Mo., 28. September 2015, 12:19 Uhr
FDP Lampertheim bezieht Stellung zu Beschluss der Stadtverordnetenversammlung
„Passivhaus – Warum?”
LAMPERTHEIM – In der vergangenen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Lampertheim wurde mit rot-grüner Mehrheit ein Antrag zum Thema Passivhausbauweise beschlossen. Aus diesem geht hervor, dass alle von der Stadt Lampertheim in Zukunft verkauften Grundstücke, mit einem Passivhaus bebaut werden müssen. Hierzu bezieht die FDP Lampertheim Stellung: „Eine utopische Einschränkung, für einen Standard den es eigentlich gar nicht gibt. Was ist ein Passivhaus überhaupt? Ein Passivhaus ist ein Haus welches mit 0 Euro Energiekosten auskommt, somit autark ist und sich selbst versorgt. Doch nicht diese Energieeffizienz macht es zu diesem, sondern die Zertifizierung welche vom „Passivhaus Institut“ in Darmstadt gegen Kosten ausgestellt wird. Es gibt somit am Markt einige Anbieter, welche ein von der Energieklasse her gleiches Haus bauen können, sich jedoch nicht als „Passivhaus“ haben zertifizieren lassen und somit in Lampertheim nicht gebaut werden dürften.”
Fraktionsvorsitzender Thomas Bittner sieht hier klar eine Einschränkung des Marktes: „Wir würden mit diesem Beschluss eine Art Monopol schaffen, in diesem wir nicht die energieeffiziente Bauweise fördern sondern die Baufirmen dazu bringen sich beim Institut das Zertifikat zu kaufen. Schaut man sich ebenfalls die steigenden Kosten an die durch diese besondere Art der Bauweise entstehen, so schränkt man das Interessentenklientel sehr stark ein.”
„Wir wollen Lampertheim für junge Familien attraktiv machen, mit solch einem Beschluss grenzen wir sie jedoch aus. Die Mehrkosten von rund 30 Prozent im Niedrigenergiebau, welche der klassische Bauträger rechnet, hätten sich im Kalenderjahr 2014 nur rund 30 Prozent der Familien, die ein Eigenheim finanziert haben, leisten können”, weiß Finanzierungsexperte Fritz Röhrenbcek. „ Ich sehe in meinem Job täglich Baufinanzierungen – dass aufgrund des niedrigen Zinsniveaus die Grundstückspreise und Baukosten so stark angezogen haben, sieht kaum jemand, so dass wir es den Familien und Interessenten, die nach Lampertheim kommen, nicht unnötig noch schwerer machen sollten. Ebenfalls sieht die Energieeinsparverordnung Enev 2016 KfW 70 als Standard vor, würden wir in Lampertheim KfW 40 als Standard ansetzen, so wären wir unserer Zeit ein schönes Stück voraus und würden den Markt nicht so sehr versuchen zu regulieren und dennoch in einem bezahlbaren Rahmen für junge Familien und Bauinteressierte bleiben“, so der Jungpolitiker weiter.
„Referenzurteile in Mittelhessen zeigen, dass Bauherren gegen solche Anträge geklagt haben durchaus im Recht sind. Wir als Kommune oder als Politik können den Leuten ja auch nicht vorschreiben, dass Sie in Zukunft nur noch Autos bestimmter Marken kaufen sollen. Hier sollte sinnvolle Politik vor umweltpolitischer Ideologie gehen, sonst werden die Bauinteressenten in Zukunft einen großen Bogen um unser Lampertheim attraktives Lampertheim machen. Die Kommunen um uns herum werden sich die Finger reiben über die Beschlüsse der Lampertheimer Politik. Wir als FDP Fraktion wünschen uns , von den Regierungsparteien diesen Beschluss noch einmal zu überdenken, um eine Klagewelle bei Schaffung des nächsten Baugebiets in Lampertheim abzuwenden. Ebenfalls muss es unsere Aufgabe sein der abschreckenden Außenwirkung dieser Richtlinie auf Bauinteressente vorzubeugen”, so die Liberalen abschließend. zg