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Mo., 15. Februar 2016, 13:17 Uhr
Zahlreiche Bürger und Ehrengäste waren der Einladung gefolgt
Neujahrsempfang der Stadt Bürstadt für Bürger mit Sportlerehrung
Volles Haus zum Neujahrsempfang der Stadt Bürstadt im großen Saal des Bürgerhauses – das freute Bürgermeisterin Barbara Schader. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Das neue Jahr ist schon einige Wochen älter geworden, doch der Neujahrsempfang der Stadt Bürstadt am Freitagabend wurde ganz bewusst in diesem Jahr in den Februar hinein verlegt – denn erst am vergangenen Mittwoch wurde die Fastnacht zu Grabe getragen. Im großen fast vollbesetzten Saal des Bürgerhauses waren Bürger und zahlreiche Ehrengäste versammelt, Landrat Christian Engelhardt und mehrere Bürgermeister der Nachbarstädte und Gemeinden waren gekommen. Alle Gäste wurden am Eingang persönlich von Bürgermeisterin Barbara Schader und Ehemann Klaus sowie vom Ersten Stadtrat Walter Wiedemann und Ehefrau Margarita mit Handschlag begrüßt. In ihrer Neujahrsansprache spannte Bürgermeisterin Schader einen weiten Bogen von den vielfältigen Entwicklungen und schönen Ereignissen in Bürstadt, über die Wirtschaftskraft der Metropolregion hinaus zu den Krisen in der Welt, die sich auch in Bürstadt auswirken. Die Bilderschau auf einer Großleinwand führte das Geschehen in der Sonnenstadt während der Rede und später fortlaufend noch einmal eindrucksvoll vor Augen – mit Bildern aus dem ganzen Jahr 2015, die den Wandel und die Lebensfreude in Bürstadt bezeugen. „Sie alle, die Sie hier sind, sind Bürstadt“, sagte Bürgermeisterin Schader, „Sie sind ein Garant für ein lebenswertes, gutes und zukunftsfähiges Zusammenleben in unserer Stadt“. Schader nannte Kernpunkte des Wandels wie das Gesamtverkehrskonzept, die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes und den Generationen übergreifenden „alla hopp!“-Bewegungspark. Schader dankte allen Menschen, „die mutig zupacken und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt beteiligen“. Die Bürgermeisterin dankte auch dem Kreis Bergstraße für die „sehr gute Zusammenarbeit und Koordination der Flüchtlingsunterbringung“. Derzeit leben in Bürstadt etwa 195 Flüchtlinge, teilte Schader mit. „Hier zeigt sich das Herz unserer Stadt“, sagte Schader, ohne die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre die Flüchtlingsbetreuung nicht zu bewältigen. „Aber wir merken und müssen uns das auch eingestehen – dass unsere Fähigkeiten zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen nicht unbegrenzt sind“. Vieles in Bürstadt stimmt auf eine gute Zukunft ein, wie Schader für die Bereiche Familienfreundlichkeit, Kinderbetreuung und die ältere Generation ankündigte. Die Weichen zur Stärkung als Gewerbestandort seien durch städtische Beschlüsse gestellt. „Stärken wir unsere Innenstadt durch Einkauf vor Ort“ – ihren Appell an die Bürger verband Bürgermeisterin Schader mit dem Hinweis zu überlegen, wie viele Weihnachtsgeschenke hier oder im Internet gekauft wurden. Trotz positiver Bilanz der Einzelhandelsentwicklung in der Innenstadt bleibe die Entwicklung „aber ein offener Prozess“. Als „Salz in der Suppe“ widmete Bürgermeisterin Schader einen Schwerpunkt ihrer Rede der Kultur, dem Ehrenamt und den Vereinen – auch mit Blick auf das 1250-jährige Stadtjubiläum im nächsten Jahr. Mit ihrer Stellungnahme, stolz Bürgermeisterin einer Stadt zu sein, „die eine Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung ist“, beendete Schader ihre Rede. Passend zum hoffnungsfrohen Grundton des Neujahrsempfangs spielte der Instrumentalkreis sechs Musikstücke, eine beschwingte Auswahl wie die Barcarole von Jaques Offenbach oder die Humoresque von Antonin Dvorak. In seiner eindrucksvollen Ansprache ging Pfarrer Peter Kern auf die Herausforderungen der Gegenwart ein, die mit Blick auf die Flüchtlingsströme „auch sehr viel Gutes zum Vorschein bringen, denn viele junge Menschen fühlen sich angesprochen zu helfen“. Allerdings könne das Netzwerk der Helfer nicht groß genug sein, jeder könne mitmachen. Papst Franziskus habe das „Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen. Auf der anderen Seite stehe eine „unbarmherzige Sprache“. In Bürstadt hingegen verbinde die Lebensfreude und Herzenswärme die Menschen, eine Energie, die „uns anpacken lässt, was geleistet werden muss“. Sein Appell: „Mit dieser Sonne im Herzen lasst uns auf einem guten Weg in Bürstadt bleiben“. Zur traditionellen Sportlerehrung waren über vierzig erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler gekommen. Eine besondere Ehrung war die Verleihung des Titels Ratsherr an Stadtrat Herbert Röchner, der sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert. Erster Stadtrat Walter Wiedemann beschrieb in seiner Rede das vielfältige Wirken des Geehrten. Das Schlusswort sprach Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf, der sich den guten Vorsätzen widmete und der politischen Zukunftsgestaltung die b bedenkenswerten persönlichen Aspekte zur Seite stellte. Das eigentliche Geheimnis der guten Vorsätze sei „bewusster zu leben und nicht alles einfach geschehen zu lassen – wir versuchen, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen“. So seien auch die guten Vorsätze, die zukunftsweisenden Projekte in Bürstadt, nur mit Engagement, Bürgersinn und Verlässlichkeit zu meistern“, folgerte Stumpf. Das Verschwinden von Verlässlichkeit in der Gesellschaft und im Wirtschaftsleben will Stumpf nicht einfach akzeptiert sehen. Auf die Frage „was können wir tun“ hat Stumpf eine Antwort: „Es kommt ganz alleine darauf an, wie verlässlich wir selber sind“. Denn „Wertvorstellungen lassen sich nicht verordnen, sie lassen sich nur leben“. Im Anschluss an das letzte Musikstück lud Stumpf die Gäste zum Sektempfang ein, eine Gelegenheit zu angeregten Gesprächen wie sich sogleich zeigte. Hannelore Nowacki
Sportlerehrung: Bei der Sportlerehrung im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Bürstadt wurden über vierzig Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet. Im Bild die Hessenmeisterim Rasenkraftsport des TV Bürstadt. Foto: Hannelore Nowacki