Volksbühne und Stadt Lampertheim spenden 2.000 Euro an Notfallseelsorge
Notfallseelsorge ist Trost spenden und mehr
Freude bei der Spendenübergabe (von links): 1. Vorsitzender des Fördervereins Notfallseelsorge Bergstraße Gottfried Störmer, Jula Bischof, 1. Vorsitzender Volksbühne Klaus Jenner, Ilse Prüssing, Notfallseelsorgerin Karin Ritter, Gerhard Baum und Rolf Hecher. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Auch mit ihrem letzten Mundartstück „E bissl bleed iss a meschugge“ war die Volksbühne in der Spielzeit von November bis Januar sehr erfolgreich. Eine Erfolgsserie mit ausverkauften Mundart-Vorführungen, die seit 1979 anhält, als die Volksbühne das Publikum mit dem Schwank „Heini, das Urviech“ begeisterte. Damals zunächst als Wagnis empfunden von Klassik auf Mundart umzuschwenken, überraschte die Erfolgswelle den Verein, der die Anzahl der Aufführungen über die Jahre kontinuierlich steigerte. Einmal in jeder Spielzeit kommen die Lampertheimer Senioren in den Genuss einer exklusiven Aufführung in der Notkirche mit Busdienst, den die Stadt mit 430 Euro finanziert. Auch den Kartenverkauf übernimmt in diesem Fall die Stadt. Bei einem Eintrittspreis von nur sieben Euro kamen diesmal 1.554 Euro Einnahmen zusammen – aufgestockt auf 2.000 Euro aus eigenen Vereinsmitteln spendete der Verein Volksbühne diesen Betrag dem Förderverein Notfallseelsorge Bergstraße mit Sitz in Heppenheim im Haus der Kirche. An der Übergabe dieser gemeinschaftlichen Spende von Volksbühne und Stadt Lampertheim an Pfarrerin Karin Ritter, Leiterin der Notfallseelsorge, nahmen der 1. Vorsitzende der Volksbühne Klaus Jenner, die 2. Vorsitzende Ilse Prüssing, Geschäftsführer Gerhard Baum und Vorstandsmitglied Jula Bischof teil sowie der 1. Vorsitzende des Fördervereins Notfallseelsorge Bergstraße, Bürgermeister Gottfried Störmer und Fachbereichsleiter Kultur Rolf Hecher. Das Spenden für soziale Zwecke hat bei der Volksbühne eine lange Tradition, Störmer sprach von einem hohen sechsstelligen Betrag, der über die Jahre aus den Einnahmen in Spenden geflossen ist. Während die Volksbühne für die heitere Seite des Lebens mundartlich bereichernd zuständig ist, steht die Notfallseelsorge Menschen bei, ungeachtet der Religion oder Herkunft, die Trost und Unterstützung brauchen, bei schweren Unfällen und auch im häuslichen Bereich. „Wir fühlen uns ausgesprochen geehrt und freuen uns sehr über die Spende“, sagte Notfallseelsorgerin Ritter und berichtete: „Wir sind über 60 Ehrenamtliche, mit vielen Einsätzen bei Todesfällen, oft bei älteren Menschen, wenn der zurückbleibende Partner überfordert ist – und bleiben dort solange wie nötig, organisieren Hilfe“. Es geht um Hilfe und Begleitung für plötzlich in seelische Not geratene Menschen. Die Bereitschaftszeiten dauern jeweils zwölf Stunden, immer sei man zu zweit unterwegs. Von der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr bei Bränden bis zur Überbringung einer Todesnachricht durch die Polizei sind die ehrenamtlichen Notfallseelsorger im Alter von 30 bis 78 Jahre im Einsatz. Sie kommen aus allen Berufsgruppen und werden durch eine Ausbildung auf ihre Aufgaben vorbereitet und qualifizieren sich weiter durch Fortbildung, Einsatzbesprechungen, Übungen und Supervision. Das alles muss finanziert werden, auch für die Einsatzkleidung, Navis, die Logistik und Verwaltung brauche die Notfallseelsorge Unterstützung. „Diese 2.000 Euro sind eine große Spende“, freute sich Ritter. Ohne den Förderverein mit zurzeit 130 Mitgliedern und Spenden wäre diese Arbeit gar nicht möglich, betonte Ritter. Weitere Informationen zur Notfallseelsorge Bergstraße und Spendenkonten auf der Homepage www.nfs-bergstrasse.de. Hannelore Nowacki