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  • Di., 04. August 2015, 08:20 Uhr
    Lampertheimer Orgelsommer imponiert mit Heike Ittmann an der „Großen Blauen“

    Orgelmusik und Tanz vereint in der Domkirche

    Organistin Heike Ittmann hatte zum Auftakt des 11. Lampertheimer Orgelsommers mit dem Thema „Tanz“ ein ganz besonderes Konzert geboten – ein Gesamtkunstwerk mit Orgel, Tanz und Werken der Bildenden Künste. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Welche Attribute können das musikalische Erlebnis in der Domkirche am Sonntag zum Auftakt des 11. Lampertheimer Orgelsommers mit Organistin Heike Ittmann am besten beschreiben? Berauschend, meditativ, eindrucksvoll oder einzigartig? Die Begeisterung des Publikums am Ende dieses fast neunzigminütigen Konzerts drückte sich in ergriffenem  Applaus aus. Mit tänzerischer Leichtigkeit eilen die Füße über die Pedale, treten auch hier und da einmal stärker auf, die Hände schweben über den Tasten, greifen einfühlsam und bei Bedarf kraftvoll zu. Wer Heike Ittmann am Sonntag zuschaute, verstand, dass im Orgelspiel eine Neigung zum Tanz, zur musikalisch inspirierten Bewegung angelegt ist. Wie Heike Ittmann in  ihren einführenden Worten anmerkte, hatten erstaunlich viele Komponisten das Tanz-Thema für sich entdeckt. An Orgelstücken, die eine Verbindung zum Tanz erkennen lassen, war also kein Mangel, wie das Programm bis zum 30. August beweist. Die Schönheit des Orgelklangs und der Bewegung verschmolzen am Sonntagabend zu einem emotionalen Ganzen. Augenblicke von transzendentaler Anmut ermöglichte Evelin Stadler mit ihrer Choreografie. Augenblicke, die nachglühen. Sogar die von Komponisten bewusst gesetzten schrägen Töne haben ihre Daseinsberechtigung. Tänzerin Evelin Stadler übersetzte  sie in eine vorstellbare visuelle Gestalt, die kantigen, herben Töne ebenso wie die zarten, bezaubernden Klänge beim Elfentanz von Bernhard Johnson (1877-1933). Heike Ittmann spielte zu Beginn ein mächtiges, großes Stück von Johann Sebastian Bach (1685-1750), das sie mit diesen Worten angekündigt hatte - Praeludium und Fuge in Es-Dur, BWV 552, mit viel Bewegung, fast tänzerisch. Nach dem hauchzarten Elfentanz spielte Heike Ittmann von Sigfrid Karg-Elert (1877-1933) das fröhliche Stück IV. Rigaudon (alla Burla). Nach Prélude et Danse fuguée von Gaston Litaize (1909-1991) waren Walzermelodien von Sigfrid Karg-Elert aus seinen „Drei Stücken für Orgel op. 142 zu hören. Dem Stück „Valse mignonne“ folgte eine „Rhumba“von Robert Elmore (1913-1985).

    Evelin Stadler aus der Nähe von Kassel beeindruckte das Publikum mit ihrer Choreografie, die wie natürlich gewachsen mit der Orgelmusik zu einer Einheit verschmolz. Foto: Hannelore Nowacki


    Währenddessen hatte Tänzerin Evelin Stadler ganz sachte und leise die Kunstwerke enthüllt, die Holger Schinz-Sauerwein, Hans Becker und Carsten Rössling zur Verfügung gestellt hatten. Die beiden Skulpturen, der Tänzer links aus Stein gehauen, rechts das hölzerne V und in der Mitte das Bild der Tänzerin mit weißen Schwänen, bezog Evelin Stadler in ihren Ausdruckstanz wie selbstverständlich mit ein. Von Edward German (1862-1936) spielte Heike Ittmann drei flotte Tänze, „Three Dances from Henry VIII – den Morris Dance, Shepherd’s Dance und den Torch Dance. Von Jürgen Essl (*1961) erlebten die Zuhörer die  Welturaufführung von „LOBO“ – Suite mexicana in sechs Teilen. „Ich bin begeistert von diesem Stück“ hatte Heike Ittmann zu Beginn gesagt. Nun hieß es schwelgen in  temperamentvollen mexikanischen Klangfarben, die der WOLF mitgebracht hatte. Der Komponist aus Stuttgart hatte sich nach der Anreise mit der Deutschen Bahn (mit der bekannten Pünktlichkeit) unter das Publikum gemischt und kam erst am Schluss auf die „Bühne“ vor dem Altar. Heike Ittmann lobte die tolle Zusammenarbeit der Künstler, die alle zusammen vom Publikum gefeiert wurden. An diesem traumhaften Sommerabend waren etwa 200 Konzertbesucher  in die Domkirche gekommen, die anschließend eingeladen waren, auf dem Platz vor der Domkirche beim Förderverein Domkirche zum geselligen Ausklang des Abends bei Wein und Fladenbrot zu verweilen. Hannelore Nowacki

     

     

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