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  • Mo., 12. September 2016, 09:59 Uhr
    Martin-Luther-Gemeinde und NABU hatten in die Natur eingeladen

    Ökumenischer Gottesdienst an der Sandgrube Feuerstein gut besucht

    Pfarrer Erhard Schmitt (links) und Pfarrer Ralf Kröger zelebrierten den ökumenischen Gottesdienst, der zugleich ein Naturerlebnis war. Klaus Feldhinkel, 2. NABU-Vorsitzender, führte die Gottesdienstbesucher in die Schönheit und Probleme des umzäunten Areals ein. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Blauer Himmel, ein warmer Spätsommerabend und grüne Natur - Pfarrer Ralf Kröger von der Martin-Luther-Gemeinde ergriff das Wort und meinte mit Blick auf die fast fünfzig Gottesdienstbesucher vor ihm auf der Lichtung, umgeben von Kiefern und Laubbäumen: „Herzlich willkommen – ich staune und freue mich, dass so viele hergekommen sind“. Erstaunlich auch, dass dieser Ort, die ehemalige Sandgrube der Firma Feuerstein vielen Lampertheimern bislang unbekannt war, wie Pfarrer Kröger durch zahlreiche Nachfragen festgestellt hatte. An welchem schönen Ort kann man einen ganz besonderen Gottesdienst feiern? Die Wahl fiel auf dieses Stück fast frei wachsender Natur, dank einer gemeinsamen Idee des evangelischen Pfarrers und des 2. Vorsitzenden des Naturschutzbundes Lampertheim (NABU) Klaus Feldhinkel, wie die Gottesdienstbesucher erfuhren. Dann sei noch die Frage gewesen, wer die gemeinsam zu singenden Lieder musikalisch begleiten würde. Alle Musiker hätten bei Nachfrage anderweitige Verpflichtungen angegeben oder besuchten ein  Grillfest. Und ohne Stromanschluss hätte auch ein Keyboarder nichts ausrichten können. Ein Anruf bei seinem katholischen Amtskollegen von Mariä Verkündigung brachte die Lösung. Pfarrer Erhard Schmitt, der auch gut singen kann, sei spontan begeistert gewesen und so feierten die Gläubigen am frühen Freitagabend einen ganz besonderen ökumenischen Gottesdienst im Glanz der Abendsonne. Auch die ausgewählten Lieder brachten die Freude an der Natur zum Ausdruck. Wie sich wenig später zeigte, hatte Pfarrer Schmitt richtig erkannt, dass „schwierige Lieder“  darunter waren, die ihn und die singende Gemeinde vor eine musikalische Herausforderung stellten, ganz ohne Mikrofon und Orgel. „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“ war das erste Lied. Der stellvertretende NABU-Vorsitzende Feldhinkel erklärte den Zuhörern diesen Ort der Abgeschiedenheit und Ruhe in Stadtnähe, an dem von 1974 bis 1983 Sand abgebaut wurde, der jetzt ein Refugium für die Tierwelt sei. Keine heile Welt, denn die vielen Fische im See haben Froschlaich und Kaulquappen zum Fressen gern, Brombeergestrüpp wuchert, Bäume wären zu fällen und der See zu entschlammen. Der Mensch habe Verantwortung für diese grandiose Natur und könne nicht gegen sie leben, betonte Feldhinkel. Nach dem Gottesdienst führte er eine Schar interessierter Besucher „zum Staunen“ auf einem Pfad durch die Wildnis, ein naturkundlicher „Rundgang um die Lampertheimer Seenplatte“. Manches solle hier wachsen, anderes habe sich raumgreifend angesiedelt wie die kanadische Goldrute, beklagte Feldhinkel. Der Weißdorn hingegen „gehört hierher“. Erstaunlich auch – stechende Plagegeister waren nicht so zahlreich wie erwartet. Hannelore Nowacki

     

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