Mi., 17. Juni 2020, 10:34 Uhr
ENERGIERIED: Aufsichtsrat bekennt sich klar zu Photovoltaik-Freiflächenanlage
Öko-Strom für rund 1.600 Haushalte
LAMPERTHEIM – Die Energiewende ist der zentrale Bestandteil für eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Das geht nur mit erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz. Unbestritten ist, dass die Sonnenenergie, neben der Windenergie, der Motor der Energiewende ist. Unbestritten ist aber auch, dass zur Erreichung der Klimaschutzziele die Kommunen zusammen mit den Bürgern und Unternehmen vor Ort einen erheblichen Beitrag leisten können und müssen.
Dieser Verantwortung wird das zu 100 Prozent kommunale Versorgungsunternehmen ENERGIERIED auch in Zukunft gerecht werden. Anteilseigner sind die Städte Lampertheim und Bürstadt sowie die ebenfalls kommunale GGEW AG Bensheim.
Der Aufsichtsrat der ENERGIERIED GmbH & Co. KG, dem unter anderem die Bürgermeister der Städte Lampertheim und Bürstadt sowie Kommunalpolitiker beider Kommunen angehören, hat sich mit seinem Votum und dem in der Juni-Sitzung bekräftigten Beschluss für die Realisierung des PV-Projektes ausgesprochen. Dieser Aufsichtsratsbeschluss enthält den Auftrag an die Geschäftsführung des Lampertheimer Versorgungsunternehmens zur Entwicklung dieser Photovoltaik-Freiflächenanlage in der Gemarkung Lampertheim. Die Entscheidung basiert auch auf der Erkenntnis, dass diese Anlage eine der ganz wenigen Möglichkeiten vor Ort ist, im größeren Stil aus erneuerbaren Energien Strom zu produzieren.
Für die Realisierung dieses zukunftsweisenden Projektes wollen die ENERGIERIED GmbH & Co. KG, die GGEW AG und Entega Regenerative GmbH ein Gemeinschaftsunternehmen in der Rechtsform einer GmbH gründen.
Die von ENERGIERIED geplante Anlage mit einer Gesamtleistung von 5.000 kWp erzeugt rund 5.000.000 kWh Strom im Jahr und soll auf zwei Grundstücken der Stadt Lampertheim im Gemarkungsabschnitt Bruch/Hollerngraben in einem 110 Meter breiten Korridor rechts und links der Bahnlinie Lampertheim - Mannheim errichtet werden. Sie deckt rein rechnerisch den Strombedarf von ca. 1.600 Haushalten bzw. ca. 10 Prozent des Strombedarfs der Lampertheimer Haushalte (Annahme: 2 Einwohner/Haushalt).
Unberührt von der jetzt geplanten Photovoltaik-Freiflächenanlage ist ENERGIERIED intensiv auf der Suche nach Photovoltaiktauglichen Frei- oder Dachflächen. Gerade bei Dachflächen müssen die Voraussetzungen stimmen, um die Anlage rentabel zu bewirtschaften. Ein wesentliches Kriterium ist, dass diese Dächer für die nächsten 20 bis 25 Jahre ohne Reparaturen halten müssen. Um die Erzeugungsleistung der geplanten Freiflächenanlage von 5.000 kWp zu erreichen, müssten auf ca. 1.000 Dachflächen von Ein- und Zweifamilienhäusern PV-Anlagen installiert werden.
Die unverzichtbare Förderung der Anlage nach dem Erneuerbaren Energie Gesetz (EEG) ist an Standortvoraussetzungen geknüpft. Dazu zählen Konversionsflächen und Geländestreifen längs von Autobahnen oder Schienenwegen. Die geplante Anlage wird nach derzeitigem Planungsstand bodennah aufgeständert. Darunter können Gräser/Bodendecker wachsen. Aus anderen PV-Freiflächenanlagen liegt die Erfahrung vor, dass sich unter den Anlagen bei entsprechender Bewirtschaftung biotopartige Zustände einstellen. Ein Artenschutzgutachten wurde bereits in Auftrag gegeben.
Die Investitionskosten von circa 3,1 Millionen Euro sollen mittels KfW-Bankdarlehen, durch Eigenkapitaleinlagen der drei Projektpartner sowie durch eine auf max. 750.000 Euro bezifferte Bürgerbeteiligung in Form von Darlehen aufgebracht. Die Bürgerbeteiligung wird mit 2,0 Prozent auf 10 Jahre verzinst. zg