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Mo., 20. November 2017, 09:09 Uhr
Zwei Stunden pure Sinnlichkeit im Pullunder in der Hans Pfeiffer Halle
Olaf Schubert - „The Sexiest Man Alive“ in Lampertheim
Olaf Schubert beeindruckt sein Publikum in der Hans Pfeiffer Halle mit starken Songs und dem Blick auf die weltweite politische Situation. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM - Ist er nun ein Hüne oder ein Hühnchen? Diese Frage stellte sich dem Publikum als Olaf Schubert, der Mann im Karo-Pullunder mit Sachsen-Slang am Samstag mit seinem Programm „Sexy Forever“ in der nahezu ausverkauften Hans Pfeiffer Halle, ein Ort, bestehend aus „Luft mit Dach drauf“, für viele „sitzende Ovationen“ und lautes Gelächter sorgte. Neben den wirklich richtig großen Problemen der Welt, die Schubert schnell als den Kapitalismus entlarvte, beackerte er auch die Felder der Nebensächlichkeiten: Frauen, die dem Schönheitswahn verfallen sind und statt Holz vor der Hütte, Plastik hinten rum haben, Alterskriminalität oder Jugendliche, die sich heute eben nicht mehr so sehr für Buchstaben interessieren, gerade im benachbarten Worms. Großen Respekt zollte der Sachse, mit Blick auf den verwöhnten deutschen Nachwuchs, den Kindern in Bangladesch, „die jammern nich´ und setzten sich an die Nähmaschine. Allerdings könnten die sich manchmal schon mehr Mühe geben. Erst ist es billig und dann geht es auch noch kaputt.“ Frauen fragt er nie direkt nach der Telefonnummer, sondern lockt sie nonchalant aus der Reserve mit der Frage: „Na? Rat mal, was für ´ne Nummer ich hab?“ und lässt dann, nachdem er sein Opfer mit der Vorwahl geködert hat, eine „Primzahl elastisch über das Gaumenzäpfchen perlen.“ Hin und wieder bekam der Comedian musikalische Unterstützung von seinen Kumpanen dem Gitarristen Jochen und Kontrabassist „Herr Stefan“, die seine gesanglichen Einlagen untermalten. Über Jochen jedenfalls, hatte er so einige Geschichten zu erzählen. Das Leben seines „Sorgenkinds“, beleuchtete Schubert für sein Publikum gerne ausführlich.
Auch an Einzelheiten aus seinem eigenen Privatleben, zum Beispiel die Trennung von seiner langjährigen Freundin Karola, ließ er das Publikum teilhaben: „Uns hat eines zusammengeschweißt: wir wollten beide einen anderen Partner“. Seiner neuen Flamme Pamela widmete er dann sogleich ein Lied im „richtig regionalen Sachsen-Soul“. Für die Rechten der Nation hatte er natürlich auch im Programm vorgesorgt: „Die haben beim Denken halt ein bissel Pech“. Doch etwas positives gewinnt er dem weltweiten Geschehen dann letztendlich doch noch ab: „Die Familien rücken wieder enger zusammen“. In Bezug auf seine eigene, lautet sein Kommentar aber nur: „Darauf hab ich sowas von null Bock“. Am Ende schickt er das Publikum mit einer bedeutenden Botschaft nach Hause: „Zeugt Kinder und nennt sie Olaf“. Und ob er nun ein Hüne und ein Hühnchen ist - eines ist er auf jeden Fall: „Sexy forever“. Eva Wiegand