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  • So., 19. Januar 2020, 19:43 Uhr
    Feierstunde zur Verabschiedung des langjährigen Ortsgerichtsvorstehers Peter Jakob

    Neuer Ortsgerichtsvorsteher Matthias Größler vorgestellt

    In der Feierstunde im Festsaal des Historischen Rathauses wurde der Leiter des Einwohnermeldeamtes Peter Jakob (links) aus zwei Ehrenämtern verabschiedet, als Ortsgerichtsvorsteher und als Schiedsmann. Amtsgerichtsdirektor Lothar Schwarz (rechts) und Bürgermeisterin Barbara Schader stellten den Nachfolger Matthias Größler vor, der von der Stadtverordnetenversammlung im November gewählt und Ende Dezember von Amtsgerichtsdirektor Schwarz ernannt wurde. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Im Festsaal des Historischen Rathauses begrüßte der Lampertheimer Amtsgerichtsdirektor Lothar Schwarz die kleine Gesellschaft zu einer kleinen, aber feinen  Feierstunde, für deren Ausrichtung er der Stadt Bürstadt und Bürgermeisterin Barbara Schader dankte. Unter den Teilnehmern waren Bürgermeisterin Barbara Schader, Erster Stadtrat Walter Wiedemann, die Geschäftsleiterin des Amtsgerichts Anette Kruzycki, einige der sechs Ortsgerichtsschöffen, der Stellvertreter und zweite Mann im Schiedsamt Jürgen Manske und weitere Wegbegleiter. Verabschiedung und Neuanfang galt es zu feiern, nach dem offiziellen Teil im geselligen Rahmen mit Umtrunk und Schnittchen. Im Mittelpunkt standen der ehemalige Ortsgerichtsvorsteher Peter Jakob, der seine Ämter zum Jahresende niedergelegt hatte, und sein ab Anfang Januar tätiger Nachfolger Matthias Größler. Auch in der Funktion des Schiedsmanns folgt Größler dem 62-jährigen Peter Jakob mit einer Amtszeit von zunächst fünf Jahren nach. In jeder Stadt und Gemeinde im Land Hessen gibt es ein Ortsgericht, das in die Justizverwaltung eingebunden ist. In Bürstadt wurde Peter Jakob vor fast 25 Jahren als ehrenamtlicher Ortsgerichtsvorsteher von der Stadtverordnetenversammlung gewählt und vom Amtsgerichtsdirektor ernannt. Der Leiter des Einwohnermeldeamtes war zudem seit über 17 Jahren ehrenamtlicher Schiedsmann, eine Aufgabe, die für das friedliche Zusammenleben vielseitige Vorteile hat. Schon vor über 180 Jahren wurde in Hessen das Schiedsamt in den Gemeinden eingeführt. Schlichten statt richten ist die Maxime, geduldig eine für alle Beteiligten tragbare Lösung bei Streitigkeiten zu finden und somit das friedliche Zusammenleben in der Gemeinde und in der Nachbarschaft zu fördern, ist Grundlage dieser Tätigkeit. Aus Altersgründen hatte sich Peter Jakob entschieden beide Ehrenämter niederzulegen, früh genug jedoch, um seinen Nachfolger, der ebenfalls im Einwohnermeldeamt tätig ist, bei der Einarbeitung zu unterstützen. Diesen Rückzug bedauerte Amtsgerichtsdirektor Lothar Schwarz sehr, ebenso Bürgermeisterin Barbara Schader, die Peter Jakobs Wirken besonders schätzte. Amtsgerichtsdirektor Schwarz hielt eine Rede, in der er Peter Jakob ein hervorragendes Zeugnis ausstellte. Die geleistete Arbeit und Aufgabenbeschreibung  verband Schwarz mit persönlicher Wertschätzung, die Peter Jakob sehr berührte, wie er in seiner Dankesrede sagte. Umsichtig und gewissenhaft habe Peter Jakob die Ämter ausgeführt, klaglos, mit Engagement, sogar mit Freude, erklärte Schwarz den Zuhörern. „Sie haben dieses Amt sehr ernst genommen, haben es gelebt“. Außerdem habe er durch die wenigen gerichtlichen Klagen weniger Arbeit gehabt, merkte Schwarz verschmitzt an. Einfühlungsvermögen und Sachkenntnis seien die Voraussetzungen. In den Prüfberichten habe es keinerlei Beanstandungen gegeben. Als zuverlässige Helferschaft habe er die Ortsgerichtsschöffen an seiner Seite gehabt. Ein besonderer Grund sei für die Entlassung erforderlich, den vorgebrachten Grund, dass Peter Jakob seinen Nachfolger einarbeiten könne, habe er als sehr vernünftig gelten lassen. Nachfolger Größler wurde schon Ende Dezember vereidigt und die Ernennungsurkunde als Ehrenbeamter der hessischen Justiz übergeben, teilte Schwarz mit. Persönlich und im Namen des Landes Hessen dankte er Peter Jakob für die geleisteten Dienste und das Engagement als Schiedsperson, die der Stadt zugeordnet sei. Als Ortsgerichtsvorsteher hatte er in über 2.000 Nachlasssachen mit trauernden Erben zu tun, hat unzählige Unterschriften und Abschriften beglaubigt und ungezählte Schätzungen von Immobilien und Grundstücken bearbeitet sowie Sterbefallanzeigen an das Amtsgericht ausgeführt. Als Schiedsmann hat Peter Jakob in über 100 Fällen darauf hingewirkt, nachbarschaftlichen Streit zu schlichten. Viele „Tür-und-Angel-Fälle habe es zusätzlich gegeben, bei denen schon im ersten Gespräch überzeugen konnte, wie Peter Jakob im Gespräch mit dem TIP erklärte. Bürgermeisterin Schader lobte die hundertprozentige Sorgfalt als Schiedsmann und seinen Umgang mit den Menschen. Als „kleines Zeichen des Dankes“ überreichte sie Peter Jakob ein Weinpräsent und ein Buch mit dem Titel „Warum die Wahrheit sagen“. Nachfolger Matthias Größler, seit 14 Jahren stellvertretender Leiter des Einwohnermeldeamtes, dankte für die Vorschusslorbeeren, die ihm der Amtsgerichtsdirektor und die Bürgermeisterin mit auf den Weg gaben, und dankte Peter Jakob, der ihn als Wunschnachfolger für die kommenden 10 Jahre vorgeschlagen hatte. Hannelore Nowacki

     

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