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  • Do., 18. Januar 2024, 14:52 Uhr
    ANWOHNERVERSAMMLUNG: Gemeinschaftsunterkunft ab März mit bis zu 59 bleibeberechtigten Flüchtlingen / Stadt informierte Anwohner

    Neue Nachbarn in der Gaußstraße

    LAMPERTHEIM – Bei der Anwohnerversammlung am Mittwochabend im großen Sitzungssaal des Stadthauses war die Gemeinschaftsunterkunft in der Gaußstraße das Thema, die ab März Schritt für Schritt mit bis zu 59 Personen belegt wird, die von 2015 bis 2017 als Flüchtlinge gekommen waren und mittlerweile die Bleibeberechtigung haben. Eine Wohnung haben sie noch nicht gefunden, da es an bezahlbarem Wohnraum mangelt. Der Kreis Bergstraße, der in Lampertheim Gemeinschaftsunterkünfte in der Chemiestraße und Florianstraße für Flüchtlinge und Asylbewerber betreibt, will dort Kapazitäten für neue Flüchtlinge freimachen, daher der Umzug in die Unterkunft mit städtischer Zuständigkeit.

    Auf Fragen und Befürchtungen der elf Anwohner, die der Einladung der Stadt Lampertheim gefolgt waren, haben Bürgermeister Gottfried Störmer, Erster Stadtrat Marius Schmidt und Marius Hilge von der Polizeistation geantwortet. Einige Anwohner äußerten laut Schmidt Bedenken wegen Kriminalität und hatten Fragen zum Sicherheitsdienst und zur baurechtlichen Zulassung. Seinem Eindruck nach habe die Anwohner jedoch die Lärm- und Verkehrslage in Bezug auf das Event-Center in der Nachbarschaft fast mehr beschäftigt. „Wir erwarten wenig Probleme mit der Unterkunft“, meinte Schmidt denn auch im Gespräch mit dem TiP. Die Stadt sei personell präsent mit Sozialpädagogen sowie einer sozialpädagogischen 65-Prozent-Stelle, die ausgeschrieben sei. Gut sei auch, dass aus dem Bundesfreiwilligendienst Verstärkung kommt. Im Sinne eines Coachings sollen Angebote für Sprach- und Integrationskurse aufgestockt werden.

    Sachliche Atmosphäre

    Glatteis und Schnee hatten zur Folge, dass die beiden Konfliktmoderatoren des Beratungsnetzwerkes Hessen und der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf ihre Teilnahme absagten. Wie der Erste Stadtrat Marius Schmidt dem TiP auf Nachfrage mitteilte, hatte die Stadtverwaltung 300 Anwohner angeschrieben. Sein positiver Eindruck der Anwohnerversammlung: In sachlicher Atmosphäre habe eine qualitativ gute Diskussion stattgefunden. Die Stadt Lampertheim habe den Anwohnern das Angebot gemacht, für Fragen und Hinweise weiter im Dialog zu bleiben.

    Die neuen Nachbarn in der Gaußstraße sind der Stadtverwaltung bereits namentlich bekannt, viele seien in Lohn und Brot und sprächen gut Deutsch, wie Schmidt betonte. Das Asylverfahren hätten alle durchlaufen. Ein Sicherheitsdienst werde rund um die Uhr mit zwei Kräften vor Ort sein, gedacht vor allem als Ansprechpartner für die Anwohner. Ziel sei bestenfalls, dass die Bleibeberechtigten als Lampertheimer Bürger in ein normales Wohnverhältnis wechseln. Als befristete Unterkunft habe das Kreisbauamt das Gebäude im Gewerbegebiet genehmigt. In Lampertheim leben zum Stichtag 1. Januar 2024 insgesamt 267 geflüchtete Personen, von denen nun 59 in die Unterkunft in der Gaußstraße einziehen werden. Im Jahr 2023 habe der Kreis 152 Personen direkt zugewiesen, von denen außer fünf Personen alle aus der Ukraine kamen. Ukrainische Flüchtlinge haben von Anfang an Bleiberecht. An der Anwohnerversammlung zur Flüchtlingsunterkunft in der Industriestraße hätten rund vierzig Anwohner teilgenommen, angeschrieben habe die Stadt damals 500 Anwohner.

    Hannelore Nowacki

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