Mo., 28. März 2016, 22:36 Uhr
Feier der Osternacht in der Sankt-Andreas-Kirche gut besucht
Osterfeuer der Pfadfinder gesegnet

In feierlicher Zeremonie segnete Pfarrer Kern vor dem Gottesdienst das Osterfeuer und die Osterkerze. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Himmel über Lampertheim am Karsamstagabend war dunkel, doch vom Licht angestrahlt leuchtete die Sankt-Andreas-Kirche und auf dem Vorplatz loderte in einer großen Eisenschale das Osterfeuer – traditionsgemäß entzündet von den St. Georgs-Pfadfindern des Stammes Guy de Larigaudie Lampertheim. Diesmal begann der Gottesdienst später als sonst und endete nach zu später Stunde mit einer Feier rund um das Osterfeuer. Einige Gottesdienstbesucher hatten schon in der Kirche Platz genommen, andere säumten das Osterfeuer und erlebten die Segnung des Osterfeuers und der Osterkerze gemeinsam mit Pfarrer Peter Kern, den Ministranten und Pfarrgemeinderatsmitgliedern. Karl Oberfeld vom Pfarrgemeinderat hielt die große Osterkerze während der Zeremonie fest in Händen, später zum Einzug in die Kirche übernahm Pfarrer Kern die leuchtende Kerze. Berthold Eisenbraun, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, hielt in einer Schale das geweihte Wasser bereit. „Wir spüren, diese Nacht ist anders als andere Nächte“, sagte Pfarrer Kern, „ein neues Feuer erhellt diese Nacht und zeigt, dass Gott uns nicht in der Finsternis lässt. Jesus Christus hat das Dunkel der Welt und des Todes besiegt – die Kerze zeigt uns, mit der Auferstehung Christi strahlt der Geist des Lichts auch für uns“. Auch die Osterkerzen, die Evi Hahl und Anette Eisenbraun am Eingang zum Kauf anboten, erhielten den Segen. Nur die Flamme der großen Osterkerze und die vielen kleinen Osterkerzen in Gläsern sandten in der dunklen Kirche ihr warmes Licht in die Finsternis. Nach und nach entzündete Bertold Eisenbraun alle Kerzen rund um den Altar und auf dem Altar, schließlich brannten auch alle Kerzen entlang der Kirchenwände. In die Stille hinein hörten die Gläubigen vier Lesungen, beginnend mit dem Buch Genesis: „Am Anfang war die Finsternis – Gott sprach: Es werde Licht und es wurde Licht“. Schließlich ertönten die Kirchenglocken und die Ministranten ließen auf Geheiß von Pfarrer Kern die Schellen hell und laut erklingen. Die Orgel setzte ein und die Kronleuchter erstrahlten schließlich in voller Stärke. Mit geweihtem Osterwasser sprengte Pfarrer Kern die Gläubigen, während er an den dicht besetzten Kirchenbänken entlang ging. Um die Auferstehung ging es in der Schriftlesung aus dem Neuen Testament, als Paulus an die Römer schrieb. Wieder ertönten die Glocken und Schellen. Dem Vaterunser und Friedensgebet schloss sich die Eucharistiefeier an. Währenddessen bewachten einige Pfadfinder draußen das Osterfeuer und erwarteten die Gottesdienstbesucher eine halbe Stunde vor Mitternacht mit Sekt und Orangensaft zum gemütlichen Beisammensein in der Osternacht. Als Osterüberraschung verteilten die Pfadfinder nach dem Gottesdienst selbst bemalte Ostereier. Ein frischer Frühlingswind fachte das Osterfeuer stetig an. Hannelore Nowacki