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  • Di., 08. September 2026, 15:20 Uhr
    FREIZEIT: Der Verein für Heimatgeschichte wandelt beim Ausflug an den Neckar auf den Spuren der Geschichte

    Parallelen zu Nordheim entdeckt

    Die „Ausflügler“ aus Nordheim machen Rast am Neckar in Hirschhorn.
    Foto: oh

    NORDHEIM – Mit einem vollen Reisebus von Teilnehmern fuhr der Verein für Heimatgeschichte Nordheim in diesem Jahr den Neckar hinauf. Bei bestem Herbstwetter wurde am Ortseingang von Hirschhorn, direkt an der Mündung des Lachsbach in den Neckar, der erste Halt eingelegt und das legendäre, reichhaltige Frühstück mit Weck, Worscht und Sekt eingenommen und dabei die dahinziehenden Frachtschiffe und Kanus auf dem malerischen Neckar beobachtet. So gestärkt war die Weiterfahrt nach Bad Wimpfen, vorbei an den zahlreichen Burgen des Neckartals, ein weiterer Genuss. Zur Überraschung der Reisegruppe war in Bad Wimpfen am gleichen Tag ein sehenswerter Mittelaltermarkt aufgebaut. Das kleine Städtchen Bad Wimpfen wurde im letzten Krieg kaum zerstört und hat seine reiche, mittelalterliche Bausubstanz weitgehend erhalten. Erstaunt hörten die Nordheimer von den Stadtführerinnen Miriam Lechner und Helma Göring, dass auch Wimpfen, ebenso wie Biblis-Nordheim einst eine römische Verteidigungsanlage hatte, die im Laufe der Jahrhunderte weitestgehend verschwunden ist. Das war aber nicht die einzige Parallele. 

    Ein sorgfältig restauriertes, schmuckes vorkragendes Fachwerkhaus in Bad Wimpfen.
    Foto: oh

     

    Ähnlich wie in Nordheim haben auch in Bad Wimpfen bereits die Merowingerkönige die Römer beerbt und die ganze Umgebung zum fränkischen Königsgut erklärt, mit dessen Verwaltung der Bischof von Worms beauftragt wurde. Bad Wimpfen war der südlichste Besitz des Wormser Bistums. Und genau so wie in Nordheim hat auch Bad Wimpfen in seinem Wappen am mittelalterlichen Brunnen den Wormser Schlüssel mit den begleitenden Steinchen aufzuweisen. Die Stauferkönige haben Wimpfen stark gefördert, mit einer repräsentativen Kaiserpfalz ausgestattet, von der noch beachtliche, architektonisch verzierte Baureste vorhanden sind. In dieser Pfalz unterwarf sich 1235 König Heinrich seinem Vater Kaiser Friedrich II.. Nach dem Zusammenbruch der Staufer gelang es Wimpfen seine Unabhängigkeit zu erringen und als Freie Reichsstadt zu erstarken. Zahlreiche herrliche Fachwerkbauten, Türme, Kirchen und Klöster erinnern auf Schritt und Tritt an die reichsstädtische Vergangenheit Bad Wimpfens.

    Mit der Aufhebung des Bistums Worms im Jahr 1803 wurde die Stadt als südlichste Enklave Hessen zugeschlagen und kam erst 1951 durch Volksabstimmung zum Land Baden-Württemberg. Einen weiteren Halt legten die Nordheimer in Bad Rappenau zum Besuch der in einem Park eingebetteten Saline ein und erfreuten sich an dem wohltuenden Klima, das an einen Aufenthalt am Meer erinnert. Bereits 1823 wurde hier die Ludwigssaline eröffnet mit Anlagen für Solebadkuren. In Mayers Brauhaus in Ludwigshafen-Oggersheim klang beim gemeinsamen Abendessen der schöne, erlebnisreiche Tag aus. zg

     

     

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