SICHERHEIT: Rundgang mit Bürgern, Polizei und Lokalpolitikern - Vorführung der smarten Leuchten
Neues Beleuchtungssystem im Stadtpark
Bei wechselnder Test-Leuchtstärke erläuterte Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste, was das neue Beleuchtungssystem zu leisten vermag. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Licht spielt für die Sicherheit eine große Rolle, das hatte auch die Befragung der Bürger im Rahmen von KOMPASS ergeben. Angsträume entstehen, wo es an Licht mangelt, dazu gehörte nach Meinung vieler Bürger auch der Stadtpark bei Dunkelheit. Wie das neue Beleuchtungssystem auf das Wohlbefinden wirkt und wie es funktioniert konnten am Dienstagabend auf Einladung von Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste der Stadt Lampertheim, Anwohner, interessierte Bürger, Anwohner, Lokalpolitiker und der Bürgermeister erfahren. Marius Reinbach war als Moderator der Stadtentwicklung von ProjektStadt dabei. Der Blick zu den neuen Leuchten muss sich auf 4,5 Meter hocharbeiten, um am Ende der Leuchtpfähle die schön geformten Glaslaternen aus stabilem Glas in Augenschein zu nehmen. Eine Höhe, die bewusst zur Sicherung gegen Vandalismus gewählt wurde, wie Vilgis in ihrem Vortag wissen ließ. Die 23 neuen Leuchten in der Smart-City-Variante lassen sich zentral steuern, um in verschiedenen Stärken zu leuchten, praktisch eine Fernbedienung aus dem Büro der Technischen Dienste, an diesem Abend war ein Laptop vor Ort im Einsatz. Fachmann für dieses Beleuchtungssystem bei den Technischen Betriebsdiensten ist Lukas Zeuner. Ein besseres Lichtbild als vorher sei durch die geänderte Platzierung erreicht worden. Schaltzeiten für die Winter- und Sommerzeit und Sonderschaltungen für Feste sind einstellbar. Einzelne Leuchten können individuell gesteuert werden, nach Bedarf auch gruppenweise. Gut ausgeleuchtet sind die Hauptwege, davon konnten sich die Rundgangteilnehmer überzeugen. Schön hell strahlten die Leuchten zu Beginn mit 60 Prozent der Höchstleistung, bei 30 Prozent fanden es einige Rundgangteilnehmer immer noch hell genug. Auch war dabei der Gedanke des Stromsparens im Gespräch, wieviel Kosten jedoch diese sparsamen LED-Leuchten nach den neuesten Standards tatsächlich bei Reduzierung auf die 30-Prozent-Leistung einsparen würden, werde noch ermittelt, teilte Vilgis mit. Eine weitere smarte Eigenschaft der Leuchten ist nicht sichtbar – die eingebauten Sensoren messen Temperatur und Feuchtigkeit. Da die Stadtgärtnerei das Bewässern der Bäume im Rahmen des Smart-City-Programms zukünftig digital steuern will, sind diese Sensoren hilfreich und vernetzbar. Wie dunkel der Stadtpark ohne Beleuchtung ist, offenbarten die kurzen Abschaltphasen im Wechsel mit den hellen Phasen. Die Einstellungen werden in der Testphase ausprobiert und besprochen, erklärte Vilgis. So brauchen wohl die Boulespieler im Herbst früh eine helle Beleuchtung, auch die Hundewiese soll hell sein, beim Spielplatz könne früher abgeschaltet werden. Bei Vorfällen könne alles hochgefahren werden, dafür bekomme die Polizei Zugriff. Am Rundgang nahmen auch der Leiter der Lampertheimer Polizeistation Matthias Seltenreich und die Schutzfrau vor Ort Christina Wegerle teil sowie die KOMPASS-Koordinatorin Katja Stotz-Sen und weitere Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Zu klären ist noch, was vorteilhafter für die Sicherheit und bei Lärm durch Feiernde ist – hell oder dunkel? Aus Polizeisicht teilte Seltenreich mit, dass bei Licht der Aufenthalt ungemütlich sei und weniger Straftaten passieren. Anwohner meldeten sich zu Wort, die sich von zu viel Licht gestört fühlen, das in die Wohnungen leuchte, und von Lärm und Verschmutzung durch nächtliche Besucher des Stadtparks. Ein Anwohner wünschte sich mehr Polizeipräsenz im Stadtpark, der Streifenwagen könnte abbiegen und durchfahren. Das neue Beleuchtungssystem wurde mit polizeilicher Beratung und finanzieller Unterstützung des Städtebauförderprogramms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ installiert, das 67 Prozent von 100.000 Euro Gesamtkosten übernimmt. Da die Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses (SEBA) länger gedauert hatte als vorgesehen, kamen Bürgermeister Gottfried Störmer, Stadtverordnete und Magistratsmitglieder erst im Stadtpark an, als der Rundgang wieder am Ausgangspunkt angekommen war. Nach Begrüßung durch den Bürgermeister und Gesprächen mit Anwohnern waren alle eingeladen zum nächsten Rundgang mit fachlicher Begleitung durch Vilgis und Team. Hannelore Nowacki
Bei 60 Prozent der Leuchtenhöchstleistung waren die Hauptwege des Stadtparks schön beleuchtet. Foto: Hannelore Nowacki