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Fr., 26. April 2019, 09:39 Uhr
Bei der Spargelwanderung die Info-Tafeln entdecken
Neuer Info-Pfad „Hecken und Feldgehölze“ eingeweiht
Zur Einweihung des Info-Pfades Hecken und Feldgehölze erläuterten Bürgermeister Gottfried Störmer und Birgit Reiner-Appelt vom Fachdienst Umwelt der Stadt Lampertheim wie sich Natur im landwirtschaftlich intensiv genutzten Raum entfalten kann. Fünf Info-Tafel informieren entlang der Spargelwanderungsroute über die Themen Feldgehölz, Hecke, Heimische Gehölze und Ackerrandstreifen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Im Spargelanbaugebiet und Kräutergarten auf Lampertheimer Gemarkung zwitschert es im Gebüsch und hoch am Himmel, wenn die Sonne scheint, wie am Donnerstagnachmittag, jubiliert die Feldlerche. Auch die Nachtigall ist hier zuhause und singt Spaziergängern und Radfahrern ein Lied. Viele andere Tiere leben still in den Sträuchern und bleiben deshalb im Vorbeigehen meistens unentdeckt. Sogar die Hecken und Gehölze selbst entgehen oft der Wahrnehmung. Die lebendige Vielfalt zwischen Umgehungsstraße und Waldrand, wichtiger Teil der Biodiversität in Lampertheim, lässt sich nun auf den fünf aufgestellten Info-Tafeln entlang des Info-Pfades „Hecken und Feldgehölze“ entdecken. Eine Gelegenheit für tausende Besucher der Spargelwanderung am Sonntag einen Blick auf die lehrreichen bebilderten Tafeln zu werfen. Diese Lehrtafeln wurden ganz bewusst im Verlauf der Route der Spargelwanderung aufgestellt, um die Aufmerksamkeit auch auf das Thema „Natur im landwirtschaftlich intensiv genutzten Raum zu lenken, wie Bürgermeister Gottfried Störmer bei der Einweihung der Presse am Donnerstag mitteilte. Aufgestellt wurden die Tafeln von den Technischen Betriebsdiensten der Stadt, die Inhalte sind an die örtlichen Gegebenheiten angepasst. Die Anpflanzungen von Hecken und Feldgehölzen auf rund fünf Hektar aus den Jahren 2005 und 2010, als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Ostumgehung zwischen Straße und Wald, sind jetzt zu einer Größe angewachsen, die Tieren und Pflanzen einen guten Lebensraum bieten können, darauf wies Birgit Reiner-Appelt vom Fachdienst Umwelt der Stadt Lampertheim hin. Und Hecken brechen den Wind und dienen dem Bodenschutz, wichtig bei diesen leichten sandigen Böden, die der Wind vor sich hertreibt. Am nahe gelegenen Stadtwald unweit der Gärtnersiedlung wurden im letzten Winter 500 heimische und standortgerechte Sträucher gepflanzt. Eine Aufwertung des Waldrandes als Lebensraum für die heimische Tierwelt, wie die Umweltexpertin betonte. Dort informiert eine weitere Naturlehrtafel die Spaziergänger zum Thema „Artenreichtum am Waldsaum“. Besonders Kinder könnte die Natur von dieser Art der Wissensvermittlung näher gebracht werden. Aus den Schulen habe er erfahren, dass die Kinder wenig Wissen über Pflanzen und Tierwelt hätten und sich nicht genug in der Natur bewegen, berichtete Störmer. Infolge fehle auch die Wertschätzung. Eine Biotopvernetzung zwischen Wald, Stadt, Biedensand und Altrhein im Rahmen des Stadtumbaus soll das Stadtklima positiv beeinflussen. Gedacht sei an Blühstreifen an Straßen, wie es sie schon gebe, und private Vorgärten können ihren Teil beitragen. Beispielhaft seien Baumpflanzungen an Straßen wie in der Römerstraße, an die Einrichtung kleiner Parks sei zu denken. Möglichst viel Grün solle platziert werden, ein Grünzug durch alle Straßen sei jedoch nicht möglich. Störmers Einschätzung: „In Lampertheim haben wir viel Natur, die wir erhalten und schützen werden“. Umweltexpertin Reiner-Appelt wies darauf hin, dass die Stadt interessiert sei, dass die Hausgärten der Natur Raum geben und nicht geschottert werden. In Stadtplanung und Bebauungsplänen könnten die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die kostenlose Broschüre „Natur im Hausgarten“ enthalte Tipps zur praktischen Umsetzung. Hannelore Nowacki