
LAMPERTHEIM – Inklusion bedeutet im Freibad der Biedensand Bäder auch, dass mit Fertigstellung der Rampe zum Schwimmerbecken seit einigen Tagen Badegäste mit Rollstuhl und Rollator barrierefrei und bequem auf dem kürzesten Weg von den Umkleiden an den Beckenrand kommen und schwimmend das 24 Grad warme Wasser genießen können. Auch der seitliche Zugang zum Schwimmbereich ist barrierefrei. Das Wasser in den flachen Wannen der Durchschreitebecken kann bei Bedarf für die Durchfahrt von Elektrorollstühlen abgelassen werden, damit die Akkus trocken bleiben. Bei sonnigem Wetter, allerdings mit frischen 20 Grad im Schatten und malerischen grauen Wolkenlandschaften am Himmel, zogen am Dienstagvormittag nur ein paar Schwimmer ihre Bahnen im neuen Edelstahlbecken, das Anfang Juni feierlich eingeweiht wurde. Mit durchgängig 180 Zentimetern Wassertiefe und olympischen Ausmaßen zeigt sich das Schwimmerbecken einladend mit nahezu karibischer Leuchtkraft, nun bereit für das sommerliche Schwimmvergnügen aller Badegäste. Wer nicht aus eigener Kraft die Treppen ins und aus dem Wasser schafft, bekommt Unterstützung durch einen Lifter, der von geschulten Schwimmbadmitarbeitern herbeigeschafft und bedient wird.
Foto: Hannelore Nowacki
Jochen Halbauer, Vorsitzender des Behindertenbeirats und selbst im E-Rollstuhl sitzend, freut sich, dass damit das inklusive Sportangebot erweitert wurde, man sei nun drei Schritte weiter. „Eine gelungene Sache“, meint er, eine Einschätzung, die von den anwesenden Mitgliedern des Behindertenbeirats geteilt wurde. Am Besichtigungstermin, zu dem Biedensand Bäder-Geschäftsführer und Erster Stadtrat Marius Schmidt den Behindertenbeirat eingeladen hatte, nahm auch die Leiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis teil. Denn ihr Fachbereich mit dem Bauhof ist zuständig für die Pflege des grünen Ambientes. Bauhofmitarbeiter haben die Rampe gebaut, die viel Lob aus berufenem Munde erhielt, weil sie bei sechs Prozent Gefälle auf halber Strecke über ein flaches Podest verfügt. Ganz fertig sei die Anlage noch nicht, erklärte Vilgis: Vorne seien noch Beete zu bepflanzen und ein Geländer fehle, das die Lampertheimer Firma Zöller nach ihren Betriebsferien anbringen werde. Deswegen noch der Bauzaun. Den Ranch-Zaun zur Abgrenzung der neuen Bepflanzung und die Hecken wurden von der Bürstädter Firma Gärten von Gärtner angelegt.
Bäder-Chef Schmidt lobte die Leistungen der Bauhofmitarbeiter und wusste von vielen positiven Rückmeldungen zufriedener Badegäste zur neuen Anlage, die ihm eine Herzensangelegenheit sei. Hinsichtlich Barrierefreiheit gibt es auch aus dem Eingangsbereich des Hallenbades eine Neuigkeit, die Bäder-Chef Schmidt erläuterte: Eine kleine hinderliche Schwelle wurde durch eine Metallleiste ersetzt. Der Lifter sei bereits vor vier Jahren angeschafft worden und werde im Hallenbad und im Freibad eingesetzt. Zur Probe nahm Behindertenbeiratsmitglied Gürbüz Okumus auf dem Sitz des Lifters Platz, ließ sich aber nur bis zu den Zehenspitzen ins Wasser liften – Test bestanden. Der Behindertenbeirat der Stadt Lampertheim hat die Aufgabe, die Interessen von Menschen mit Behinderungen jeglicher Art auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen zu vertreten sowie den Magistrat und die politischen Gremien zu beraten. Dazu gehört auch das Anliegen der barrierefreien Gestaltung im öffentlichen Raum und der Freizeitstätten.
Hannelore Nowacki
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