchen Bereichen des öffentlichen Lebens Infektionen stattfinden. Dies ist der richtige Maßstab.”
Mit Blick auf den Start der Impfzentren am 9. Februar betonte Landrat Engelhardt, dass es „gut ist, dass die Impfzentren starten. Ich finde es auch richtig, dass man dann beginnt, wenn man sich einarbeiten kann und nicht unter Vollauslastung. Wir werden in der nächsten Wochen erfahren, mit welchen Impfstoffmengen wir rechnen können. Es ist aber davon auszugehen, dass wir vermutlich nur einige hundert Dosen in der ersten Woche verimpfen können. Das heißt, leider darfzunächst keiner erwarten, dass wenn das Impfzentrum in Bensheim die Türen öffnet, das Impfen schnell voranschreitet.” Anmeldungen für Impftermine sind vermutlich eine Woche vor Öffnung des Impfzentrums möglich, diese erfolgen nicht über den Kreis Bergstraße, sondern über die Plattform des Landes Hessen unter 116117 oder über die entsprechende Internetseite. Der größte Teil der Rathäuser hat mittlerweile Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger vor Ort benannt, „wir erarbeiten gerade zusätzlich eine Information rund um das Impfen, die über die Städte und Gemeinden an Personen, die Fragen zur Impfung haben, verteilt werden. Generell denke ich, wir sind beim Impfen auf einem guten Weg”, so Landrat Enhelhardt abschließend.
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz berichtete, dass es seit mehr als einer Woche weniger als 1.000 bekannte infizierte Personen im Kreis gibt, aktuell liegt der Wert unter 900. „Dies war seit Mitte Dezember nicht mehr der Fall”, so die Gesundheitsdezernentin. Der Inzidenzwert am Donnerstag lag bei 127,25.
Im stationären Bereich ist die Anzahl der Bergsträßerinnen und Bergsträßer, die behandelt werden müssen, weiterhin konstant, wobei der Anteil der 70- bis 79-Jährigen signifikant gestiegen ist. Hier liegt der Wert bei über 40 Prozent der aktuellen Fälle. In den Krankenhäusern gibt es derzeit rückläufige Zahlen bei der Regelbettenauslastung, und dass Kreiskrankenhaus sei darauf ausgerichtet, Intensivkapazitäten ausweiten zu können wenn dies erforderlich wäre.
„Durch die Schulöffnungen gibt es auch dort wieder Fälle, aktuell gibt es drei betroffene Schulen und einen bestätigten Kindergarten. Ein weiterer Kindergarten ist derzeit in Ermittlung durch das Gesundheitsamt, entsprechende Schutzmaßnahmen wurden ergriffen.” Zudem sind derzeit zwölf Pflegeeinrichtungen betroffen.
Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug nannte im Bereich der Bußgeldstelle1017 mittlerweile insgesamt gemeldete Verstöße. Bei den Gemeinschaftsunterkünften gibt es derzeit noch fünf Indexfälle, dies sei erneut ein leichter Rückgang.
Neue Regelungen
Zur Eindämmung des Coronavirus wird der bis Ende Januar befristete Lockdown bis zum 14. Februar verlängert. Dabei wird auch die Maskenpflicht verschärft:
In Gottesdiensten, Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr besteht ab Samstag eine Pflicht zum Tragen medizinischer FFP2- oder OP-Masken. Normale Alltagsmasken aus Stoff sind nicht mehr zugelassen. Darüber hinaus wird ein weitgehender Anspruch auf Homeoffice eingeführt, Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten das Arbeiten von zu Hause aus überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Hierdurch sollen Kontakte reduziert werden, diese Regelung gilt bis 15. März. Zudem müssen Arbeitgeber Masken am Arbeitsplatz stellen. Keine Änderungen gibt es hingegen bei Schulen und Kitas – die Regelungen in Hessen werden bis zum 14. Februar verlängert. Benjamin Kloos