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  • Fr., 30. Oktober 2015, 10:48 Uhr
    Heute: Bürstädter Netzwerk Asyl

    Neue Serie: TIP stellt Flüchtlingshilfen im Nibelungenland vor

     

    Großes Interesse am Thema Alltagshilfen und Freizeit – die Arbeitsgruppe um die Ehepaare Gött und Metzner hatte den stärksten Zulauf. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Angesichts der aktuellen Situation rund um die Flüchtlinge und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer läuft im TIP eine neue Serie. In dieser wird einmal wöchentlich eine Organisation, Institution oder Verein vorgestellt, die sich aktiv für die Integration von Flüchtlingen in Lampertheim, Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim einsetzen. Heute stellt Ihnen der TIP das Bürstädter Netzwerk Asyl vor. Integration gelingt nur durch Sprache, diese ist zudem Voraussetzung für jede berufliche Tätigkeit. Dessen sind sich nicht nur Iris und Michael Held, sondern auch die Flüchtlinge selbst bewusst – und so lernen sie auch anhand eines durch das Netzwerk Asyl zur Verfügung gestellten Selbstlernkurs Arabisch-Deutsch die neue Sprache kennen, um gut für die anstehenden Deutschkurse vorbereitet zu sein. In Bürstadt hatten sich schon früh, bald nach der Ankunft der ersten Flüchtlinge, zahlreiche ehrenamtliche Helfer bereit erklärt, den Neuankömmlingen die deutsche Sprache zu vermitteln und ihnen beim Kennenlernen der neuen kulturellen Umwelt behilflich zu sein. Einige Flüchtlinge erhielten seit Oktober professionellen Sprachunterricht mit dem Ziel den A1-Test zu bestehen. Zudem war es für das Bürstädter Netzwerk Asyl von Beginn an ein Anliegen, möglichst alle Flüchtlinge mit einem Fahrrad zu versorgen. Denn Mobilität spielt in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle - dies gilt insbesondere dann, wenn man in einem neuen Umfeld wohnt, das man erst erkunden muss. Integration gelingt auch durch Teilnahme am öffentlichen Leben. Daher wollen Iris und Michael Held nach den Ferien die örtlichen Vereine ansprechen – einerseits, um den Flüchtlingen die Möglichkeit zur Teilnahme am Sport zu bieten, andererseits aber auch, um vielleicht ein Betätigungsfeld für diese zu finden. Diese jungen Männer möchten sich einbringen, sie möchten arbeiten”, betonte Michael Held. „Wir erfassen daher die bisherigen Berufe und würden uns freuen, wenn die Firmen der Region bereit wären, zumindest einen Praktikumsplatz zur Verfügung zu stellen.” Ein positives Beispiel ist Mohammed Karar aus Eritrea, der seit einigen Wochen in den Morgenstunden bei einer Bürstädter Bäckerei arbeitet. Er hatte in den Monaten zuvor durch einen Sprachkurs des Bürstädter Netzwerks Asyl, der in den Räumlichkeiten der Pfarrei St. Michael durchgeführt worden ist, solide Deutschkenntnisse erworben und vertieft diese derzeit an der Abendrealschule in Heppenheim. Erfreut zeigen sich die beiden Koordinatoren des Netzwerkes, Iris und Michael Held, angesichts des Engagements seitens der Bürstädter Bevölkerung. „Die Zahlen der Flüchtlinge steigen jedoch weiter, und damit auch der Bedarf sowohl an Materialspenden als auch an ehrenamtlicher Mitarbeit.” Zu einem Treffen des Netzwerks Asyl am Montagabend im Gemeindezentrum St. Michael hatte Gemeindereferent Michael Held öffentlich und über E-Mails alle Helfer und interessierte Bürger zur Information und zur Besprechung weiterer Aufgaben eingeladen. Auch Bürgermeisterin Barbara Schader war gekommen – sie berichtete von Flüchtlingen, die beispielsweise dem Bauhof bei Auf- und Ausräumaktionen geholfen hatten. 70 Helferinnen und Helfer engagieren sich zurzeit im Netzwerk Asyl, um sich um die aktuell 180 Flüchtlinge in Bürstadt zu kümmern. Mehr als zwanzig neue Gesichter hatte der Gemeindereferent entdeckt. „Eine gute Resonanz“, fand Held, der auf weitere Helfer hofft. Im Infoblock zu Beginn der Veranstaltung stellte Held die Historie des Netzwerks, die laufenden und geplanten Aktivitäten vor. Weiterhin wird Wohnraum gesucht. Sprachpaten, die sich mit den Flüchtlingen unterhalten und bei gemeinsamen Unternehmungen die Sprache vertiefen sind nötig, auch wenn es mehrere drei- bis sechsmonatige Sprachkurse von Profis gibt. In Arbeitsgruppen an fünf Stehtischen ging es um die Themenbereiche Alltagshilfen und Freizeit, Sach- und Geldspenden, Sprache, Arbeit und rechtliche Fragen, bei denen die Ansprechpartner umringt waren von interessierten Bürgern. Benjamin Kloos und Hannelore Nowacki

     

    Fahrräder: Dem Bürstädter Netzwerk Asyl war es von Beginn an ein Anliegen, möglichst alle Flüchtlinge mit einem Fahrrad zu versorgen, denn Mobilität spielt in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Foto: Archiv TIP


    Info:

    Wer macht was – was wird angeboten

    Koordiniert werden die Aktivitäten des Bürstädter Netzwerks Asyl über Rosi Hartmann im Pfarrgruppenbüro St. Michael telefonisch unter 06206/ 6187 und von Gemeindereferent Michael Held unter gemeindereferenten.held@pfarrgruppe-buerstadt.de oder telefonisch unter 06206/ 707344.

    Weitere Informationen demnächst auf der Homepage www.netzwerk-asyl-buerstadt.de.

    Auf der Facebook-Seite „Welcome to Bürstadt“ besteht die Möglichkeit zum Austausch über Ideen und Angebote.

    Sach- und Geldspenden: Informationen über Rosi Hartmann.

    Praktika und Arbeitsangebote: Ansprechpartnerin ist Ingrid Bachmann, Telefon 06245/995275 und ingrid_bachmann@gmx.net.

    Rechtliche Fragen: Sally Uhlmann, Telefon 0177 3910996 und mail@rain-uhlmann.de

    Kleiderspenden: direkt an die AWO-Kleiderstube, Blücherstraße 26, 68623 Lampertheim, Telefon 06206/53346. Größere Mengen bitte vorher anmelden unter Telefon 06206/53346.

    Kinderbekleidung: Peterles Kleiderstübchen, im Pfarrzentrum St. Peter, 1. Stock links, Wolfstraße, 68642 Bürstadt. Spenden in Kleidergrößen 50 bis 176. Kontakt: Gemeindereferentin Iris Held.

    Was wird noch benötigt? Fahrräder, Fernseher mit Satellitenempfang und Klein-Möbel. Freizeitangebote privat und in Vereinen, Alltagshilfen wie Begleitung zu Behörden und bei Sprachproblemen anfänglich zu Arztbesuchen. Wohnraum.

    Internationaler Spieleabend am Freitag, 13. November um 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Michael, St.-Michael-Straße 1, 68642 Bürstadt.

    Fortbildung „Interkulturell kompetent im Ehrenamt arbeiten“ am Freitag, 13. November, von 15 bis 18.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Michael.

    Internationaler Adventskaffee am 29. November (1. Advent) um 15 Uhr im Gemeindezentrum St. Michael.

     

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