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Mo., 02. Februar 2015, 17:42 Uhr
Weiße Rosen niedergelegt / Würdige Gedenkfeier anlässlich des 70. Todestag des Lampertheimer Ehrenbürgers
„Pater Alfred Delp ist ein Vorbild für uns alle"
In Gedenken an das Leben und Wirken des Lampertheim Ehrenbürgers Pater Alfred Delp legten auch Bürgermeister Gottfried Störmer und der Erste Stadtrat Jens Klingler weiße Rosen am ehemaligen Wohnaus der Familie Delp nieder. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM - „Man muss die Segel in den unendlichen Wind stellen, dann erst werden wir spüren zu welcher Fahrt wir fähig sind" - diese Worte stammen aus der Feder des Lampertheimer Ehrenbürgers Pater Alfred Delp SJ und spiegeln in idealer Weise dessen Lebenseinstellung wider. Am Montag jährte sich Pater Delps Todestag zum 70. Mal. Anlass genug, um vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Delp am Europaplatz in einer würdevollen Gedenkfeier an das Leben und Wirken von Pater Delp zu erinnern.
„Alfred Delp war und ist ein Vorbild, er hat sich für seine Ideale und die christlichen Werte eingesetzt und ist standhaft geblieben. Dabei ist er nie dem, wie man heute sagt, Mainstream gefolgt, sondern hat auch unter äußersten Bedingungen klar seine Gedanken gefasst und diese mitgeteilt. So bot ihm die Gestapo an, aus der Haft entlassen zu werden, wenn er aus seinem Orden austrete. Dies hat er nicht nur abgelehnt, sondern während seiner Zeit im Gefängnis dieses Bündnis noch erneuert und verstärkt", erläuterte Bürgermeister Gottfried Störmer ergreifend, was Pater Delp für ihn so besonders macht.
Zuvor hatte Störmer sichtlich ergriffen über den Lebensweg des Ehrenbürgers berichtet, von der Geburt im Jahr 1907 bis zum Tod durch den Strang am 2. Februar 1945. „Alfred Delp kam im Jahr 1914 nach Lampertheim, nach seiner Priesterweihe am 25. Juni 1937 feierte er zwei Wochen später in der benachbarten Andreaskirche seine Primiz. Der 1926 in den Jesuitenorden eingetretene Pater Delp hatte Kontakte zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke und Claus Schenk Graf von Stauffenberg. In diesem entwarfen die Teilnehmer eine alternative Gesellschaftsordnung für Deutschland für die Zeit nach dem Ende der Nazidiktatur, dass sie vor Augen hatten. 1944 traf Pater Delp Stauffenberg in Bamberg - in jenem Jahr, in dem am 20. Juli der Anschlag auf Adolf Hitler verübt wurde. Als Folge des missglückten Anschlagversuchs wurden alle Kontaktpersonen der sogenannten Attentäter um von Stauffenberg verhaftet, so auch Pater Delp. Am 11. Januar 1945 wurde Pater Delp wegen Landes- und Hochverrats zum Tode verurteilt, obwohl er nachweislich nichts mit dem Attentat zu tun hatte."
Familienmitglieder von Pater Delp ließen es sich nicht nehmen, ebenfalls still zu gedenken. Foto: Benjamin Kloos
Den Tod vor Augen verlor Pater Delp nie seine Zuversicht: „In wenigen Minuten weiß ich mehr als Sie" waren seine letzten Worte auf dem Weg zum Galgen an den damaligen Gefängnispfarrer. Und wie diese Worte ausdrücken, so war seine Einstellung zum Leben: Bejahend, mit dem Ziel es zu verbessern.
Ergriffen legten die zahlreichen Teilnehmer der Gedenkfeier, unter ihnen auch Angehörige von Pater Delp, Wolfgang Frank von der Alfred Delp Gesellschaft in Mannheim, Vertreter des Magistrats und auch der ehemalige Bürgermeister Erich Maier weiße Rosen am vor einigen Jahren in den Boden eingelassenen Stolperstein zum Gedenken an Pater Delp ab.
Diese waren bewusst als Symbol gewählt, in Anlehnung an die Geschichte der Geschwister Scholl, die im Zeichen der „Weißen Rose" ebenfalls erfolglos versuchten, der Diktatur des 3. Reiches ein Ende zu bereiten, dabei aber unglaublichen Mut bewiesen - so wie Pater Alfred Delp Zeit seines Lebens. Benjamin Kloos
Die weiße Rose - in vielfacher Hinsicht ein Symbol gegen den Naziterror. Foto: Benjamin Kloos