BAHNHOFSVORPLATZ: Bürger mehrfach informiert und beteiligt / Förderbescheid erwartet
Neugestaltung nimmt Fahrt auf
Die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds soll Struktur und Aufenthaltsqualität bringen. Foto: Hannelore Nowacki
HOFHEIM – Der Bahnhofvorplatz soll schöner, barrierefrei und mit neuen Funktionen für die E-Mobilität ausgestattet werden. Die Tristesse rund um das private Bahnhofsgebäude mit Seen und Pfützen nach Regenfällen und unordentlicher Wirkung soll in nicht allzu ferner Zukunft Vergangenheit sein. Geplant ist eine nach Nutzungsangeboten strukturierte Umgestaltung mit zwei Bushaltestellen, 12 Parkbuchten, davon zwei mit E-Ladestation, zwei Behindertenparkplätzen und Abstellplätzen für Fahrräder mit Ladestation für E-Bikes. Mehr Grünflächen und ein erweiterter Grün- und Ruhebereich zum Dieulouard-Park sind vorgesehen. Die Informationsveranstaltung im Bürgerhaus für interessierte Bürger am frühen Montagabend, zu der Ortsvorsteher Scholl eingeladen hatte, war mit schätzungsweise siebzig Bürgern gut besucht, weitere Stühle wurden schnell noch aufgestellt. Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb (CDU) war gekommen und von der Verwaltung nahmen die beteiligten Fachbereichsleiterinnen teil – Anne Wicke (Bauen und Umwelt) und Sabine Vilgis (Technische Betriebsdienste). Ortsvorsteher Alexander Scholl (CDU) erinnerte daran, dass die Stadtverwaltung die ersten Entwürfe der Verkehrs- und Grünflächenplanung bereits im letzten Jahr in den öffentlichen Sitzungen des Ortsbeirats vorgestellt und besprochen hatte. Auch habe es bereits 2019 eine Bürgerbeteiligung mitImpulsbefragung gegeben, bei der ganz bewusst Vertreter des Behindertenbeirats, des Seniorenbeirats und Jugendbeirats eingeladen worden seien. Unabhängig davon sollte an diesem Abend noch einmal Gelegenheit sein, die aktuellen Entwürfe und den möglichen Zeitplan vorzustellen, Anregungen einzubringen und Fragen zu beantworten.Scholl bot an, nach dem offiziellen Teil in Kleingruppen weitere Detailfragen zu besprechen. Von den 300 Impulsen zu zehn Punkten aus der damaligen Bürgerbeteiligung seien die meisten Neuerungen abgearbeitet worden, teilte Scholl mit. 2018 und 2019 sei in Kooperation mit der Technischen Universität Kaiserslautern die Entwurfsplanung erarbeitet worden, die der Student als Masterarbeit eingereicht habe. Zwei Jahre war nichts passiert - die Coronazeit hatte alles gestoppt, obwohl das Geld im Haushalt eingestellt war. Im Investitionsplan 2023 sei wieder Geld eingeplant. Nun muss nur noch im 1. Halbjahr der Bescheid kommen, um die Ausschreibung zu starten, der Förderantrag sei gestellt. Spätestens im Herbst könnte Baubeginn sein.
Vieles schon geklärt und abgearbeitet
„Die vorgestellte Planung ist nicht in Stein gemeißelt“, betonte Scholl. Bei der Impulsbefragung und an diesem Abend ging es um Bürgerwünsche wie eine Einbahnstraßenregelung, WC und Wasserspielplatz sowie um befürchteten Vandalismus. Eine Einbahnstraße könne es wegen Gelenkbusse nicht geben, zu eng sei die Kurve, erklärte Scholl. Das WC-Häuschen auf dem Friedhof sei fußläufig erreichbar. Vandalismus passiert wie sich an der dortigen WC-Anlage zeigt, die teilweise außer Betrieb ist. Ein neues Beleuchtungskonzept soll gegen die Zerstörungswut und Angsträume helfen. Fachbereichsleiterin Vilgis sieht hier vielfältige Möglichkeiten wie auch im Stadtpark. Um ein Drittel wird die zweiteilige Grünfläche vergrößert: Richtung Friedhof als Ruhezone mit Wellenliegen, Sitzgruppen und Sitzbänken, vorne mit einem Spielpunkt, der nicht als Spielplatz zu verstehen sei. Ein Ruhebereich für alle Generationen soll entstehen mit Tischtennisplatte, Kletterwürfel, Balancierparcours und Hangrutsche. Der ehemalige Schulhof soll mit offener Gestaltung integriert werden. Im Eingangsbereich des Dieulouard-Parks ist ein Trinkbrunnen vorgesehen. Glascontainer und Hundeklo werden abseits von Grünflächen positioniert. Dem Wunsch, das Kopfsteinpflaster zu erhalten, wird mit einer anderen Lösung Rechnung getragen: Die neuen Wege werden mit den haltbaren historischen Pflastersteinen eingefasst. Im Anschluss schauten sich einige Besucher den aufgehängten Plan näher an und diskutierten, Ortsvorsteher Scholl stand für Fragen zur Verfügung.
Hannelore Nowacki
Ortsvorsteher Alexander Scholl berichtete von der Vorgeschichte und stellte die Planung vor. Foto: Hannelore Nowacki