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  • Di., 05. Juni 2018, 19:39 Uhr
    Gesundheitsamt und DRK veranstalteten Aktionstag zum Tag der Organspende an der Alfred-Delp-Schule

    Organspenden – Wichtig. Richtig. Lebenswichtig.

    Organspenden können Leben retten – wichtig ist in jedem Fall, sich frühzeitig zu entscheiden ob man spenden möchte oder nicht. Foto: BZgA

    LAMPERTHEIM – „Wichtig. Richtig. Lebenswichtig.” – unter diesem Motto stand der diesjährige Tag der Organspende am vergangenen Samstag. Auch bei den Schülern der Alfred-Delp-Schule stand das sensible Thema Organspende auf dem Stundenplan. Das Gesundheitsamt des Kreis Bergstraße hatte am Dienstag gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz einen Aktionstag für die Schüler der 9. und 10. Klassen organisiert.
    Es ist ein sensibles Thema und es sind erschreckende Zahlen, die jährlich anlässlich des Tags der Organspende veröffentlicht werden. Bundesweit stehen mehr als 10.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Täglich sterben drei von ihnen, weil kein passenden Organ verfügbar ist. „Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland nur 797 Organspenden, damit sind wir in Europa Schlusslicht, es ist der tiefste Stand seit 20 Jahren”, nannte Diana Stolz, Erste Kreisbeigeordnete, erschreckende Zahlen. „Es ist mir ein Anliegen, dieses wichtige Thema in den Fokus zu rücken. Denn Aufklärung ist wichtig, um Ängste zu nehmen und Menschen zu begleiten.”
    Denn ist es ganz einfach, Menschenleben zu retten – mit einer Organspende. Auch wenn ein Mensch gestorben ist, kann er er helfen, Leben zu retten. Denn bis zu sieben Menschen können dank der Organspende eines Menschen weiterleben.
    „Der Organspendetag ist die beste Gelegenheit, sich mit dem Thema zu befassen, nachzufragen und sich Gedanken zu machen. Wie die persönliche Entscheidung letztendlich ausfällt, bleibt jedem überlassen”, gibt die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin für Gesundheit, Diana Stolz, zu bedenken. „Wichtig ist es vor allem sich zu entscheiden, ob man seine Organe spenden möchte oder nicht – und dies auch seinem näheren Umfeld mitteilt. Denn durch eine Organspende kann man nicht nur Leben retten, sondern durch die frühzeitige Entscheidung auch Angehörige im Sterbefall von dieser schwierigen Entscheidung befreien.”
    Gerade Jugendlichen erscheint der eigene Tod weit weg, so dass sie sich in der Regel nicht mit diesem Thema auseinandersetzen. Aus diesem Grund hat das DRK in Lampertheim einen Informationsvormittag mit den Schülern der 10. Klassen der Alfred-Delp-Schule durchgeführt. In einem Workshop informierte das DRK intensiv über das wichtige Thema. So erfuhren die Schüler, dass man sich bereits mit 14 Jahren verbindlich gegen und mit 16 Jahren für eine Organspende aussprechen kann.
    Besonders beeindruckend war für die Schüler dabei der Erfahrungsbericht eines direkt Betroffenen: Transplantationspatient Uwe Korst berichtete über seine Erfahrungen. „Die Wartezeit auf ein Organ beträgt derzeit sieben Jahre, unter Umständen sogar zwölf Jahre. Wenn man weiß, dass Betroffene, die ein Organ benötigen, statistisch nach drei Jahren sterben, weiß man was das bedeutet.” Er selbst hat eine genetische Nierenerkrankung und erhielt eine Lebendspende durch seien Frau. Patricia Meurer schilderte ebenso eindrucksvoll, wie es ist, Dialystepatientin zu sein und auf eine Spende zu warten.
    Werben gemeinsam für die Organspende: Betroffene, Ärzte und Vertreter aus Stadt und Kreis sowie die Alfred-Delp-Schule. Foto: Benjamin Kloos

    Neben Nieren können übrigens auch Herzen, Herz und Lunge in Kombination sowie Bauchspeicheldrüsen transferiert werden. Wichtig ist es dabei, gesunde Spender zu haben. Angst, das man aufgrund eines Organspendeausweises von einem Arzt bei einem Unfall nicht richtig behandelt wird, muss keiner haben. Dieses Vorurteil ist weit verbreitet, aber keineswegs richtig. „Das Leben jedes Einzelnen ist wichtig und geht vor”, versicherte Ulrich Bergmann, Geschäftsführer des DRK im Kreis Bergstraße. Aber ebenso wichtig sei es, eine Entscheidung zu treffen. Denn in anderen Ländern, beispielsweise in Spanien, werden auch Touristen, die plötzlich versterben, als Organspender angesehen – solange sie keinen Organspendeausweis dabei haben, auf dem sie der Spende widersprechen.
    Wer auf der Suche nach Informationen rund um die Organspende und nach entsprechenden Ausweisen ist, findet diese übrigens bei den Fachärzten in Lampertheim – deshalb gilt: Informieren Sie sich und entscheiden Sie sich und helfen Sie im besten Fall Leben Retten! Benjamin Kloos






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