Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 04. Juni 2020, 10:02 Uhr
    NAHVERKEHRSPLAN: Kreisbeigeordneter Karsten Krug informiert über aktuellen Stand / Öffentlichkeitsbeteiligung startet

    Neue Verbindung von Lampertheim nach Heppenheim geplant 

    Der Entwurf für den neuen Nahverkehrsplan im Kreis steht – unter anderem ist für nächstes Jahr eine neue Verbindung von Lampertheim nach Heppenheim geplant.  Foto: VRN


    KREIS BERGSTRASSE – Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Kreises Bergstraße wurden im vergangenen Jahr in einer ersten Phase die Bürgerinnen und Bürger beteiligt. „Dabei erhielten wir viele Anregungen und konnten bereits erste Veränderungen im ÖPNV umsetzen. Inzwischen ist die Fortschreibung des Nahverkehrsplans weit fortgeschritten und eine zweite Bürgerbeteiligungsphase steht kurz bevor”, betonte der Kreisbeigeordnete Karsten Krug am Mittwoch im Rahmen einer Videopressekonferenz zum Thema ÖPNV. 

    „Wo stehen wir, wie ist der Sachstand: Der Kreisausschuss hat den Entwurf des Nahverkehrsplans mittlerweile beschlossen”, erläutertet Karsten Krug. „Die Erstellung des Entwurfs hat länger gedauert als erwartet, denn wir hatten eine umfangreiche Beteiligung und Detailtiefe. Daher ist nun vorgesehen, den Entwurf in Nahverkehrsplan 2020 bis 2024 und nicht wie bisher geplant 2019 bis 2023 umzubenennen. Wir starten jetzt mit der Öffentlichkeitsbeteiligung, die nach dem Personenbeförderungsgesetz zwei Wochen dauert, wir haben diese im Kreis Bergstraße aber ausgedehnt, so dass die Rückmeldefrist für alle Interessieren und Verbände bis zum 1. Juli läuft. Die Kommunen wurden bereits zu Beginn eingebunden und um Stellungnahme gebeten, der Fahrgastbeitrag wurde ebenfalls über den aktuellen Stand der Entwicklung informiert.“ 

    Sämtliche Unterlagen stehen ab sofort auf der Homepage http://nvp-bgs.igdb.de zur Einsicht zur Verfügung. Die Verbände, Kommunen und Fraktionen im Kreistag werden nochmals angeschrieben und formal beteiligt. „Ursprünglich sollten Regionalkonferenzen stattfinden, die aber leider aufgrund der aktuellen Situation abgesagt werden müssen”, bedauert Karsten Krug und lobte gleichzeitig: Die Bürger haben sich bereits zu Beginn sehr umfassend über die Homepage beteiligt; dieser Weg steht nun erneut offen. Nach Beendigung der Beteiligung werden die eingegangenen Anregungen ausgewertet Vorgesehen ist eine Einbringung des dann finalen Nahverkehrsplans in die Kreisgremien bis zur zweiten Sitzungsrunde im zweiten Halbjahr. 

    Wünsche äußern - mitgestalten: Für den Nahverkhersplan startet die nächste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung, wie der Kreisbeigeordnete Karsten Krug informierte. Foto: oh


    Fortschreibung, keine Neuauflage

    „Es handelt sich um eine Fortschreibung des letzten Nahverkehrsplan und nicht um eine Neuauflage”, stellte Karsten Krug klar. Daher wurde der Bestand des ÖPNV-Angebotes zunächst übernommen. „Wir wollen in den Zwischenräumen das Angebot im 30-Minuten-Takt verbessern.” Besonders im ländlichen Raum habe der ÖPNV eine wichtige Rolle im Bereich der Daseinsvorsorge: „Ab 100 Einwohnern wird das noch nicht überall umgesetzte Grundangebot von 15 auf 25 Fahrten pro Woche erhöht. Dies wird in der Regel mittels Ruftaxi erfolgen. Ab 600 Einwohnern soll es ein Grundangebot mit einem Linienverkehr geben. Neue Angebote und die Verdichtung bereits bestehender Angebote wurden mit in den Nahverkehrsplan aufgeführt. Aber: Nicht überall konnten die Wünsche der Bürger auf Verbesserung des Angebots berücksichtigt werden, da zum Beispiel die hierfür notwendige Potentiale nicht nachgewiesen werden konnten”, so Karsten Krug. Darüber hinaus gäbe es auch finanzielle Aspekte, die berücksichtigt werden müssen, nicht jeder Wunsch sei direkt realisierbar. „Unter den finanziellen Voraussetzungen wurden drei neue Kategorien gesetzt: Eine Kategorie soll zügig umgesetzt werden, eine soll im Rahmen der Dauer des NVP umgesetzt werden und eine Kategorie wird hinten angestellt. Die Finanzierung der ÖPNV-Angebote erfolgt im Zusammenspiel mit Land, VRN und Kreis, überwiegend aus einem Landesbudget. Dieses Landesbudget wird ab 2022 neu vergeben und orientiert sich hierbei auch am tatsächlichen Bedarf. Erste Maßnahmen sollen zeitnah bis Sommer 2021 umgesetzt werden. Aufgrund der aktuellen finanziellen Regelungen würden diese Maßnahmen als auch die Umsetzungen der Prüfaufträge für den Kreishaushalt eine jährlich zusätzliche Belastung von rund 350.000 bis 400.000 Euro bedeuten”, so Karsten Krug weiter. Unter anderem ist hierbei eine neue Verbindung von Lampertheim nach Heppenheim vorgesehen. Darüber hinaus soll im ersten Schritt auch die einwohnerabhängige Vorgabe umgesetzt werden, dass bei Ortsteilen ab 100 Eimwohnern überall mindestens 25 Fahrtenpaare pro Woche angeboten werden. Sämtliche Verbindungen, die eingeführt werden, sollen nach zwei bis drei Jahren evaluiert werden. 

    Weitere Prüfanträge aufgenommen

    Im nächsten Schritt, nach Klärung des finanziellen Budgets ab 2022, sind dann weitere Maßnahmen aus der Liste des mittelfristigen Bedarfs umzusetzen. Hierzu gehören zum Beispiel eine neue Verbindung aus Biblis/Groß-Rohrheim nach Bensheim,eine neue Verbindung aus Lampertheim nach Sandhofen sowie zusätzliche Nachfahrten am Wochenende. Die Maßnahmen aus der Liste des weiteren Bedarfs werden bis zum nächsten Nahverkehrsplan zunächst zurückgestellt. Hierzu gehört vor allem die weitere Verdichtung auf Linien mit 60 Minuten-Takt in einen 30-Minuten Takt.

    „Wir haben auch  Prüfaufträge angenommen, zum Beispiel von weiteren Haltestellen an der Nibelungenbahn im Schienenpersonenverkehr. Weitere Prüfaufträge gibt es bezüglich der Verbesserung von Übergangstarifen, der Einführung eines kundenfreundlichen Ruftaxitarifs sowie der Ampelvorrangschaltung”, ergänzte Karsten Krug. Bezüglich der Barrierefreiheit betonte der Kreisbeigeordnete: „Unter anderem wurden in Abstimmung mit den Kommunen Vorgaben gemacht, wo wann welche Haltestellen barrierefrei ausgebaut werden sollen. Ab 2022 ist der ÖPNV barrierefrei, es sei denn das Ausnahmen im Nahverkehrsplan gegeben sind.” Benjamin Kloos

     

     
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 2